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Tools für dein Songwriting

Was Notationsprogramme können und was GuitarPro, Finale und Sibelius unterscheidet

Tipps für Musiker und Bands von Christoph Miebach
veröffentlicht am 29.01.2019

notation songwriting apps

Was Notationsprogramme können und was GuitarPro, Finale und Sibelius unterscheidet

Was können Notationsprogramme?. © rawpixel / 123RF

Christoph Miebach vergleicht für euch die drei Notationsprogramme GuitarPro, Finale und Sibelius. Ein besonderes Augenmerk liegt auf GuitarPro, das er selbst täglich nutzt und das für die viele von euch ebenfalls das interessanteste der drei Programme sein dürfte. Ein Kurzworkshop zeigt Einsteigern, dass der Umgang mit Notationssoftware gar nicht so schwierig ist. Und es gibt ein Gratistool-Tipp für die ersten Versuche.

GuitarPro ist bei mir täglich im Einsatz. Sei es zum Ausdrucken von Übungen oder von Songs für Schüler, zum Jammen mit Drumbeats oder zum Transkribieren neuer Stücke. Es ist sicherlich das geeignetste Programm für Gitarristen und Bassisten, aber auch für Drummer, Keyboarder und Sänger, die kein großes Orchester transkribieren möchten.

Obwohl die meisten Orchesterinstrumente wählbar sind, weisen Finale und Sibelius in diesem Bereich deutlich mehr Möglichkeiten auf.

GuitarPro

Finale von MakeMusic habe ich schon zu Studienzeiten in Enschede an der ArtEZ Hogeschool genutzt. Aktuell teste ich die kostenlose Version (Release 2012). Finale ist im Vergleich zu GuitarPro umfangreicher, aber weniger selbsterklärend. Das Programm-Design sieht etwas altbacken aus. Es hat sich seit meiner damaligen Version im Prinzip nichts verändert. Die aktuelle Free-Trial 2018 sieht dagegen im Design verbessert aus.

Für große Orchesternotationen ist Finale sicher das geeignete Profi-Tool. Aber für den Gelegenheitsnutzer sehe ich Finale durch seine Komplexität gegenüber GuitarPro im Handling unterlegen.

Finale

Sibelius von Avid teste ich gerade ganz frisch seit ein paar Wochen und es macht bisher einen guten Eindruck.

Sibelius

Die kostenlose Version mit bis zu 4 Stimmen reicht für kleine Bands bereits vollkommen aus. Das Layout ist übersichtlich gestaltet. Keine langen Menütexte wie bei Finale und Guitar Pro, sondern kleine Grafikicons sorgen für eine strukturierte Navigation durch alle Programmfunktionen.

Produktvergleich: GuitarPro, Finale und Sibelius in der Übersichtstabelle

GuitarPro, Finale und Sibelius im Vergleich

GuitarPro, Finale und Sibelius im Vergleich

*"Education Programm GuitarPro": Lehrer und Musikschulen können sich auf der GuitarPro-Website für das Education Programm registrieren lassen und ihren Schülern 50% Rabatt auf GuitarPro bieten. Somit ist das Programm auch für jeden meiner Schüler erschwinglich. Wer noch weniger ausgeben möchte, kann die Mobile-App von GuitarPro (5,99€) nutzen, die aber nur zum Wiedergeben und Abspielen der GuitarPro Dateien dient und keine Bearbeitungsfunktionen enthält.

Fazit

Jedes Programm hat seine Stärken und Schwächen. Brauchst du keine Orchesternotation, landest du schnell bei GuitarPro, das einige Vorzüge für Bandkonstellationen hat. Finale ist das geeignete Programm für große Orchester und mit Sibelius kannst du tolle Sheet-Layouts mit Farben und Grafiken realisieren.

Warum ich persönlich auf GuitarPro setze? Das liegt am günstigen Preis, der einfachen Bedienung und dem praktischen Nutzen für meine Schüler, die das Programm mit Hilfe des Education Programms 50% günstiger erwerben können. Nicht zuletzt überzeugt mich auch die mitgelieferte Sounddatenbank, mit welcher man amtlich klingende Transkriptionen bzw. Playalongs erstellen kann.

Kurzworkshop: GuitarPro in der Anwendung

Zum Abschluss möchte ich mit dem folgenden GuitarPro-Kurzworkshop zeigen, wie einfach eine Basslinie und dazu ein einfacher Drumbeat notiert werden können. Wenn du die einzelnen Punkte direkt nachvollziehen möchtest, kannst du eine Trial-Version der Software herunterladen.

  1. Öffne eine neue Vorlage unter Datei → Neu von Vorlage → Electric Bass.
  2. Klicke oben auf 100% und wähle "An die Breite anpassen" aus.
  3. Füge ein paar Takte hinzu indem du auf der Tastatur die Pfeiltaste nach rechts benutzt.
  4. Wähle oben im Menü Takt → Systemlayout → Festgelegte Taktanzahl pro System und stelle 4 Takte in gleicher Größe pro System ein.
  5. Wähle Takt → Tonartbezeichnung und wähle F#m aus.
  6. Drücke F2 (oder klicke Ansicht → Bearbeitungspalette), um die Bearbeitungspalette sichtbar zu machen. Wähle die Achtelnote an und klicke in der Tabulatur auf die zweite Saite von unten, also die A-Saite. Gib dort eine 9 ein. Dann eine 9 auf der E-Saite, eine 7, eine 9 und eine 7 auf der A-Saite und eine 9, eine 7 und eine 9 auf der E-Saite.
  7. Die beiden 9en auf der A-Saite erhalten jeweils eine Betonung (nutze das > aus der Bearbeitungspalette).
  8. Jetzt setzen wir eine Wiederholung, indem wir eckige Klammern benutzen mit Alt Gr+8 bzw. Alt Gr+9. Der Takt soll sich 8mal wiederholen.
  9. Als letztes passen wir noch das Tempo an. Einfach zweimal auf die 120 klicken und dann 115 eintragen.

Et Voilá! wink

Dir fehlen Drums dazu?

  1. Wähle im Menü Spur → Hinzufügen → Drums → OK.
  2. Über der obersten Linie kannst du in Achteln die Hi-Hat eintragen.
  3. Die Bassdrum trägst du über der untersten Linie ein, und zwar einmal zusammen mit dem ersten und dem fünften Hi-Hat Schlag.
  4. Die Snare kannst du zwischen der zweiten und dritten Linie von oben setzen, und zwar zusammen mit dem dritten und dem siebten Hi-Hat Schlag.

Betätige die Leertaste oder klicke auf den Abspielbutton oben in der Mitte.

Last but not least -  Die gratis Software TuxGuitar

Das kostenlose Programm TuxGuitar, das mit den meisten GuitarPro Dateien umgehen kann, ist die Empfehlung für alle, die sich zum ersten mal mit dem Thema "Transkription" auseinandersetzen und/oder kein Geld ausgeben möchten.

Auch zum üben geeignet – dank Tempo-Trainer, ähnlich wie bei GuitarPro. Design, Übersicht, Sound und Features können zwar nicht mit GuitarPro mithalten, aber TuxGuitar macht als gratis Software eine tolle Figur.

Nutzt du bereits eine Notationssoftware und hast eine eigene Empfehlung?

 

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