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"Kämpfen um jeden Ton": Die etwas anderen 10 Songwriting-Tipps

Markennews von Musikhaus Thomann
veröffentlicht am 24.07.2018

songwriting thomann

"Kämpfen um jeden Ton": Die etwas anderen 10 Songwriting-Tipps

Songwriting-Tipps vom t.blog-Team des Musikhaus Thomann. © yacobchuk / 123RF

Für manche ist es ein Buch mit sieben Siegeln, für andere das Lebenselixier schlechthin. Und wieder andere betrachten es schlicht als Job: das Schreiben von Songs. Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Ansätze, wie man an das Schreiben herangehen kann. Dominic vom t.blog-Team des Musikhaus Thomann gibt euch Songwriting-Tipps, auf die er auch selbst immer wieder gerne zurückgreift.

Dominic hat als E-Gitarrist einer Alternative-Rockband etliche Clubs im deutschsprachigen Raum unsicher gemacht (die wenigsten davon mussten anschließend zu machen). Mit seiner Unplugged-Band steht er auch heute noch regelmäßig auf der Bühne. Er arbeitet für das Musikhaus Thomann.

1. Lass dich inspirieren!

Oft verhilft die richtige Gemütsstimmung zu zündenden Ideen. Für manche ist es ein verdunkeltes Zimmer mit Kerzen, für andere ein warmer Sonnentag – finde heraus, was dich inspiriert. Kreativität kann von allem angetriggert werden. Manchmal reicht schon ein Kaffee am Straßenrand, ein Film, ein Gespräch etc.

2. Lass dich nicht ablenken!

Auch wenn es schwerfällt: Facebook, Twitter und Co. einfach mal links liegen lassen und tief in die emotionale Welt eintauchen. Das Schreiben von Songs braucht Konzentration und schlicht und ergreifend Zeit.

3. Halte es simpel!

Manchmal ist es nur ein Beat, den man gedankenlos auf eine Tischplatte klopft, der inspiriert und zur Ausgangsbasis für einen Song oder zumindest einen Teil davon wird. Warum also nicht einfach genau den aufnehmen? Es wurden schon Songs geschrieben, denen das Geräusch eines Druckers als Basis diente. Ich setze mir immer wieder gerne Grenzen, indem ich beispielsweise nicht die am leichtesten zu bespielende Gitarre verwende, sondern die billige vom Flohmarkt, bei der um jeden Ton gekämpft werden muss.

4. Die erste Idee ist oft die beste!

Ich empfehle, ALLE Ideen, vor allem die erste(n), mit dem Smartphone oder ähnlichem mitzuschneiden, denn oft genug überzeugt gerade diese am Ende eines Schreibtages am meisten und man greift wieder auf sie zurück. Natürlich ergibt es Sinn, so hochwertig wie möglich aufzunehmen, aber Ideen entstehen oft genug nicht in der gewohnten Umgebung.

5. Experimentiere!

Es gibt zahllose Beispiele dafür, wie man aus einer langweiligen Loop, einer Akkordfolge oder einer Gesangslinie mithilfe von Plugins oder dem einfachen Zerschneiden und neuen Anordnen innerhalb einer DAW neue Klänge und/oder Loops erzeugen kann.

Und wo wir gerade in der Welt der Musiksoftware sind: Wie wäre es, einfach einmal die Midi-Spuren zu vertauschen? Kleines Beispiel: Hat man ein Klavier und ein Schlagzeug programmiert, einfach mal die Spuren vertauschen. Die so generierten Noten sind nicht selten Wegweiser für eine neue Richtung. Und ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Tempo: Wie klingt der gerade entstandene Song, wenn man ihn wesentlich schneller oder langsamer spielt?

Versuche auch, den Song in verschiedenen Tonarten zu spielen. Es ist erstaunlich, wie so unterschiedliche Stimmungen zustande kommen. Und manchmal ist es sogar einfach nur ein kaputtes Mikrofon, das genau an der richtigen Stelle einen Aussetzer hat und einen vollkommen neuen Ansatz liefert.

6. Mal etwas anderes in die Hand nehmen!

Wenn ich nicht weiterkomme, nutze ich gerne Instrumente, die ich eher selten in die Hand nehme. Zum Beispiel eine Mandoline, ein Banjo oder eine Mundorgel, die mich immer wieder auf das Wesentliche zurückbringen, nämlich auf die Melodie oder eine einfache Akkordfolge.

Gerne nutze ich auch einen Bass, denn durch das Wegfallen von Harmonien geht das Entwickeln von Melodielinien leichter von der Hand. Oftmals folgen diese nämlich den Akkorden, was sie sehr berechenbar und somit auch austauschbarer macht.

Wenn wir ehrlich sind, spielen wir am Ende doch meist unsere Lieblingsakkorde auf unserem angestammten Instrument. Deshalb ist es immer wieder erfrischend, Gewohnheiten zu durchbrechen, um so hoffentlich an eine frische Akkordfolge oder Melodie zu gelangen.

7. Wer übt, fällt seinen Kollegen in den Rücken!

Falsch!

Es hat noch niemandem geschadet, sein Handwerk zu verstehen, und gerade beim Schreiben von Songs ist es immer inspirierend, neu erworbenes Wissen einfließen zu lassen und damit zu experimentieren. Auch beim Songwriting gilt: je öfter, desto besser.

8. Setz dich ab!

Niemand erwartet, dass du das Rad neu erfindest, aber versuche trotzdem, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Ich erlebe immer wieder, dass wesentlich mehr Zeit in den Klang als in den Inhalt investiert wird. Das ist ausgesprochen zeitraubend und am Ende wird das Ganze meist auch nicht besser. Wenn der Song in seiner Struktur steht, klingt er schon mit wenigen Mittel gut und braucht nicht viel “Lametta“.

9. Hör auf Dein Gefühl!

Zündet eine Idee nicht, lass sie ruhen und arbeite an etwas Neuem. Nicht jede Idee ist der Inbegriff an Genialität. Nicht umsonst kommen bei einer Albumproduktion gerne einmal mehrere Dutzend Songs zustande, aus denen dann 10 bis 12 ausgewählt werden. Und auch innerhalb der Stücke werden oft Parts ausgetauscht und/oder umarrangiert.

10. Musik macht Spaß!

Auch wenn der Schreibtag mal nicht produktiv gelaufen ist, taucht man doch ein in die Songwelt und wird von Mal zu Mal routinierter. Kreativität ist ein Muskel, der trainiert werden kann. Das Analysieren von Songs ist dabei auch sehr hilfreich, dabei meine ich aber nicht unbedingt die harmonische oder rhythmische Analyse, sondern die emotionale Ebene! Warum berührt mich ein ganz bestimmter Chorus? Liegt das an den Worten? An der Art, wie er gesungen wird? Oder ist es ein bestimmter Sound, der das Ganze unterstützt?

Ich hoffe, der eine oder andere dieser Tipps verhilft euch beim nächsten Projekt zu jeder Menge großartiger Ideen. Und wer weiß, vielleicht ist die eine, zündende Hook dabei, die euch in die Charts katapultiert oder den Erfolg bringt. Ich wünsche es euch!

Habt  ihr noch eigene Tipps? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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