Musik überholt Kinos
Wert von Musikrechten steigt 2023 um 11 Prozent auf 45,5 Milliarden Dollar
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© Andrea Piacquadio via pexels.com
Der Bericht stammt von Will Page, einem ehemaligen Manager von Spotify und der Gitarrenfirma PRS. Die Ergebnisse des jährlichen "Global Value Of Music Copyright" Berichts sollen dabei helfen, den Wert und die Bedeutung von Musikrechten hervorzuheben und die ökonomische Lage der Musikindustrie einzuordnen.
Zur Erstellung des Berichts für 2023 wurden Daten durch die großen internationalen Musikverbände International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), International Confederation of Societies of Authors and Composers (CISAC), International Confederation of Music Publishers (ICMP) erhoben. Zusätzlich seien Daten der National Music Publishers Association, von Music & Copyright und von Midia Research (MIDiA) in den Bericht eingeflossen.
Starker Anstieg im Jahresvergleich
Im Jahr 2023 liegt der globale Wert der Musikrechte bei 45,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht mit elf Prozent nicht nur einem zweistelligen Anstieg im Vorjahresvergleich, sondern vor allem einem starken Wachstum, wenn ein längerer Zeitraum betrachtet wird.
Seit 2021, nachdem der Wert aufgrund der Covid 19-Pandemie gesunken war, stieg der Gesamtwert der Musikrechte um 26 Prozent. Wird der erste Bericht aus dem Jahr 2014 herangezogen, ist der Vergleich noch eindrucksvoller: Der Wert hat sich seit 2014, als er 25 Milliarden US-Dollar betrug, fast verdoppelt.
Wachstum in allen Segmenten
Will Page teilt den Gesamtwert in drei Bereiche auf. Der Großteil der Einnahmen besteht mit 28,5 Milliarden US-Dollar aus dem Label-Bereich. Dafür sind vor allem die Streaming-Einnahmen verantwortlich, die einen Anstieg von 10,4 Prozent verzeichneten.
Das Geschäft mit physischen Tonträgern wuchs noch stärker: Diese Formate stiegen um 13,4 Prozent, was insbesondere auf das Vinyl-Wachstum zurückzuführen war. Page geht davon aus, dass Vinyl weltweit betrachtet die CD bald überholen wird.
Der zweite Bereich sind die Einnahmen von Verwertungsgesellschaften: 12,9 Milliarden US-Dollar konnten erwirtschaftet werden, was einen Zuwachs von elf Prozent im Vorjahresvergleich bedeutet.
Den kleinsten Anteil des Gesamtwerts machten die Einnahmen aus dem Verlagsgeschäft mit 4,2 Milliarden US-Dollar aus. Auch das Wachstum war mit vier Prozent am geringsten.
Globale Streaming-Einnahmen
Der gestiegene Wert durch das Musikstreaming zeigt einen regionalen Unterschied: Während fast die Hälfte der Einnahmen auf Nordamerika (48 Prozent) zurückzuführen ist, gefolgt von Europa mit 32 Prozent, ist die weltweite Streaming-Nutzung gleichmäßiger auf alle Regionen verteilt.
So sind Nordamerika und Europa für 48 Prozent des Streamings verantwortlich und Südamerika und Asien (ausgenommen Japan) für 46 Prozent – auf letztgenannten Kontinenten werden dementsprechend vermehrt kostenlose Streaming-Angebote genutzt.
Verteilung der Einnahmen
Der Bericht geht darüber hinaus auf die Verteilung des 45,5 Milliarden US-Dollar umfassenden Gesamtwerts der Musikrechte ein: Wie auch in 2022 besitzen Künstler und Labels mit 63 Prozent den überwiegenden Anteil.
Die restlichen 37 Prozent teilen sich Songwriter*innen, Verlage und Verwertungsgesellschaften.
Live- und Digital-Einnahmen auf dem Vormarsch
Neben der gestiegenen Relevanz für den Vinyl-Markt erläutert Will Page in seinem Bericht noch weitere Veränderungen, die im Musikbusiness in den vergangenen Jahren zu beobachten waren.
Live-Auftritte besitzen den Daten zufolge mittlerweile einen höheren Wert für die Verwertungsgesellschaften als Tantiemen, die durch andere öffentliche Wiedergaben, beispielsweise in Hotels, eingenommen wurden. Zudem seien digitale Einnahmen lukrativer geworden als klassische Einnahmequellen, beispielsweise durch Radioanstalten.
Vergleich mit der Kinobranche
Besonders eindrucksvoll wird der steigende Wert von Musik-Copyrights im Vergleich mit der Entwicklung der Kinobranche. Während das Kino 2019 mit 41,9 Milliarden US-Dollar noch um ein Drittel höheren Wert besaß als die Musikrechte, die damals 31,9 Milliarden US-Dollar erreichten, war 2023 das Gegenteil der Fall. Inzwischen liegt die Musikbranche mit 45,5 Milliarden US-Dollar deutlich vor der Kinobranche mit 33,2 Milliarden US-Dollar.
Will Page geht in seinem Bericht sogar noch weiter, da die Vergleichbarkeit besser sei, wenn die Einnahmen durch den Filmverleih betrachtet werden. Diese haben 2023 nur bei 16,6 Milliarden US-Dollar gelegen, was Page zu dem Schluss bringt, dass der Unterschied noch größer sei:
"Der Wert für den Urheber ist bei Musik etwa dreimal so hoch wie beim Kino."
Positive Prognose
Für den kommenden Bericht erwartet Will Page eine Fortsetzung der Wertsteigerung des Copyrights. Sollte 2024 die Marke von 50 Milliarden US-Dollar überschritten werden, hätte sich der Wert innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt.
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