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Jacob’s Fall

Rock, Metal, Alternative/Independent aus Halle (Saale), seit 2016

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Bio/Info

Jacob‘s Fall
If you‘re frightened of dying, and you‘re holding on, you'll see devils tearing your life away. If you've made your peace then the devils are really angels freeing you from the earth.
- Bruce Joel Rubin, Jacob's Ladder
Wir alle streben nach etwas Höherem. Wollen wie der biblische Jakob die Leiter in den Himmel erklimmen. Doch wir stehen uns und einander selbst im Weg. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, homo homini lupus scheint an den Platz von Mitgefühl und Nächstenliebe getreten zu sein. Der Gang nach oben wird zum Sturz nach ganz unten. Ein Grund zum Verzweifeln? Vielleicht. Besser aber doch, man kanalisiert diese gesellschaftlichen Missstände in packender, ergreifender, bewegender Musik. Jacob‘s Fall haben genau das getan – und mit „The War We Miss?“ eines der erstaunli (...) Mehr anzeigenchsten, berührendsten und fesselndsten deutschen Rock-Alben der letzten Jahre geschrieben.
Wie das passieren konnte? Dafür müssen wir kurz ausholen: Hier haben wir es nämlich endlich mal nicht mit einer Band zu tun, die sich damit zufrieden gibt, die Art von Musik zu spielen, auf die sie privat steht. Jacob‘s Fall spielen die Musik, die von selbst aus ihnen herausströmt. Natürlich ist auch diese geprägt von jeder noch so kleinen Erfahrung, die man im Leben so macht, geformt von den unterschiedlichen Prägungen zwischen Klassik und Rock, zwischen Metal und Pop. Sie ist aber eben zerlegt, analysiert, erfühlt, erschmeckt, erschnuppert und auf ureigene Weise neu zusammengesetzt von den vier hoffnungslosen Musik-Junkies Christian Faust (Gesang, Gitarre, Piano), Jens Pietzonka (Gitarre), Daniel Pabst (Bass) und René Jauernik (Schlagzeug).
Deswegen kann man auch nur sehr schwer charakterisieren, wie „The War We Miss?“ jetzt eigentlich klingt. Rock ist das schon, durchaus, aber eben nicht einfach so. Jacob‘s Fall sind gerne mal verspielt, dann wieder sündhaft eingängig, mal theatralisch, dann wieder düster und melancholisch. Treibend und knackig, sinfonisch und ausladend, schleppend und in tiefstes Moll getunkt, zudem getragen von einer bockstarken neuen Stimme der deutschen Musiklandschaft. Kennt ihr das Gefühl, wenn man hoffnungslos ergriffen etwas lauscht und gar nicht wirklich weiß, wie es einem geschieht? Falls nicht: Legt einfach „The War We Miss?“ ein.
Das Verrückte: Ja, das hier ist ein Debüt. Im Ernst! Obwohl Jacob‘s Fall erst 2016 in Lutherstadt Eisleben gegründet wurden, reichen die Wurzeln der Band allerdings deutlich weiter zurück. Einige der Mitglieder spielten schon in den Neunzigern bei My Insanity, tourten mit Bands wie Lacuna Coil, Anathema oder Therion durch ganz Europa. Einer davon war Schlagzeuger René Jauernik. „Egotrips, Streitereien und so weiter hat jeder von uns schon zur Genüge in vorherigen Bands erlebt, das brauchen wir nicht mehr“, lacht er. „Wir haben alle Bock auf die Band und die Proben und verbringen auch außerhalb der Musik viel Zeit miteinander.“
Hört man das dem Material an? Natürlich! Handwerklich auf internationalem Top-Niveau, mit großen Refrains und berauschenden Melodien, hat man auch beim richtigen Klang nichts dem Zufall überlassen und sich in die Hände einer echten Koryphäe begeben: In den Woodhouse Studios hat Siggi Bemm „The War We Miss?“ einen natürlichen, warmen und mystischen Klang verliehen, die das Gefühl der alten Referenzwerke von Tiamat, Moonspell oder The Gathering in die Gegenwart holt. Überhaupt ist die Musik von einer schwebenden Zeitlosigkeit durchzogen. Nichts klingt bemüht modern, nichts will um jeden Preis die Neunziger wiederhaben. „Klasse Band, Ausnahmesänger und originelle Kompositionen“, so kommentiert dann auch Produzent Bemm begeistert. Ein Ritterschlag von so einem wie ihm, durchaus.
Haben sie aber gar nicht nötig, diese Herren. Ihre Musik steht ebenso für sich wie ihr Inhalt. „Im Grunde vertonen wir das Scheitern der Menschheit“, fasst Sänger, Gitarrist und Pianist Christian Faust mit einem lakonischen Lächeln zusammen. Und das Fragezeichen im Albumtitel? „Wir haben den Eindruck, dass die Gesellschaft durch ihr momentanes Verhalten regelrecht bewusst nach dem Untergang strebt, obwohl sie es besser wissen müsste. Wir haben jedenfalls permanent das Gefühl einer kurz bevor stehenden Eskalation.“ Klar, dass da kein Platz für allzu viel Optimismus bleibt. Hoffnungslos ist der schwelgerische, bittersüße Rock des Quartetts dennoch nie. Dafür sehr elegisch, nachdenklich und durchaus sehr ernst. Aber eben nie mit Plattitüden, der Brechstange oder dem Abarbeiten an etwaigen Szeneklischees. Sondern auf der Suche nach der persönlichen Katharsis. Und wo wir anfangs von Leitern gesprochen haben: Für Jacob‘s Fall dürfte es in diesem Jahr einige Sprossen nach oben gehen. Weniger anzeigen

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  1. audio20181128145958.mp3 (The War We Miss?, )Kommentar
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