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Ausgabe #9 2019: Fuzz-Gewitter über Europa

#Backstagestories: Mit Daily Thompson im Sonic Ballroom Köln

Interview von Reinhard Goebels
veröffentlicht am 23.09.2019

backstage pro könig & meyer #backstagestories daily thompson

#Backstagestories: Mit Daily Thompson im Sonic Ballroom Köln

Da ist locker noch Platz für einen Sticker mehr! Danny von Daily Thompson vor dem Sonic Ballroom in Köln. © Reinhard Goebels

Backstage PRO und König & Meyer blicken hinter die Kulissen: Jeden Monat besuchen wir eine Band Backstage bei einer Show und berichten hautnah über ihren Live-Alltag. Für die aktuelle Ausgabe haben uns Daily Thompson nach Köln in den Sonic Ballroom eingeladen.

Viele Bands geben Show für Show alles, um ihr Publikum zu begeistern. Doch zum Alltag einer Band gehört deutlich mehr als die Zeit auf der Bühne. Wie bereiten sich die Musiker auf den Auftritt vor? Wie erleben sie den Abend abseits der Bühne? Welche Erfahrung haben sie Backstage bereits gemacht und was ist ihnen wichtig?

Gemeinsam mit König & Meyer versuchen wir, das alles und mehr herauszufinden. Für die #Backstagestories besuchen wir Bands vor ihrem Auftritt, blicken hinter die Bühne und lassen sie selbst zu Wort kommen. Weitere Bilder, Videos und Infos findet ihr bei König & Meyer auf Instagram sowie auf der #Backstagestories-Kampagnenseite!

Ihr wollt, dass wir euch vor der Show besuchen? Dann ladet uns unter folgendem Link ein: https://www.backstagepro.de/backstage-stories-2019

Unabhängig davon bietet euch König & Meyer vierteljährlich die Chance auf ein Bandwochenende plus Equipment im Wert von 500 €. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr hier.

Ausgabe #9 2019: Mit Daily Thompson im Sonic Ballroom Köln

Daily Thompson sind unermüdlich: Macht die Band ausnahmsweise mal eine Pause vom unablässigen Touren, dann eigentlich nur, um in ausgedehnten Jam-Sessions an neuem Material zu arbeiten und im Studio aufzunehmen. Die fuzz-geladenen Resultate, die aus den Boxen schmettern, dröhnen, walzen und grooven verbinden Stoner- und Noise-Rock mit Indie-Blues und sind dabei unverschämt eingägig.

Die Einflüsse kalifornischen Desert Rocks lassen den Hörer dabei den Wüstensand zuweilen förmlich auf den Lippen schmecken. Passend dazu lautet der Titel des aktuellen, im November 2018 veröffentlichten Albums der Band "Thirsty". Ende des Jahres kehrt die Band bereits wieder ins Studio zurück, um den Nachfolger einzuspielen.

Weniger shoppen, mehr rocken

Wir treffen uns mit der Band vor ihrer Show im kultigen Kölner Club Sonic Ballroom und möchten natürlich wissen, wie sich ein solch straffes Programm überhaupt bewerkstelligen lässt. Nachdem die Band bereits zuvor sehr viele Auftritte gespielt hatte, entschieden sich die Mitglieder Ende 2015 dafür, ihre sonstigen beruflichen Tätigkeiten ad acta zu legen und sich fortan voll auf die Musik zu fokussieren.

Voll bepackt im beliebten Tetris-Stil: Der Bulli von Daily Thompson.

Voll bepackt im beliebten Tetris-Stil: Der Bulli von Daily Thompson., © Reinhard Goebels

Die Entscheidung habe sich bisher defintiv für die Band ausgezahlt, so Mercedes. "Man muss allerdings dazu sagen, dass jeden Monat neue Schuhe shoppen nicht drin ist, da muss man noch Abstriche machen" räumt die Bassistin lachend ein. Immerhin habe sie ja auch bereits Schuhe an, stellt Danny augenzwinkernd fest.

Ein eingespieltes Team

Die Routiniertheit merkt man der Band deutlich an. Ruhig und völlig entspannt, aber zugleich effektiv geht das Trio beim Ausladen und Aufbauen vor – und das, obwohl sie dabei auf dem Fahradweg vor dem Sonic Ballroom, den die Band dafür kreuzen muss, von Unmengen von Fahrradfahrern in halsbrecherischem Tempo umschwirrt werden.

Nach dem Soundcheck geht es für die Band hinter der Bar entlang und eine Treppe nach oben in den Backstage-Bereich, in dessen Küche erst mal für das leibliche Wohl der Musiker gesorgt wird. Der Aufenthaltsraum nebenan versprüht durch zusammengewürfeltes, altmodisches Mobiliar und unzählige Bandsticker gemütliches Backstage-Flair in Reinstform und hält sogar Betten bereit. Diese bleiben jedoch heute ungenutzt – Nach der Show wird die Band nach Dortmund zurückkehren und von dort aus am nächsten Tag für die kommenden Tourstopps in die Niederlande fahren.

Vogel hat Urlaub

Eigentlich unverzichtbar, aber bei der heutigen Show nicht dabei, ist das inoffizielle vierte Mitglied der Band. Bei diesem handelt es sich um einen Vogel, der folgerichtig den äußerst treffenden Namen "Vogel" trägt. "Vogel wurde uns bei unserem ersten Foto-Shooting in Düsseldorf geschenkt und hängt seitdem immer am Schlagzeug, wurde jedoch heute vergessen", erklärt Mercedes mit einem mahnenden Blick in Richtung Schlagzeuger Matze, der schuldbewusst sein Haupt senkt.

"Wir haben ihm sogar ein Daily Thompson-T-Shirt gebastelt, manchmal trägt er auch ein Stirnband. Man muss sich auf Tour auch an den kleinen Dingen erfreuen." Sicherheitshalber fragen wir vorsichtig nach und erfahren, dass es sich bei Vogel um ein Stofftier handelt. Im ausführlichen Interview erzählt uns Mercedes mehr über das Tourleben der Band.

Der Aufbau läuft bei der tourerfahrenen Band sehr routiniert.

Der Aufbau läuft bei der tourerfahrenen Band sehr routiniert., © Reinhard Goebels

"Jedes Land und jede Stadt sind eine neue Herausforderung"

Backstage PRO: Wie sieht denn in der Regel eure Crew aus, wenn ihr auf Tour seid? Kümmert ihr euch selbst um das ganze Equipment oder habt ihr Roadies?

Mercedes: So weit sind wir leider noch nicht, dass wir Roadies und Techs dabei haben. Wir packen alles in unseren Bulli, genauso wie auf die Bühne. Bei größeren Festivals hat man ja auch Stagehands etc. Unsere Roadcrew besteht aus uns als Band, einem Fahrer bzw. Mercher und je nachdem wer sonst noch Bock hat. Manchmal nehmen wir auch Kollegen mit, die fotografieren oder mischen.

Backstage PRO: Ihr seid viel im Ausland unterwegs. Gibt es dabei für euch logistische Unterschiede im Vergleich zum Touren in Deutschland?

Mercedes: Logistische Unterschiede nicht unbedingt, die Backline kommt ja überall mit hin, genauso wie Merch. Natürlich muss man schauen, wenn man ins Nicht-EU-Ausland fährt, dass man den Kleinkram beim Zoll anmeldet und dergleichen.

Backstage PRO: Welche sonstigen Besonderheiten oder Herausforderungen gibt es für euch im Ausland?

Mercedes: Jedes Land und jede Stadt sind eine neue Herausforderung. Wenn ich so daran zurückdenke, wie wir uns in Montpellier durch die engsten Straßen der Welt zwängen mussten, oder als in Italien eine Autobahn gesperrt war und wir vier Stunden lang über Serpentinen nach Rimini fuhren... so was ist immer spannend, neu und manchmal auch nervig. Aber im Nachhinein lacht man darüber und hat eine neue Story fürs Tourbuch – wenn man denn eins hätte.

"Oft sehen wir nur die Autobahn, den Club und das Hotel"

Backstage PRO: Verbringt ihr vor oder nach euren Shows Zeit an den jeweiligen Orten, etwa zum Sightseeing oder Feiern, oder beschränkt sich euer Aufenthalt eher auf die Konzertlocation und Übernachtungsmöglichkeiten?

Mercedes: Das kommt ganz drauf an, ob man die Zeit und die Möglichkeit hat. Wir hören oft: „Ah Paris, Barcelona, London, toll, ihr kommt aber rum, was schaut ihr euch denn an?“ Meistens ist die Antwort: die Autobahn, den Club und später das Hotel. Man hat halt wenig Zeit vor Ort und die Backline, also das Heiligtum, im Gepäck bzw. Bulli.

Das bisschen Zeit, das man hat, versuchen wir zwar immer zu nutzen, aber meistens kommt man bei der Venue an, packt aus, macht Soundcheck und hat zwischendurch nur ein bis zwei Stunden Zeit. Wenn wir auf Tour sind, versuchen wir auch jeden Tag ausreichend Schlaf zu bekommen und fit zu sein. Aber feiern können wir überall!

Auch wenn es wie trinken aussehen mag: Danny

Auch wenn es wie trinken aussehen mag: Danny "blubbert" sich hier während des Auftritts des Support-Acts die Stimme warm., © Reinhard Goebels

"Wenn es nicht gelegentlich knallen würde, wäre es wie eine langweilige Beziehung"

Backstage PRO: Bleibt es bei euch immer harmonisch, wenn ihr längere Zeit gemeinsam auf Tour seid, oder geht ihr euch zuweilen auch gegenseitig auf die Nerven?

Mercedes: Es ist ja noch nichtmal im Proberaum immer harmonisch (lacht). Aber das ist auch gut so. Natürlich gibt es mal Reibungspunkte. Wir sind wie eine Familie oder – noch kitschiger – beste Freunde. Wenn es da nicht knallen würde, wäre es wie in einer langweiligen Beziehung. Jeder von uns bringt sich mit ein, es gibt keinen „Leader“ o.ä. und alle wollen immer das Beste erreichen. Da knallt es schon mal, auch auf Tour. Aber genauso schnell ist es auch wieder gut. Das macht es auch aus!

Backstage PRO: Wie bereitet ihr euch Backstage auf eure Performance vor? Habt ihr bestimmte Rituale?

Mercedes: Da hat jeder so sein Ding, wir machen uns aber alle physisch warm, sprich Dehnübungen und die die singen machen auch die Stimmbänder warm, außerdem es gibt immer einen kleinen „Zerhacker“ für jeden vor der Show.

"Einmal wurden wir Backstage eingeschlossen"

Backstage PRO: In welcher Location gefällt es euch Backstage am besten und warum?

Mercedes: Wow, so viele Backstage Bereiche, da muss ich erstmal überlegen. Eigentlich ist es überall schön, wo sich die Leute gut um uns kümmern und wo man die Sachen hat, die man braucht, wie etwa gutes, gesundes Essen. Das hält einen immer zusammen auf Tour.

Besonders gefällt es uns z.B. im Backstage, was für ein Zufall, in München. Da haben wir schon einige Male gespielt. Dort ist es geräumig und das Catering ist immer der Wahnsinn. Aber wir können uns eigentlich nicht beschweren, in den meisten Venues wurden wir immer sehr gut umsorgt!

Backstage PRO: Was war euer einprägsamstes Backstage-Erlebnis?

Mercedes: Oh, da gibt es mehrere. Einmal wurden wir – ich sage jetzt nicht, wo – im Backstage eingeschlossen. Wir haben auch dort übernachtet, kamen aber morgens erst raus, als uns wieder aufgeschlossen wurde. Tageslicht gab es auch keins. Das war eher eins der merkwürdigsten Erlebnisse, das ist auch schon sehr lange her.

Aber auf unserer Italien-Tour haben wir in Verona sehr viel Spaß gehabt und Abends im Backstage noch ordentlich Party gemacht. Als wir dann noch Elfenkostüme gefunden haben, war der Abend perfekt und alle sind ausgerastet in ihren Streifenleggings. Herrlich!

Backstage PRO: Danke für das Gespräch!

Ihr wollt eure Stories auch mit uns teilen? So geht ihr vor!

Steht bei euch der ein oder andere coolen Gig an? Dann checkt jetzt, ob ihr euer Bandprofil bei Backstage PRO mit euren neusten Bandinfos, Fotos und Songs versehen und natürlich eure bevorstehenden Gigs eingetragen habt. Alles auf dem neusten Stand? Dann könnt ihr uns ganz einfach hier zu euren Shows einladen. Unter allen teilnehmenden Bands wählen wir jeden Monat eine für ein Feature aus. Seid dabei!

Hier wird gefuzzt: Dannys Pedalboard kann sich sehen lassen.

Hier wird gefuzzt: Dannys Pedalboard kann sich sehen lassen., © Reinhard Goebels

Ingesamt 11 Bilder, klicken um Fotostrecke zu starten

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König & Meyer

stands for music

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Daily Thompson

fuzz rock,desert blues and indie-inspired guitar-based noise rock aus Dortmund

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