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Ausgabe #12 2019: PS-stark durch die Ödlande

#Backstagestories: Mit Lords of Salem im Zentrum Zinsholz Ostfildern

Interview von Reinhard Goebels
veröffentlicht am 17.12.2019

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#Backstagestories: Mit Lords of Salem im Zentrum Zinsholz Ostfildern

Lords of Salem kurz vor der Showtime in voller Montur. © Reinhard Goebels

Backstage PRO und König & Meyer blicken hinter die Kulissen: Jeden Monat besuchen wir eine Band Backstage bei einer Show und berichten hautnah über ihren Live-Alltag. Diesmal folgen wir der Einladung von Lords of Salem nach Ostfildern.

Keine Frage: Ohne eine überzeugende Show lässt sich wohl kaum eine erfolgreiche Musikerkarriere bestreiten. Doch was spielt sich alles vor der Show ab? Bei den #Backstagestories wollen wir gemeinsam mit König & Meyer herausfinden, wie Musiker sich vorbereiten, wie sie den Live-Alltag abseits der Bühne erleben und welche besonders einprägsamen Erfahrungen sie dabei gesammelt haben.

Zu diesem Zweck besuchen wir Bands vor ihrem Auftritt, lassen sie nicht aus den Augen und sprechen mit ihnen über alles rund um die Show, von dem Zuschauer gewöhnlich nichts zu sehen bekommen. Weitere Bilder, Videos und Infos findet ihr bei König & Meyer auf Instagram sowie auf der #Backstagestories-Kampagnenseite!

Ihr wollt ein Bandwochenende plus Equipment im Wert von 500 € gewinnen? Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr in unserem #Backstagestories Best-Of!

Ausgabe #12 2019: Mit Lords of Salem im Zentrum Zinsholz Ostfildern

Als "Wastelander" bezeichnen sich Lords of Salem – und wenn man sich den postapokalyptischen Look der Band anschaut, dann passt diese Beschreibung wie die Faust aufs Auge. Doch die Band stammt nicht etwa wie Mad Max aus Australien, sondern aus Stuttgart. Von dort bringen sie uns endzeitlichen Hardrock, der nebst einer gehörigen Portion Schockrock Einflüsse von KISS und Mötley Crüe erkennen lässt, aber auch vor moderneren Elementen keinen Halt macht.

2018 veröffentlichte die Band ihre erste EP "Hell over Salem". Parallel zu ihren kommenden Auftritten im Rahmen der "Rock'n'Roll Wrestling Bash"-Tour will die Band weiter an ihrem ersten vollständigen Album arbeiten. "Wir hoffen, dass wir es Anfang/Mitte März herausbringen können", erklärt uns Sänger Postel die ambitionierte Planung, und Marple ergänzt: "Im Jahr 2025!" – man müsse ja schließlich vorausdenken, so der Bassist lachend.

Ausgestattet für die Endzeit-Horror-Party

Vor ihrer Show im Zentrum Zinsholz ganz nahe der Heimatstadt wirken die Schwaben äußerst entspannt. In Ruhe schraubt Postel auf der Bühne zunächst die Schaufensterpuppen für die Show zusammen. Klar, dass es sich dabei nicht um gewöhnliche Puppen handelt: Als Köpfe tragen sie ziemlich finster aussehende Totenschädel. Bassist Marple hat diese bei einem seiner Einsätze als Fotograf entdeckt. "Die sollten eigentlich weggeworfen werden, doch ich habe sofort gesagt: Halt, ich nehme sie mit!", erklärt er uns freudig.

Liebliches Antlitz: Die Schaufensterpuppen für die Bühnenshow.

Liebliches Antlitz: Die Schaufensterpuppen für die Bühnenshow., © Reinhard Goebels

Ihre Showelemente entwickelt die Band stets weiter: Zuletzt kamen etwa neue transparente Masken und Pyroeffekte hinzu (die aus Brandschutz-Gründen heute leider zu Hause bleiben müssen), in Zukunft sollen die Gruselpuppen zudem noch schwarze Schwingen erhalten.

Urlaubsflair im Backstage-Raum

Als Backstage-Bereich dient im Zentrum Zinsholz ein großer Nebenraum, der nicht etwa nur über eine eigene Bar, sondern auch Party-Beleuchtung verfügt. "Das wird ja immer schlimmer", stellt Marple lachend fest, während er und Gitarrist Häriän mit dem Lichtmischpult kämpfen und der Backstage-Raum in stets wechselnden, fröhlichen Farben erstrahlt. Häriän sieht es positiv: "Da fühle ich mich wie im Urlaub!"

Um die Stimmung bei einer Show anzuheizen, werfen die Lords of Salem gerne riesige Ballons ins Publikum. Das einzige Problem: Es hat nie jemand Lust, diese vorher Backstage aufzublasen. "Ich freue mich schon auf die elektrische Pumpe", verrät uns Marple seufzend, der heute wieder den Job unter ganzem Körpereinsatz mit der Handpumpe übernehmen darf – ein Vorgang, der von Drummer Alex, der aus Mexiko stammt, treffend kommentiert wird: "This is so fucking Metal!"

Die Lords werfen sich in Schale

Bevor es für die Band schließlich auf die Bühne geht, gilt es "in die Kriegsbemalung zu hüpfen", wie Marple es liebevoll nennt. "Wir gehören noch zu den Rockbands, die sich anmalen", erklärt Postel. Er selbst benötige dafür am meisten Zeit, gesteht er: "Ich brauche so etwa eine Stunde, bis alles soweit ist."

Gitarrist Häriän wickelt sich in sein

Gitarrist Häriän wickelt sich in sein "Wastelander"-Outfit., © Reinhard Goebels

Was bei Marple und Häriän wie Nagellack anmutet, ist in Wahrheit Edding. Der lasse sich schließlich viel besser verschmieren – ein Wastelander soll eben gerade nicht zu gepflegt aussehen. Hinzu kommen Leder- und Stoffbänder, Handschuhe, Ketten, Patronengurte und vieles mehr, was das endzeitliche Herz begehrt.

Im Backstage-Interview erfahren wir von Marple unter anderem mehr über die Outfits sowie Vorbereitungen und Macken der Band.

"Wir sind vor einer Show alle sehr locker"

Backstage PRO: Wie ist bei euch grundsätzlich die Stimmung vor einer Show? Leidet jemand von euch unter Lampenfieber oder bleibt ihr immer cool?

Marple: Entweder von uns leidet niemand an Lampenfieber, oder aber die anderen zeigen es nur nicht (lacht). Nein, ich glaube, wir sind da alle sehr locker.

Backstage PRO: Habt ihr bestimmte Routinen oder Rituale, mit denen ihr euch für die Show vorbereitet?

Marple: Ich glaube das Ritual liegt darin, sich umzuziehen und für die Show zu richten. Bestimmte Warmup-Routinen oder dergleichen haben wir nicht.

Backstage PRO: Abgesehen von eurem Equipment und euren Showelementen: Was muss für euch bei einer Show oder auf Tour unbedingt dabei sein?

Marple: Ganz klar: Spaß!

Postel beim

Postel beim "Anmalen" für die Show, © Reinhard Goebels

"Unsere Outfits haben wir selbst gemacht"

Backstage PRO: Zu eurem postapokalyptischen Konzept gehören natürlich auch die passenden Outfits. Wo habt ihr die Sachen her?

Marple: Wir haben unsere Outfits selbst gemacht, mit ein wenig hiervon oder davon. Wir basteln auch nach wie vor immer mal wieder daran herum.

Backstage PRO: Kannst du uns ein bisschen mehr davon erzählen, wie du dein Outfit gemacht hast?

Marple: Das ist an sich ganz einfach: Man nehme etwas Farbe und eine Schere, mehr braucht man im Prinzip nicht. Und dann das Ganze natürlich lange nicht waschen (lacht).

Backstage PRO: Seid ihr auf der Bühne ganz ihr selbst oder schlüpft ihr gewissermaßen in zum Konzept passende Rollen?

Marple: Nein, Rollen spielen wir nicht. Ich bin immer ich selbst – so, wie man mich auf der Bühne erlebt, bin ich im Prinzip den ganzen Tag. Ich denke jedoch, dass ich auch für die anderen sprechen und sagen kann, dass sich keiner von uns bei einem Auftritt verstellt.

"Unser Gitarrist föhnt sich Backstage gerne die Füße warm"

Backstage PRO: Gibt es bei einzelnen Bandmitgliedern von euch bestimmte “Macken”, wenn es ums Touren und Auftreten geht?

Marple: Oh, keine Ahnung. Man selbst ist sich seiner Macken ja häufig nicht so bewusst. Die einzige Macke von einem von uns – wenn man es denn überhaupt als solche bezeichnen kann – die mir spontan einfallen würde: Unser Gitarrist Häriän klagt einfach immer über kalte Füße (lacht).

Backstage PRO: Was war euer einprägsamstes Backstage-Erlebnis?

Marple: Ich fürchte, das darf ich hier nicht sagen, das fällt unter die Schweigepflicht (lacht). Da wir allerdings gerade beim Thema waren: Häriän föhnt sich auch ab und zu die Füße trocken bzw. warm. Das ist definitiv ein sehr einprägsames Erlebnis!

Backstage PRO: Vervollständige folgenden Satz: “Mit Backstage verbinde ich…”

Marple: … lange herumsitzen und warten.

Backstage PRO: Danke für das Gespräch!

Lords of Salem entern die Bühne des Zentrum Zinsholz.

Lords of Salem entern die Bühne des Zentrum Zinsholz., © Reinhard Goebels

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Artists

LORDS OF SALEM

Rock Metal Groove Gothic aus Stuttgart

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