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Ausgabe #11 2019: Back to the Roots

#Backstagestories: Mit Florian Franke im Ruby Coco Düsseldorf

Interview von Reinhard Goebels
veröffentlicht am 26.11.2019

backstage pro könig & meyer #backstagestories florian franke

#Backstagestories: Mit Florian Franke im Ruby Coco Düsseldorf

Klassische Aufgabenverteilung per Schere-Stein-Papier: Florian Franke und Jaqueline Rubino im Ruby Coco. © Reinhard Goebels

Backstage PRO und König & Meyer blicken hinter die Kulissen: Jeden Monat besuchen wir eine Band Backstage bei einer Show und berichten hautnah über ihren Live-Alltag. Diesmal besuchen wir Florian Franke in der Bar des Ruby Coco Hotels in Düsseldorf.

Viele Acts geben Show für Show alles, um ihr Publikum zu begeistern. Doch zum Alltag einer Band gehört deutlich mehr als die Zeit auf der Bühne. Wie bereiten sich die Musiker auf den Auftritt vor? Wie erleben sie den Abend abseits der Bühne? Welche Erfahrung haben sie Backstage bereits gemacht und was ist ihnen wichtig?

Gemeinsam mit König & Meyer versuchen wir, das alles und mehr herauszufinden. Für die #Backstagestories besuchen wir Bands vor ihrem Auftritt, blicken hinter die Bühne und lassen sie selbst zu Wort kommen. Weitere Bilder, Videos und Infos findet ihr bei König & Meyer auf Instagram sowie auf der #Backstagestories-Kampagnenseite!

Ihr wollt, dass wir euch vor der Show besuchen? Dann ladet uns unter folgendem Link ein: https://www.backstagepro.de/backstage-stories-2019

Unabhängig davon bietet euch König & Meyer die Chance auf ein Bandwochenende plus Equipment im Wert von 500 €. Was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr in unserem #Backstagestories Best-Of!

Ausgabe #11 2019: Mit Florian Franke im Ruby Coco Düsseldorf

Nur schwerlich wollen sich die mal nachdenklichen, mal gefühlvollen, mal beschwingten Songs von Florian Franke einem bestimmten Genre unterordnen lassen. Als "irgendwo zwischen Pop, Soul und Jazz" beschreibt er selbst seine Kompositionen, und in eben diesem Zwischenraum macht der Wuppertaler sein eigenes Ding.

Auch textlich bewegt sich Florian Franke gerne abseits allzu ausgetretener Pfade. Dabei ist dem Mulitinstrumentalisten, der zu Beginn seiner Karriere wie seine Vorbilder auf Englisch sang, das Vortragen eigener deutscher Texte erst einmal gar nicht so leicht gefallen: "Da wird man ja auf einmal vom Publikum verstanden", erzählt er später am Abend schmunzelnd auf der kleinen Bühne der voll besetzten Bar des Ruby Coco Hotels in Düsseldorf.

2017 veröffentlichte er sein Debütalbum "Stadtgeflüster", 2018 folgte "Mond". Derzeit arbeitet Florian gemeinsam mit seiner Band bereits am Album Nummer Drei. "Wir wollen eine Art Konzeptalbum machen, das wie eine Collage aufgebaut ist", erfahren wir von ihm. Stets begleitet von einem Kamerateam spiele die Band in Studios über ganz Deutschland verteilt das Material in Live-Sessions ein. "Wir wollen hinterher eine Art digitales Booklet haben, mit dem man nachverfolgen kann, wie die Sessions gelaufen sind."

Wird schon alles in den Aufzug passen. Irgendwie...

Wird schon alles in den Aufzug passen. Irgendwie..., © Reinhard Goebels

Das Mädchen für alles

Mit seiner ganzen Band ist Florian heute nicht angereist; bei der intimen Show in der Hotelbar, die im Rahmen der Konzertreihe "stadtklang" stattfindet, wird er nur von Sängerin Jaqueline Rubino begleitet. Sie ist nicht nur Mitglied seiner Band, sondern gleichzeitig auch zuständig fürs Management, die Fahrt zur Location, Merch, Pressearbeit, Booking... und eigentlich auch sonst so ziemlich alles.

Zeit zum Schlafen hatte sie dennoch gestern Nacht, versichert sie uns. "Einmal im Jahr darf sie schlafen", pflichtet Florian bei, und anlässlich unseres Besuchs sei es nun so weit gewesen. "Ich habe gesagt: Das geht nicht, wenn du da wieder mit Augenringen kommst", witzelt er und räumt ihr großzügig gleich noch zehn Minuten Power-Napping vor der Show ein.

Das Auto – ein mobiler Lagerraum

Früher am Tag treffen wir Florian und Jaqueline bei der Ankunft im Hinterhof des Hotels, wo die beiden zunächst das Equipment aus Jaquelines Auto laden. Heute habe sie dieses extra aufgeräumt, erzählt sie uns. Ansonsten finde man darin im Prinzip alles – Ob Equipment, Klamotten, Lampen oder was man sonst noch so irgendwann mal brauchen könnte.

Florian freut sich über einen Tripod für Smartphones, den er beim Ausladen just im Fußraum entdeckt. Anschließend wird es kuschelig, denn das Equipment – inklusive Lampen, versteht sich – wird mitsamt Jaqueline und Florian im Aufzug nach oben ins Ruby Coco transportiert. Mit schelmischem Lächeln packt Florian beim Aufbau sein Gewirr aus Kabeln aus, die er alle zusammen in seinen Rucksack gepackt hat. So manch ein Musiker bekomme bei diesem Anblick die Krise, gesteht er uns.

Physik vs. Musik – 0:1

Auch wenn heutzutage meist größere Bühnen auf dem Programm von Florian und seiner Band stehen, sind Hotelbars für ihn kein unbekanntes Metier: "Nach dem Abi hatte ich die Möglichkeit, gleich in Hotelbars und Lounges Jazz zu spielen und damit Kohle zu verdienen. Ich hab mich dann in Physik eingeschrieben, aber eigentlich nachts in Hotelbars gespielt, Jazz-Standards gezockt und betrunkenen Briten "Piano Man" dargeboten", erzählt er lächelnd. Aus Physik wurde daher irgendwann ein Musikstudium an der Popakademie in Mannheim, aus "Piano Man" eigene Songs.

Die von Jaqueline mitgebrachten Lampen kommen natürlich heute auch zum Einsatz.

Die von Jaqueline mitgebrachten Lampen kommen natürlich heute auch zum Einsatz., © Reinhard Goebels

Im Ruby Coco tritt Florian heute zum ersten Mal auf. "Sehr gemütlich", findet er, und ist gespannt auf die Show, "Man sitzt mitten im Publikum. Ich glaube das wird eine krasse Atmosphäre." Daher entschließt er sich nach dem Aufbau auch spontan, eines seiner Keyboards gleich wieder abzubauen. Eine "Keyboard-Burg", über die man hinwegspielen müsse, würde nur den engeren Kontakt zum Publikum verhindern, das direkt vor der kleinen Bühne sitzt, findet Florian.

Eine Verbindung zum Publikum wird er heute Abend auch durch die vielen amüsanten persönlichen Anekdoten herstellen, die er zwischen seinen Songs immer wieder zum Besten gibt. Im großen Backstage-Interview sprechen wir mit Florian derweil ausführlicher über Unterschiede zwischen Solo- und Bandshows, seinen Live-Alltag, Vorbereitungen für eine Show und sein verrrücktestes Backstage-Erlebnis.

"Jede Formation hat ihre Reize"

Backstage PRO: Inwiefern unterscheidet sich die Erfahrung für dich, solo, als Duo oder mit der gesamten Band aufzutreten?

Florian: Ein Solokonzert ist erfahrungsgemäß immer etwas intimer, weil man, wie gesagt, das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Es ist leiser, man kann die Stimmung des Pubikums mehr einsaugen und hat musikalisch andere Freiheiten. Bandkonzerte entfachen im Vergleich mehr Druck. Es macht unfassbar Spaß miteinander zu spielen und man schafft andere Impulse. Im Zusammenspiel kommt man oft einfach auf andere Ideen.

Backstage PRO: Welche unterschiedlichen Herausforderungen gibt es bei den verschiedenen Formationen?

Florian: Jede Formation hat auf jeden Fall ihre Reize. Mit Band ist man etwas freier und nicht so an's eigene Instrument gebunden und kann daher mehr mit dem Publikum agieren. Die Herausforderungen fangen bei uns schon bei den Terminabsprachen an. Alleine geht das sehr schnell, aber fünf Berufsmusiker unter einen Hut zu bekommen ist nicht ganz so einfach. Bei so einer großen Band brauchen wir auch direkt mehr Technik und bringen zu allen Shows unseren FOH mit. Bei Solokonzerten ist das schon etwas anders. Da stelle ich meine eigene Anlage hin, hab das Mischpult neben mir stehen und kann mich selbst regeln.

Im improvisierten Backstage-Bereich gehen Florian und Jaqueline noch einmal die Setlist durch – die Florian auf der Bühne spontan wieder etwas umstellen wird.

Im improvisierten Backstage-Bereich gehen Florian und Jaqueline noch einmal die Setlist durch – die Florian auf der Bühne spontan wieder etwas umstellen wird., © Reinhard Goebels

"Obwohl ich keinen Führerschein habe, bin ich immer angekommen"

Backstage PRO: Wie organisiert du bei deinen Solo-Shows in der Regel den Transport deines Equipments und was hast du dabei im Gepäck?

Florian: Bis jetzt hat sich das alles Gott sei Dank immer gefügt, obwohl ich keinen Führerschein hab', bin ich immer angekommen. Ich hab das Glück, dass mich fast immer jemand fährt. In den seltenen Fällen, in denen das nicht klappt, fahre ich auch schon mal mit dem Fahrrad zu den Konzerten. Dann hat aber vorher schon jemand mein Zeugs abgeliefert. Dabei habe ich meine zwei Keyboards, meine Gitarre, mein Mikro, mein Vocal-Effektgerät und natürlich mein Merch.

Backstage PRO: Abgesehen von deinem Equipment: Was darf auf Tour auf keinen Fall fehlen?

Florian: Tatsächlich war es bis jetzt so, dass alle Touren, die ich gemacht habe, sehr unterschiedlich waren. Wir hatten eine Solotour durch Deutschland, eine Bandtour durch die Schweiz und alle hatten eine andere Herausforderung. Man sollte auf jeden Fall genügend Sachen mitnehmen, um alle bei Laune zu halten. Gutes Essen, warme Kleidung, eine vernünftige Unterkunft und Gelo Revoice.

"Auf einer Bühne zu stehen, auf der bereits Ray Charles und Stevie Wonder standen, war bisher mein Highlight"

Backstage PRO: Du trittst in vielen unterschiedlichen Locations auf, darunter Clubs, Hotelbars, Theater oder auch mal in einer Kirche. Wo spielst du denn am liebsten und warum?

Florian: Montreux (Anm. d. Red.: im Auditorium Stravinski), war für mich bisher das absolute Highlight. Auf einer Bühne zu stehen, auf der vorher auch Ray Charles und Stevie Wonder gestanden haben, kann man so schnell nicht toppen.

Dennoch mag ich auch kleine Konzerte und kleine Locations, bei denen man das Gefühl hat, direkt mit im Publikum zu sitzen. Dabei ist es egal, um was für eine Location es sich handelt. Generell ist es spannend, dass jeder Song in unterschiedlichen Locations ganz anders klingt, einen Favoriten habe ich daher nicht.

Backstage PRO: Wie bereitest du dich Backstage auf eine Show vor? Hast du eine feste Warm-up-Routine?

Florian: Eine feste Routine habe ich nicht. Ich spiele mich sehr gerne lange ein, damit ich ein Gefühl für den Raum habe und mich an's Monitoring gewöhnen kann. Ansonsten gehe ich konzentriert das Set durch, überlege, was ich auf der Bühne erzählen möchte. Essen gibt's bei mir erst nach dem Konzert.

"Tausende Mädels haben Backstage versucht, wegen Justin Bieber das Studio zu stürmen"

Backstage PRO: Was war dein einprägsamstes Backstage-Erlebnis?

Florian: Ich hab Backstage mal Justin Bieber getroffen und erlebt, wie draußen mehrere tausend Mädels versucht haben, das Studio zu stürmen. So einen Rummel um eine Person habe ich noch nie erlebt und kann mir nicht vorstellen wie es ist, überall auf der Welt auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden. Da wird einem das erste Mal bewusst, dass es nicht nur Vorteile hat, berühmt zu sein.

Backstage PRO: Du warst auch schon häufiger in Fernsehproduktionen als Pianist zu sehen, etwa bei Auftritten bei Schlag den Raab und im ZDF-Fernsehgarten. Spürst du noch etwas wie Lampenfieber vor großen Produktionen?

Florian: Auf jeden Fall, und ich hoffe auch, dass das noch lange der Fall sein wird. Ich finde, dass der Nervenkitzel vor einer spannenden Show dazu gehört und ein ganz tolles Gefühl ist. Das spornt mich an und macht's für mich aus.

Backstage PRO: Danke für das Gespräch!

Ihr wollt eure Stories auch mit uns teilen? So geht ihr vor!

Steht bei euch der ein oder andere coole Gig an? Dann checkt jetzt, ob ihr euer Bandprofil bei Backstage PRO mit euren neusten Bandinfos, Fotos und Songs versehen und natürlich eure bevorstehenden Gigs eingetragen habt. Alles auf dem neusten Stand? Dann könnt ihr uns ganz einfach hier zu euren Shows einladen. Unter allen teilnehmenden Bands wählen wir jeden Monat eine für ein Feature aus. Seid dabei!

Das Publikum im Ruby Coco lauscht gebannt Florians Performance.

Das Publikum im Ruby Coco lauscht gebannt Florians Performance., © Jaqueline Rubino

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König & Meyer

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Artists

Florian Franke & Band

Pop mit Einflüssen aus Soul & Jazz, aus Wuppertal

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