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Kampf um echte Reichweite

Brasilianisches Gericht geht gegen Streaming-Betrug vor und schließt Plattform für Fake-Streams

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 14.04.2026

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Brasilianisches Gericht geht gegen Streaming-Betrug vor und schließt Plattform für Fake-Streams

© Sora Shimazaki via pexels.com

Erneut hat ein Brasilianisches Gericht ein deutliches Zeichen gegen Streaming-Manipulation gesetzt. Im Fokus stand die Plattform "Boom de Seguidores“, die gegen Bezahlung künstliche Streams, Likes und Follower für gängige Streaming- und Social-Media-Dienste angeboten hatte. Nach der aktuellen Entscheidung muss der Dienst seinen Betrieb einstellen, zugehörige Domains wurden gesperrt.

Die zuständigen Richter bewerteten das Geschäftsmodell von "Boom de Seguidores" als unzulässig, das sich der Praxis widmet, Abrufzahlen künstlich zu erhöhen. Auf diese Weise sollen Einnahmen aus Streaming-Ausschüttungen generiert oder die Sichtbarkeit von Inhalten gesteigert werden. Solche Manipulationen greifen jedoch direkt in die Verteilung von Erlösen ein, da sie Mittel von legitimen Künstlerinnen und Künstlern abziehen.

Das Angebot von Boom de Seguidores führe Nutzer laut den Richtern in die Irre und würde den Wettbewerb verzerren. Damit bestätigte das Gericht vorherige Entscheidungen, die ähnliche Dienste bereits untersagt hatten.

Vorgehen gegen systematischen Betrug

Das Verfahren rund um die Plattform ist Teil einer umfassenderen Initiative brasilianischer Behörden und Branchenvertreter, die unter dem Namen "Operation Authentica" läuft und deren Ziel es ist, organisierte Anbieter von Streaming-Betrug zu identifizieren und rechtlich zu verfolgen. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Plattformen geschlossen, die vergleichbare Dienstleistungen angeboten hatten.

Unterstützung durch die Musikindustrie

Der internationale Branchenverband IFPI begrüßte das Urteil ausdrücklich. Aus Sicht der Organisation handelt es sich bei Streaming-Betrug um ein strukturelles Problem, das das Vertrauen in digitale Musikmärkte untergräbt. Entsprechend wird die Entscheidung als wichtiger Schritt bewertet, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern.

Einige Streaming-Dienste setzen zunehmend auf automatisierte Analysesysteme, um Manipulation zu erkennen. So nutzt etwa Deezer eigene Erkennungstools, die auffällige Nutzungsmuster wie ungewöhnlich hohe Abrufzahlen oder identische Hörverläufe analysieren. Streams, die als künstlich eingestuft werden, fließen dort nicht in die Vergütung ein. Auch Spotify und YouTube setzen auf vergleichbare Verfahren, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren.

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