KI-Songs auf echtem Profil
Fall Murphy Campbell: Fake-Uploads Dritter bringen Indie-Musikerin in Schwierigkeiten
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© Milad Fakurian via Unlsplash
Im Januar 2026 stellte die Musikerin fest, dass auf ihrem Spotify-Profil Songs gelistet waren, die sie nie hochgeladen hatte. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei diesen um KI-erstellte Aufnahmen von Songs, die auf bereits von ihr veröffentlichtem Material basieren und ihre Stimme imitieren.
In einem Interview mit Verge zeigte sich Campbell entsetzt darüber, dass keine Schutzmechanismen gegriffen hätten:
"Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass wir etwas mehr Kontrollen hätten, bevor jemand so etwas einfach tun kann. Aber, na ja, daraus habe ich meine Lektion gelernt."
Mehr Kontrolle möglich
Nachdem Spotify in den vergangenen Monaten vermehrt damit zu tun hatte, dass KI-generierte Songs ohne das Wissen von Künstler*innen, auf deren Künstlerprofilen erschienen waren, hat der Streamingdienst kürzlich damit begonnen, ein “Artist Profile Protection”-Feature in seiner Beta-Version zu implementieren.
Künstler*innen sollen damit zukünftig die Möglichkeit haben, neue Uploads vor der Veröffentlichung zu prüfen und diese freizugeben oder abzulehnen. Auf diese Art sollen ähnliche Situationen in Zukunft vermieden werden.
Nur der Anfang
Neben den unautorisierten Uploads auf Spotify sah sich Campbell jedoch noch mit einem weiteren Problem konfrontiert.
Auf YouTube hatte die Musikerin mehrere Videos mit Originalaufnahmen von sich veröffentlicht, die Dritte nutzten, um mit Hilfe von KI neue Versionen mit ihrer geklonten Stimme zu erzeugen und über einen separaten Account mit dem Namen “Murphy Rider” zu veröffentlichen.
Die entsprechenden Inhalte wurden dabei über den Distributor Vydia in das Content-ID-System von YouTube eingespeist. Dadurch, dass Campbells Songs zu großen Teilen auf gemeinfreien Folk-Songs basieren, hatte das System Schwierigkeiten, die urheberrechtlich geschützten Aufnahmen korrekt einzuordnen.
Die Grenzen automatisierter Erkennung
Die KI-generierten Aufnahmen wurden dabei vom System als Originale behandelt, während Campbells tatsächliche Videos als Urheberrechtsverletzungen eingestuft wurden. Die Unterscheidung zwischen den zugrundeliegenden gemeinfreien Songs und den urheberrechtlich geschützten Aufnahmen von Campbell konnte das System nicht korrekt treffen.
Vydia beschuldigte daraufhin Murphy Campbell selbst der Urheberrechtsverletzung und sorgte dafür, dass ihre originalen Videos auf YouTube demonetarisiert wurden. Nach heftiger Kritik hat Vydia die Vorwürfe gegen Campbell inzwischen zurückgezogen und die verantwortliche Partei von ihrer Plattform verbannt.
Der Vorfall zeigt aber, dass selbst nicht so bekannte Künstlerinnen und Künstler schnell in die Mühlen von KI-Betrüger geraten können. Auch kleinere Acts sollten daher die Möglichkeiten zum Schutz ihrer Profile nutzen, sobald sie verfügbar sind.
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