Millionenschaden durch Bot-Streams
Erstes Verfahren in den USA: Angeklagter gesteht KI-gestützten Streaming-Betrug
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© Bonnie Kittle via unsplash.com
Im Verfahren "United States v. Michael Smith" hat der Angeklagte gestanden, ein über Jahre laufendes System zur Generierung unrechtmäßiger Streaming-Einnahmen betrieben zu haben. Laut Berichten, unter anderem von Digital Music News, soll dabei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.
Manipulierte Streams
Kern des Modells war das Abspielen von KI-generierten Songs in Kombination mit mehr als 1.000 automatisierten Accounts, die diese Inhalte in großem Umfang abspielten.
Dadurch wurden systematisch Lizenzzahlungen ausgelöst, obwohl keine reale Nutzung im klassischen Sinne vorlag. Die "KI-Musik" wurde u.a. auf die Plattformen Apple Music, Spotify, Amazon Music, and YouTube Music hochgeladen.
Strafmaß und Konsequenzen
Im Rahmen seines Schuldbekenntnisses hat sich der Angeklagte verpflichtet, rund 8,09 Millionen US-Dollar zurückzuzahlen. Zudem beantragte die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren auf Bewährung und eine Geldstrafe von 250.000 Euro. Die endgültige Strafzumessung steht noch aus.
Im Zentrum des Verfahrens stand die juristische Frage, ob die Manipulation algorithmischer Systeme als Betrug gewertet werden kann. Nach Ansicht der Anklage enstand ein Vermögensschaden, da Plattformen auf Grundlage verfälschter Nutzungsdaten Ausschüttungen vergenommen hatten.
Mit dieser Sichtweise setzte sich die Staatsanwaltschaft durch. US-Staatsanwalt Jay Clayton zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden:
"Michael Smith hat mithilfe Künstlicher Intelligenz tausende gefälschter Songs generiert und diese dann milliardenfach gestreamt. Auch wenn die Songs und die Hörer gefälscht waren, waren die Millionen Dollar, die Smith gestohlen hat, echt. Millionen Dollar an Tantiemen, die Smith echten, berechtigten Künstlern und Rechteinhabern vorenthalten hat. Smiths dreiste Machenschaften sind vorbei, da er wegen seines KI-gestützten Betrugs wegen eines Verbrechens verurteilt wurde."
Auswirkungen auf die Musikindustrie
Der Fall könnte richtungsweisend für den Umgang mit KI-generierten Inhalten im Streaming-Markt sein. Streaming-Betrug ist und bleibt ein großes Problem für die Musikindustrie, da er hohe Summen von echten Künstlern und Rechteinhabern entfremdet.
Im Fall von Michael Smith stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass der Betrug lange unentdeckt blieb, obwohl er auf verschiedenen Plattformen jahrelang anhielt. Der Druck auf Plattformbetreiber, ihre Kontrollmechanismen zu verschärfen, dürfte daher steigen.
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