×

Millionenschaden durch Bot-Streams

Erstes Verfahren in den USA: Angeklagter gesteht KI-gestützten Streaming-Betrug

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 20.03.2026

musikbusiness künstliche intelligenz streaming

Erstes Verfahren in den USA: Angeklagter gesteht KI-gestützten Streaming-Betrug

© Bonnie Kittle via unsplash.com

Im ersten US-Strafverfahren wegen Streamingbetrug hat der Angeklagte Michael Smith ein Geständnis abgelegt. Er hat mithilfe von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Bots über Jahre hinweg Millionenbeträge von Musikstreaming-Diensten abgeschöpft.

Im Verfahren "United States v. Michael Smith" hat der Angeklagte gestanden, ein über Jahre laufendes System zur Generierung unrechtmäßiger Streaming-Einnahmen betrieben zu haben. Laut Berichten, unter anderem von Digital Music News, soll dabei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.

Manipulierte Streams

Kern des Modells war das Abspielen von KI-generierten Songs in Kombination mit mehr als 1.000 automatisierten Accounts, die diese Inhalte in großem Umfang abspielten.

Dadurch wurden systematisch Lizenzzahlungen ausgelöst, obwohl keine reale Nutzung im klassischen Sinne vorlag. Die "KI-Musik" wurde u.a. auf die Plattformen Apple Music, Spotify, Amazon Music, and YouTube Music hochgeladen.

Strafmaß und Konsequenzen

Im Rahmen seines Schuldbekenntnisses hat sich der Angeklagte verpflichtet, rund 8,09 Millionen US-Dollar zurückzuzahlen. Zudem beantragte die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren auf Bewährung und eine Geldstrafe von 250.000 Euro. Die endgültige Strafzumessung steht noch aus.

Im Zentrum des Verfahrens stand die juristische Frage, ob die Manipulation algorithmischer Systeme als Betrug gewertet werden kann. Nach Ansicht der Anklage enstand ein Vermögensschaden, da Plattformen auf Grundlage verfälschter Nutzungsdaten Ausschüttungen vergenommen hatten.

Mit dieser Sichtweise setzte sich die Staatsanwaltschaft durch. US-Staatsanwalt Jay Clayton zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden:

"Michael Smith hat mithilfe Künstlicher Intelligenz tausende gefälschter Songs generiert und diese dann milliardenfach gestreamt. Auch wenn die Songs und die Hörer gefälscht waren, waren die Millionen Dollar, die Smith gestohlen hat, echt. Millionen Dollar an Tantiemen, die Smith echten, berechtigten Künstlern und Rechteinhabern vorenthalten hat. Smiths dreiste Machenschaften sind vorbei, da er wegen seines KI-gestützten Betrugs wegen eines Verbrechens verurteilt wurde."

Auswirkungen auf die Musikindustrie

Der Fall könnte richtungsweisend für den Umgang mit KI-generierten Inhalten im Streaming-Markt sein. Streaming-Betrug ist und bleibt ein großes Problem für die Musikindustrie, da er hohe Summen von echten Künstlern und Rechteinhabern entfremdet.

Im Fall von Michael Smith stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass der Betrug lange unentdeckt blieb, obwohl er auf verschiedenen Plattformen jahrelang anhielt. Der Druck auf Plattformbetreiber, ihre Kontrollmechanismen zu verschärfen, dürfte daher steigen.

Ähnliche Themen

"Kein echter Schaden": KI-Streaming-Betrüger Michael Smith beantragt Bewährungsstrafe

Prozess geht in die letzte Phase

"Kein echter Schaden": KI-Streaming-Betrüger Michael Smith beantragt Bewährungsstrafe

veröffentlicht am 29.09.2026

Spotify will Fehlzuordnungen von KI-Musik mit Artist Profile Protection Feature verhindern

Schutz der Künstlerprofile

Spotify will Fehlzuordnungen von KI-Musik mit Artist Profile Protection Feature verhindern

veröffentlicht am 26.03.2026

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!