Das Urteil ist gefallen
US-Präzedenzfall: KI-Streaming-Betrüger Michael Smith zu 18 Monaten Haft verurteilt
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© Katrin Bolovtsova via pexels.com
Smith hatte zwischen 2014 und 2017 mithilfe tausender Fake-Accounts und KI-generierter Songs auf Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon Music und YouTube Music Milliarden von Streams erzeugt und dadurch mehr als 8 Millionen US-Dollar an Tantiemen eingenommen. Es ist das erste Verurteilung wegen KI-gestützten Streaming-Betrugs.
Strafmaß und Einziehung
Richter Koeltl verurteilte Smith zu 18 Monaten Haft, gefolgt von zwei Jahren Bewährung. Zudem ordnete er die schon vorher zwischen den Parteien vereinbarte Einziehung von rund 8,1 Millionen US-Dollar an.
Das Strafmaß liegt deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die mindestens 46 Monate Haft verlangt hatte. Das Bewährungsamt hatte 24 Monate empfohlen, während Smiths Anwälte eine Bewährungsstrafe ohne Haft gefordert hatten.
Reaktionen auf das Urteil
US-Staatsanwalt Jamie McDonald begrüßt das Urteil:
"Indem er Musik-Streaming-Plattformen anstelle von Verbrauchern mit automatisierten Bots und anstelle von Kreativität mit gefälschten Songs überschwemmte, beraubte Smith echte Künstler und ihre Fans um Tantiemen in Millionenhöhe."
Die Recording Industry Association of America (RIAA) sieht darin einen erheblichen Schaden für die Musikbranche. Das Urteil erkenne damit nicht nur die Tragweite des Betrugs, sondern auch die daraus erzielten unrechtmäßigen Gewinne an, die letztlich "aus den Taschen echter Künstler, Songwriter und ihrer Label-Partner" stammten.
Für Michael Lewan, Geschäftsführer der Music Fights Fraud Alliance (MFFA), geht die Bedeutung des Falls über die Bestrafung eines Einzelnen hinaus. Zwar sei Smith strafrechtlich verfolgt, verurteilt und bestraft worden. Nun müsse die Branche gemeinsam mit der Justiz und der Politik weitergehende Konsequenzen ziehen, um wirksame Abschreckung zu erzielen.
Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) erklärt, dieses Ergebnis sende eine klare Botschaft: Streaming-Betrug sei ein Verbrechen und habe Konsequenzen. Dabei plädiert sie dafür, betrügerische Aktivitäten auch zu verhindern, zu erkennen und zu unterbinden:
"Genau das tut die weltweite Musikbranche gemeinsam im Rahmen der 'Streaming Integrity Initiative', die Künstler, Rechteinhaber und Fans schützt und das Vertrauen in das Streaming stärkt."
Wie geht es weiter?
Der Fall Michael Smith gilt als Präzedenzfall für den Umgang der US-Justiz mit KI-gestützten Streaming-Betrug. Die Entscheidung könnte Signalwirkung für künftige Verfahren haben, da es sich um das erste Gerichtsverfahren in diesem Bereich handelt.
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