Branchenverbände einigen sich auf zwei Labels
Musikindustrie will Kennzeichnung für KI-Musik einführen
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© Numan Ali via Unsplash
Die Initiative wird neben RIAA und IFPI unter anderem von der Recording Academy, SAG-AFTRA, der Human Artistry Campaign sowie mehreren Verbänden unabhängiger Musikunternehmen unterstützt.
Ziel ist es, die Kennzeichnungen auf Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music zu etablieren und Hörern mehr Transparenz über den Einsatz von KI bei Musikproduktionen zu bieten.
KI-generiert oder KI-unterstützt
Ein Song wird als KI-generiert gekennzeichnet, wenn beispielsweise Gesang, zentrale Instrumentenparts oder sogar die gesamte Musik durch generative KI erstellt wurden.
Dafür muss nicht die gesamte Produktion automatisch von einer KI stammen: Die Kennzeichnung KI-unterstützt ist für Musik vorgesehen, die "im Wesentlichen von Menschen erstellt wurde und Ausdruck menschlicher Kreativität ist, dass aber für einige Ausdruckselemente generative KI verwendet wurde." Der Gesang und die Hauptinstrumente sollen von Menschen eingespielt sein.
Kennzeichnung der KI-Songs
Die neuen Hinweise sollen ähnlich wie der bereits aus den USA bekannte "Explicit Content"-Vermerk direkt an einem Titel angezeigt werden. Vorgesehen sind zwei unterschiedlich gestaltete Symbole, die nach vollständig KI-generierter Musik und KI-unterstützten Produktionen unterscheiden. Die Angaben sollen zunächst freiwillig von Künstlern, Labels und Distributoren erfolgen.
Die Streaming-Dienste selbst signalisierten Interesse an einem einheitlichen Standard, haben die Einführung der beiden Labels bislang jedoch nicht verbindlich zugesagt. Laut eines Bericht des Wall Street Journals erklärte deren Vertretung, die Digital Media Association (DiMA), sie werde die Maßnahme beobachten. Zugleich signalisierte sie Interesse an einer genaueren Kennzeichnung von KI-Musik.
Aktuell bezieht sich die Kennzeichnung ausschließlich auf die musikalische Produktion selbst, Songtexte, Kompositionen, Coverfotos oder Musikvideos werden von diesem System nicht erfasst. Dadurch könnten Songs, deren Text oder Melodie vollständig von einer KI erstellt wurden, weiterhin ohne Hinweis veröffentlicht werden, solange Gesang und Instrumente von Menschen aufgenommen wurden.
Die beteiligten Verbände kündigten an, das System künftig an neue technische Entwicklungen und veränderte Anforderungen anzupassen. BVMI-Vorstandsvorsitzende Dr. Florian Drücke erklärt:
"Dieser gemeinsame Aufschlag unterstreicht einmal mehr unseren Willen, als Branche voranzugehen in einem herausfordernden, von generativer KI geprägten kreativen und wirtschaftlichen Umfeld“. Die neuen Kennzeichnungen auf der Ebene des einzelnen Tracks sind ein weiteres Element, das vor allem den Fans eine Orientierung ermöglicht, von denen sich mit 83 Prozent die große Mehrheit an dieser Stelle Klarheit und Transparenz wünschen."
Wie Streaming Plattformen bislang mit KI umgehen
Streaming Dienste arbeiten bereits an verschiedenen Ansätzen im Umgang mit KI-Musik. Spotify und Apple Music setzen darauf, dass Künstler:innen selbst in den Song-Credits darauf hinweisen.
Deezer hingegen erkennt KI-generierte Musik automatisiert und kennzeichnet sie direkt auf der Plattform. Nach Angaben des Unternehmens sind bereits 44 Prozent aller neuen Uploads vollständig KI-generiert. Auch TIDAL und Qobuz haben angekündigt, vollständig KI-generierte Musik zu kennzeichnen und verstärkt gegen Manipulationen sowie Identitätsmissbrauch vorzugehen.
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