"Geräusche ohne Seele"
Streaming-Dienst Qobuz kündigt neue Maßnahmen gegen KI-Musik an
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© Pavel Danilyuk
Nachdem Deezer Aanfang 2025 bekannt gegeben hat, zukünftig KI-generierte Tracks als solche zu kennzeichnen, zieht Qobuz nun nach. In einem offiziellen Statement bekennt sich der Streaming-Dienst zu seinem Versprechen, die Authentizität von Musik zu wahren.
KI dürfe nur als Hilfsmittel dienen und nicht zu viel in den Entstehungsprozess der Kunst eingreifen. Tatsächlich nehme die Musikherstellung durch KI-Tools überhand:
"KI-Tools können anhand einfacher Eingaben innerhalb weniger Minuten Hunderte von Tracks generieren. Was früher Experimentierfreudigkeit, Risikobereitschaft, Kreativität und menschliche Absicht erforderte, ganz zu schweigen von jahrelanger Ausbildung und Übung, wird heute in Sekundenschnelle simuliert. Wenn Musik in einem solchen Ausmaß von Maschinen erzeugt wird, wird sie zu Klang ohne Kontext, zu Geräuschen ohne Seele."
Menschenorientierter Ansatz
Das Wachstum von KI-generierter Musik könne verheerende Folgen für Künstler, Konsumenten und die gesamte Musikindustrie mit sich bringen, so Qobuz. Ihrer Darstellung nach werden jeden Tag bis zu 50.000 vollständig KI-generierte Uploads auf die Plattform hochgeladen, was ungefähr einem Drittel aller Uploads entspricht.
In diesem Musikgewirr drohten insbesondere reale kleinere Artists verloren zu gehen, weil sie von generischen KI-Tracks an den Rand gedrängt oder unsichtbar gemacht werden.
Die neuen Regelungen des Streamingdienstes sollen dafür sorgen, dass auf der Plattform zukünftig von KI generierte Songs identifiziert, kennbar gemacht und überwacht werden, damit Nutzer diese nicht mehr unbewusst hören.
Die Erstellung von Empfehlungs-Playlists oder die Hervorhebung bestimmter Alben wird bei Qobuz nur von Menschen redaktionell erledigt, um zu verhindern, dass KI-Musik in diesen Empfehlungen vorkommt. Qobuz erklärt:
"Unser Ziel ist es, den Zugang der Hörer zu menschengemachter Musik und zu den Künstlern, die sie schaffen, zu schützen. Indem wir menschliche Kuration gegenüber Algorithmen, die darauf ausgelegt sind, Inhalte in großem Umfang zu generieren, priorisieren und KI-Inhalte so weit wie möglich herausfiltern, gewinnen Kunst, Kreativität und menschliche Verbindungen die Oberhand."
Strengere Kontrollen
KI-Tracks werden oft genutzt, um Daten zu verfälschen und Profit zu schlagen. Mit dem neuen System will Qobuz dies in Zukunft durch verschärfte Überwachung verhindern.
Zusätzlich zu der strengeren Kontrolle will Qobuz verbieten, dass KI-Modelle von ihnen gesammelte Nutzerdaten zum Training ihrer Software verwenden.
In ihrer "AI Charter" geht Qobuz genauer auf ihre Ziele und Beweggründe hinter den KI-Maßnahmen ein.
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