Über 75 Millionen Songs von Plattform gelöscht
75 Millionen Songs gelöscht: Spotify verschärft Vorgehen gegen KI-Spam und Stimmen-Imitationen
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© Pew Nguyen via pexels.com
Mit entsprechenden Tools lassen sich in kurzer Zeit große Mengen an KI generierten Songs erstellen. Für Streamingplattformen wird es dadurch schwieriger, zwischen regulären Veröffentlichungen und massenhaft produzierten KI-Inhalten zu unterscheiden.
Spotify hat deshalb seine Maßnahmen gegen Musik-Spam ausgeweitet. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 75 Millionen problematische Tracks entfernt. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um KI-generierte Songs. Spotify geht unter anderem gegen massenhafte Uploads, mehrfach veröffentlichte Titel und den Missbrauch besonders kurzer Tracks vor. Auch Methoden zur künstlichen Steigerung der Sichtbarkeit von Inhalten sollen erkannt werden.
Neues Filtersystem gegen Spam
Spotify will die entsprechenden Inhalte künftig mithilfe eines neuen Filtersystems erkennen. Verdächtige Songs sollen markiert und von den Empfehlungen der Plattform ausgeschlossen werden. Das System soll schrittweise eingeführt und laufend angepasst werden, da sich auch die Methoden verändern, mit denen Anbieter versuchen, die Regeln der Plattform zu umgehen.
Hintergrund sind auch finanzielle Interessen. Die zunehmende Menge an veröffentlichten Inhalten kann das System der Streamingvergütung beeinflussen. Werden große Mengen von Spam oder künstlich erzeugten Songs gestreamt, könnten dadurch Einnahmen abgeschöpft werden, die ansonsten an Musikschaffende und Labels fließen würden.
Schutz vor Stimmen-Imitationen
Spotify verschärft außerdem seine Regeln für die Nachahmung von Stimmen, die von KI-Anwendungen inzwischen sehr realistisch imitiert werden können. Der Streamingdienst will deshalb verhindern, dass die Stimme einer Künstlerin oder eines Künstlers ohne dessen Zustimmung in einem Song verwendet wird.
Erlaubt bleiben soll dagegen die Nutzung einer Stimme, wenn die betroffene Person dieser ausdrücklich zugestimmt hat. Spotify will zudem stärker gegen Fälle vorgehen, in denen Musik, unabhängig davon, ob sie mit KI erstellt wurde, ohne Zustimmung auf dem Profil anderer Kunstschaffender veröffentlicht wird.
KI-Einsatz in Credits
Spotify arbeitet außerdem an einer transparenteren Darstellung des KI-Einsatzes bei der Musikproduktion. Statt Songs pauschal als KI-generiert oder nicht KI-generiert einzuordnen, können Kunstschaffende und Rechteinhaber*innen angeben, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz verwendet wurde, etwa bei Gesang, Songtexten oder der Produktion.
Die entsprechenden Informationen werden über Labels, Musikvertriebe und andere Partner an Spotify übermittelt und in den Song-Credits angezeigt. Eine solche Funktion ist bereits verfügbar und ermöglicht es Kunstschaffenden den Einsatz von KI bei ihren Songs offenzulegen. Die Angaben sind freiwillig und setzen voraus, dass der jeweilige Vertrieb die Funktion unterstützt.
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