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Menschliche Kunst soll an erster Stelle stehen

Gegen KI-Schrott: Spotify schließt 50 Millionen Tracks aus Empfehlungen aus

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 21.10.2026

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Gegen KI-Schrott: Spotify schließt 50 Millionen Tracks aus Empfehlungen aus

© Abdulkadir Emiroğlu

Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen als Spam oder minderwertig eingestufte Tracks aus seinen Musikempfehlungen ausgeschlossen. Der Streamingdienst erläutert außerdem seine Maßnahmen gegen KI-generierte Masseninhalte und verteidigt die umstrittene 1.000-Streams-Grenze.

Ein Jahr nach der Ankündigung verschärfter Maßnahmen gegen Spam und den Missbrauch generativer KI zieht Spotify eine Zwischenbilanz. Nach Angaben des Unternehmens wurde vor einigen Monaten festgestellt, dass ein großer Teil der von Nutzern übersprungenen, ignorierten oder als uninteressant markierten Musik aus sogenannten Slop- oder Spam-Inhalten bestand.

Als Slop werden massenhaft produzierte, als minderwertig eingestufte Inhalte bezeichnet, bei deren Erstellung häufig generative KI zum Einsatz kommt. Spam umfasst darüber hinaus Veröffentlichungen, die beispielsweise auf die Manipulation von Empfehlungen oder Streaming-Einnahmen abzielen.

Daraufhin passte Spotify sein Empfehlungssystem an, um nach eigenen Worten wieder stärker Musik von menschlichen Künstlern in den Vordergrund zu rücken.

Seitdem hat die Plattform nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Tracks aus ihren Empfehlungen ausgeschlossen. Bereits zuvor hatte Spotify mitgeteilt, mehr als 75 Millionen Spam-Tracks vollständig von der Plattform entfernt zu haben. Die beiden Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Maßnahmen und sind daher nicht ohne Weiteres addierbar.

Wie Spotify Spam und KI-Inhalte erkennt

Nach eigenen Angaben setzt Spotify auf ein mehrstufiges Erkennungssystem, das Nutzerfeedback, Upload-Muster, Metadaten und Informationen verschiedener externer KI-Erkennungstools auswertet. Welche konkreten Programme dabei zum Einsatz kommen, lässt das Unternehmen offen.

Gleichzeitig räumt Spotify ein, dass die rasante Entwicklung generativer KI und immer neue Umgehungsstrategien die Erkennung solcher Inhalte erschweren. Deshalb berücksichtigt der Streamingdienst zunehmend auch verdächtige Veröffentlichungsmuster, etwa Massenuploads, die Manipulation von Suchergebnissen und das wiederholte Hochladen identischer Inhalte.

Dabei unterscheidet Spotify grundsätzlich zwischen dem legitimen Einsatz von KI bei der Musikproduktion und der missbräuchlichen Verwendung entsprechender Technologien.

Weitere Maßnahmen gegen Manipulation

Die Maßnahmen gegen Spam werden durch Funktionen ergänzt, die für mehr Transparenz und Sicherheit auf der Plattform sorgen sollen. Dazu gehören Kennzeichnungen für KI-generierte Künstleridentitäten sowie die sogenannte Artist Profile Protection. Diese soll verhindern, dass unautorisierte Veröffentlichungen auf den Profilen anderer Künstler erscheinen.

Darüber hinaus verweist Spotify auf sein Verifizierungsprogramm. Nach Unternehmensangaben wurden inzwischen mehr als 300.000 Künstler verifiziert, auf die über 99 Prozent der Suchanfragen nach Künstlern auf der Plattform entfallen. Mehr als 70 Prozent der verifizierten Künstler seien unabhängig tätig.

Das entsprechende Abzeichen soll Nutzern signalisieren, dass hinter einem Künstlerprofil eine identifizierte Person steht.

Spotify verteidigt 1.000-Streams-Grenze

Als weiteres Instrument gegen Streaming-Manipulation bezeichnet Spotify die 2024 eingeführte Mindestgrenze von 1.000 Streams. Demnach werden Aufnahmen nur dann bei der Berechnung der Tantiemenausschüttung berücksichtigt, wenn sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens 1.000 Streams erreicht haben.

Spotify argumentiert, dass die Regelung insbesondere massenhaft hochgeladene Inhalte wirtschaftlich unattraktiver mache. Tracks, die mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-generiert seien, würden nach Unternehmensangaben zehnmal häufiger unter dieser Grenze bleiben als andere Aufnahmen.

Die 1.000-Streams-Grenze ist allerdings umstritten, weil sie auch kleinere und unabhängige Künstler von Tantiemenzahlungen für ihre weniger häufig gestreamten Aufnahmen ausschließt. Verschiedene Musikverbände haben die Regelung deshalb kritisiert.

Spotify stellt die Mindestgrenze dagegen ausdrücklich als Instrument zur Bekämpfung von Streaming-Manipulation dar und signalisiert damit, dass das Unternehmen vorerst an der Regelung festhalten will.

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