Meldungen bis Ende November möglich
US Copyright Office untersucht Streaming-Betrug
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© Antoni Shkraba via pexels.com
Die amerikanische Urheberrechtsbehörde hat eine öffentliche Anfrage (Notice of Inquiry) zu Streaming-Betrug veröffentlicht. Hintergrund ist ein Schreiben des republikanischen Kongressabgeordneten Scott Fitzgerald, der eine Untersuchung des Streaming-Betrugs und seiner Auswirkungen auf die Musikbranche angeregt hatte.
Bis zum 21. November können Musikunternehmen, Rechteinhaber, Verwertungsgesellschaften und weitere Interessierte Stellung nehmen. Anschließend besteht bis zum 21. Dezember die Möglichkeit, auf eingereichte Stellungnahmen zu reagieren.
KI, Bots und manipulierte Streaming-Zahlen
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die verschiedenen Methoden des Streaming-Betrugs und deren wirtschaftliche Folgen. Dazu gehören automatisierte Abrufe durch Bots, manipulierte Playlists und die missbräuchliche Nutzung von Nutzerkonten. Auch die Rolle generativer KI soll untersucht werden.
Darüber hinaus möchte die Behörde erfahren, welche Maßnahmen Streaming-Dienste, Musikvertriebe und Rechteinhaber bereits gegen betrügerische Abrufe einsetzen und wie wirksam diese sind. Gefragt wird auch nach möglichen gesetzlichen und regulatorischen Maßnahmen sowie freiwilligen Vereinbarungen innerhalb der Musikbranche.
Folgen für Künstler auf verschiedenen Ebenen
Die wirtschaftlichen Folgen betreffen insbesondere die Verteilung der Streaming-Einnahmen. Da viele Plattformen ihre Einnahmen anhand der Anteile einzelner Titel an den gesamten Streams verteilen, können künstlich erzeugte Abrufe die Vergütung für tatsächlich gehörte Musik verringern.
Neben den finanziellen Verlusten können manipulierte Streaming-Zahlen auch unternehmerische Entscheidungen beeinflussen. So besteht die Gefahr, dass Künstler und Veranstalter auf Grundlage künstlich erhöhter Abrufzahlen die Nachfrage nach Live-Konzerten überschätzen und ihre Tourneen entsprechend falsch planen.
Millionenbetrug durch KI-generierte Musik
Die Untersuchung wurde einen Tag nach der Verurteilung des US-Amerikaners Michael Smith bekannt gegeben. Smith erhielt eine Haftstrafe von 18 Monaten, nachdem er über Jahre hinweg mit manipulierten Streaming-Zahlen mehr als acht Millionen US-Dollar an Tantiemen erschlichen hatte.
Dafür hatte er Hunderttausende KI-generierte Songs erstellt und diese mithilfe automatisierter Nutzerkonten milliardenfach abspielen lassen. Um nicht aufzufallen, verteilte er die künstlichen Abrufe auf eine große Zahl unterschiedlicher Titel.
Der Fall verdeutlicht, wie sich generative KI und automatisierte Streaming-Manipulation miteinander verbinden lassen. Das US Copyright Office will nun umfassender untersuchen, wie verbreitet solche Praktiken sind und welche Möglichkeiten bestehen, die Vergütung rechtmäßiger Musiknutzungen besser zu schützen.
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