Regeln für den Einsatz von KI
CISAC verabschiedet "Paris Commitment" zum Schutz menschlicher Kreativität
Die Unterzeichner des Paris Commitment von CISAC. © CISAC
Mit dem "Paris Commitment" setzt die CISAC ein deutliches Zeichen in der internationalen Debatte um Künstliche Intelligenz und Urheberrechte. Die Erklärung wurde während der Generalversammlung 2026 in Paris live auf der Bühne unterzeichnet und ist Teil der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Organisation.
Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zum Training von KI-Systemen. Urheber:innen und ihre Organisationen kritisieren dabei insbesondere fehlende Transparenz, mangelnde Zustimmung und unzureichende Vergütung.
Vier Grundsätze
Die folgenden vier Grundsätze geben die grundsätzlichen Aspekte des "Paris Commitment" wieder:
- Kreativität ist ein fundamental menschliches Bestreben und muss aktiv beschützt werden. Menschliche Kunstschaffende sind die Quelle des künstlerischen Ausdrucks und der kulturellen Vielfalt. Lokale Geschichten, Sprachen, Stimmen und Traditionen sind das Lebenselixier lebendiger und vielfältiger Gemeinschaften und dürfen niemals in den Hintergrund gedrängt werden.
- Innovation muss kreativen Wert stärken – nicht schwächen. Technologischer Fortschritt muss die Rechte der Kunstschaffenden durch Transparenz, Lizenzierung und eine faire Vergütung wahren. KI sollte menschliche Kreativität unterstützen und sie nicht ausbeuten.
- Die kollektive Verwertung ist essentiell für ein faires und nachhaltiges kreatives Ökosystem. Ein starker Zusammenhalt zwischen den Kunstschaffenden, Kulturinstitutionen und Partner:innen aus der Wirtschaft ist notwendig, um sicherzustellen, dass Kunstschaffende erfolgreich sind und weiterhin zur Gesellschaft und Kultur beitragen können.
- Regierungen und Entscheidungsträger:innen müssen handeln, um die Zukunft der Kreativität zu sichern. Politik und Regulierung müssen sich weiterentwickeln, um die Rechte Kunstschaffender zu wahren, die Rechenschaftspflicht gegenüber den Rechteinhabern zu gewährleisten und die Vielfalt und Integrität kultureller Ausdrucksformen zu schützen.
Unterstützung durch internationale Künstler:innen
Unterzeichnet wurde das Abkommen von zahlreichen international bekannten Musik-, Film- und Kulturschaffenden wie dem indischen Drehbuchautor Javed Akhtar, der südafrikanischen Sängerin Yvonne Chaka Chaka, dem französischen Elektronikmusiker Jean-Michel Jarre, ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus sowie dem US-amerikanischen Songwriter Paul Williams und weiteren Persönlichkeiten aus der globalen Kreativbranche.
An der Generalversammlung nahmen mehr als 450 Künstler:innen sowie Vertreter aus Politik und der Kultur- und Kreativwirtschaft teil. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen von KI auf kreatives Schaffen, die Einkommenssituation von Künstlern und die kulturelle Vielfalt. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Vertreter der WIPO, der African Union, des Europäischen Parlaments und des Streamingdienstes Deezer.
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