CEO Ladegaillerie sieht Plattformen in der Verantwortung
Believe und TuneCore kündigen strengeres Vorgehen gegen KI-Musik an
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Denis Ladegaillerie. © Anis Martin
Believe CEO Denis Ladegaillerie begründet das Vorgehen gegen KI-Musik mit rechtlichen Risiken: Plattformen, die urheberrechtsverletzende Inhalte verbreiten, könnten dafür haftbar gemacht werden.
Seiner Ansicht nach werde dieses Risiko in der Streaming-Industrie bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Gegenüber MusicBusinessWorldwide erklärte er:
"Wir verstehen nicht, warum sie [die anderen Streaming-Plattformen] diese Tracks [unlizenzierte KI-Musik] nicht blockieren, denn sie könnten künftig ein erhebliches Haftungsrisiko darstellen.
Die Streaming-Dienste haben aufgrund von Verträgen die Möglichkeit zu entscheiden, was sie verbreiten und was nicht. Wir verstehen nicht, warum sie keine Tracks blockieren, die ein erhebliches potenzielles Urheberrechtsrisiko schaffen, das Nutzererlebnis beeinträchtigen und im Grunde für Streaming-Betrug genutzt werden."
KI-Erkennung soll greifen
Believe (inklusive TuneCore) setzen daher verstärkt auf den Einsatz von KI-Erkennungssoftware. Laut Ladegaillerie erreichen diese inzwischen eine Genauigkeit von rund 99 Prozent.
Dadurch sei es möglich, nicht nur KI-generierte Inhalte zu identifizieren, sondern auch das jeweils verwendete Modell sowie die Plattform eindeutig zu bestimmen.
Unlizenzierte KI-Inhalte werden blockiert
Wird festgestellt, dass ein Track von einem nicht lizenzierten KI-Dienst stammt, greifen Believe und TuneCore konsequent durch: Die Verbreitung entsprechender Inhalte wird blockiert.
Parallel dazu baut Believe seine Zusammenarbeit mit lizenzierten KI-Anbietern weiter aus. Neu abgeschlossene Musiklizenzverträge mit den Unternehmen ElevenLabs und Udio unterstreichen diesen Kurs. Beide Firmen verfügen bereits über umfangreiche Vereinbarungen mit zentralen Akteuren der Musikindustrie.
Believe vs. Suno
Im Gegensatz dazu stuft Believe bestimmte Anbieter weiterhin als sogenannte "Pirate Studios" ein. Dazu zählt auch Suno, das aktuell mit zentralen Playern der Musikindustrie in Rechtstreitigkeiten verwickelt ist und bislang keine Lizenzvereinbarung mit Believe abgeschlossen hat.
Ladegaillerie erklärte weiterhin, dass es noch vor wenigen Monaten als wahrscheinlich galt, dass bislang unlizenzierte KI-Anbieter wie Suno entsprechende Deals mit großen Labels abschließen könnten.
Diese Einschätzung hat sich laut Ladegaillerie inzwischen deutlich verändert: Für bereits trainierte Modelle erscheine eine nachträgliche Lizenzierung unwahrscheinlich. Inhalte, die auf diesen Systemen basieren, bezeichnet er daher als rechtswidrig – und äußert die Vermutung, dass dieser Zustand noch eine ganze Zeitlang andauern werde.
Das Unternehmen hat sich auch an andere Streaming-Dienste gewandt und diese dazu aufgefordert, ähnlich zu verfahren und KI-Erkennungssoftware einzusetzen.
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