Jahresprognose angehoben
Deezer verliert Abonnenten, erwartet mehr Gewinn
© Deezer
Die am 27. Oktober 2026 veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen eine unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen von Deezer. Während das Direktgeschäft wächst, sank der Umsatz im Partnergeschäft um 6,2 Prozent auf 33,4 Millionen Euro. Das Segment "Other" verzeichnete nach dem Ende eines Lizenzvertrags einen Rückgang um 19,5 Prozent auf 6,4 Millionen Euro.
Die Gesamtzahl der Abonnenten ging um 3,2 Prozent auf 8,7 Millionen zurück. Ausschlaggebend war das Partnergeschäft, in dem die Nutzerzahl um 17,1 Prozent sank. Dagegen gewann Deezer im Direktgeschäft 5,7 Prozent hinzu und erreichte 5,8 Millionen Abonnenten. In Frankreich stieg deren Zahl um 6,5 Prozent, im Rest der Welt um 4,0 Prozent.
Direktkunden bringen höhere Erlöse
Deezer arbeitet seit Jahren mit Telekommunikations- und Medienunternehmen wie Orange, RTL und TIM zusammen, die den Streamingdienst im Rahmen eigener Angebote vertreiben. Diese Partnerschaften sorgen für Reichweite, bringen Deezer pro Nutzer aber geringere Einnahmen als direkte Abonnements.
Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Nutzer liegt im Partnergeschäft bei 3,70 Euro, im Direktgeschäft dagegen bei 5,40 Euro.
Deezer-CEO Alexis Lanternier verweist auf das anhaltende Wachstum im Direktgeschäft. Dieses habe zum zweiten Mal in Folge zu einem Umsatzanstieg beigetragen. Zugleich wolle das Unternehmen dauerhafte Verbindungen zwischen Künstlern und Fans aufbauen.
Den Rückgang der Partnerabonnements führt Deezer auf das erwartete Auslaufen älterer Verträge zurück. Zwar stieg der durchschnittliche Umsatz pro Partnernutzer um 16,7 Prozent, doch reichte dies nicht aus, um den Rückgang der Abonnentenzahlen auszugleichen.
Deezer hebt Gewinnprognose für 2026 an
Trotz der rückläufigen Gesamtzahl der Abonnenten blickt Deezer optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Auf Grundlage der Ergebnisse der ersten neun Monate und der Erwartungen für das vierte Quartal hat das Unternehmen seine Jahresprognose angehoben.
Statt eines stabilen Umsatzes rechnet Deezer nun mit einem leichten Wachstum gegenüber 2025. Das bereinigte EBITDA soll mehr als 10 Millionen Euro erreichen. Bislang hatte das Unternehmen lediglich ein positives bereinigtes EBITDA in Aussicht gestellt.
Auch beim freien Cashflow erwartet Deezer zum dritten Mal in Folge einen positiven Wert. Damit soll das Unternehmen erneut mehr liquide Mittel aus dem laufenden Geschäft und den berücksichtigten Investitionszahlungen erwirtschaften, als es dafür ausgibt.
KI-generierte Musik soll besser filterbar werden
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung setzt Deezer weiterhin auf den Umgang mit KI-generierter Musik. Noch vor Ende 2026 sollen Nutzer die Möglichkeit erhalten, entsprechende Titel aus ihren Suchergebnissen auszuschließen.
Seit Januar 2025 hat Deezer nach eigenen Angaben mehr als 42 Millionen KI-generierte Tracks aus seinen Empfehlungen entfernt und über 14 Millionen Alben entsprechend gekennzeichnet.
Mit dem Ausbau des Direktgeschäfts und einer stärkeren Kontrolle KI-generierter Inhalte versucht Deezer, sich gegenüber größeren Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music und Amazon Music zu positionieren.
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