×

Millionen Songs aus Online-Quellen genutzt

Hackerangriff enthüllt: KI-Musikdienst Suno hat KI mit Musik von Youtube und Deezer trainiert

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 27.07.2026

künstliche intelligenz suno

Hackerangriff enthüllt: KI-Musikdienst Suno hat KI mit Musik von Youtube und Deezer trainiert

© Mikhail Nilov

Ein Hackerangriff auf den KI-Musikdienst Suno hat interne Daten offengelegt, die zeigen sollen, mit welchen Inhalten die Modelle des Unternehmens trainiert wurden. Demnach soll Suno Millionen Musikdateien und Texte aus verschiedenen Online-Quellen gesammelt haben. Der Vorfall verschärft die Diskussion um Urheberrechte und den Umgang von KI-Unternehmen mit bestehender Musik.

KI-Musikgeneratoren wie Suno können aus kurzen Texteingaben komplette Songs erstellen. Damit solche Systeme funktionieren, müssen sie mit großen Mengen an Musikdaten trainiert werden. Welche Inhalte dafür genutzt werden, ist jedoch oft nicht vollständig bekannt.

Ein Hackerangriff auf Suno liefert nun neue Einblicke in diesen Prozess. Nach Angaben des Magazins 404 Media zeigen interne Dateien, dass das Unternehmen Musik und Texte unter anderem von YouTube Music, Deezer und Genius sowie aus Musikbibliotheken wie Pond5, Jamendo und Freesound zum Training genutzt hat. Auch Musiknoten-Archive und Podcasts sollen Teil der Trainingsdaten gewesen sein.

Datensammlungen für KI-Training

Die veröffentlichten Dateien enthalten Hinweise auf verschiedene Datensätze, die Suno für seine Modelle genutzt haben soll. Darunter befinden sich laut den geleakten Informationen mehr als zwei Millionen Musikclips von YouTube Music sowie tausende Stunden weiterer Inhalte aus verschiedenen Quellen.

Ein Teil der internen Dateien enthält außerdem Hinweise darauf, dass Suno gezielt nach bestimmten Musikbestandteilen gesucht haben soll. Dazu gehören beispielsweise Gesangsspuren ohne Instrumente sowie große Mengen an Podcast-Inhalten. Die Daten zeigen laut 404 Media, dass die gesammelten Inhalte insgesamt mehreren Jahrzehnten Musik entsprechen. 

Konflikt mit der Musikindustrie

Suno steht bereits seit längerem wegen seines Umgangs mit urheberrechtlich geschützter Musik in der Kritik. Mehrere Labels, die Verwertungsgesellschaft GEMA und zahlreiche Musikschaffende haben das Unternehmen verklagt und ihm vorgeworfen, Millionen Songs ohne Zustimmung für das Training seiner KI-Modelle verwendet zu haben.

Im Rahmen der Gerichtsverfahren hatte Suno erklärt, dass seine Modelle mit sehr großen Mengen öffentlich zugänglicher Musikdateien aus dem Internet trainiert wurden. Das Unternehmen argumentiert, dass diese Nutzung durch das Prinzip des sogenannten Fair Use erlaubt sei. Die Musikindustrie widerspricht dieser Einschätzung und fordert eine Vergütung sowie mehr Transparenz. 

Suno weist Vorwürfe zurück

Suno bestätigte gegenüber dem Magazin Pitchfork, dass es im Jahr 2025 einen Sicherheitsvorfall gegeben habe. Nach Angaben des Unternehmens seien dabei jedoch keine sensiblen Kundendaten gefährdet worden. Die veröffentlichten Dateien hätten vor allem veralteten Quellcode betroffen, der nicht mehr verwendet werde.

Das Unternehmen betont außerdem, dass seine KI-Modelle nicht darauf ausgelegt seien, bestehende Songs zu kopieren. Ziel sei es, neue Musik zu erstellen. Suno gibt an, Maßnahmen entwickelt zu haben, um die Nachahmung bestimmter Künstlerinnen und Künstler oder bereits existierender Werke zu verhindern.

Ähnliche Themen

US-Richter lässt Klage von Indie-Musiker Anthony Justice gegen Suno zu

David gegen Goliath

US-Richter lässt Klage von Indie-Musiker Anthony Justice gegen Suno zu

veröffentlicht am 02.09.2026

Suno kündigt konkrete Download-Limits an, lässt aber Hintertür offen

Effektive Begrenzung oder Augenwischerei?

Suno kündigt konkrete Download-Limits an, lässt aber Hintertür offen

veröffentlicht am 14.08.2026   2

Neue Wege für KI-Musik: BMG und Suno schließen Partnerschaft

Kooperation statt Konfrontation

Neue Wege für KI-Musik: BMG und Suno schließen Partnerschaft

veröffentlicht am 13.08.2026

Suno kündigt neue Technologien zur Kennzeichnung von KI-generierter Musik an

Alles sehr unspezifisch

Suno kündigt neue Technologien zur Kennzeichnung von KI-generierter Musik an

veröffentlicht am 10.08.2026

BVMI legt Regeln für KI-Musik in den deutschen Charts fest

Menschliche Kreativität bleibt Voraussetzung

BVMI legt Regeln für KI-Musik in den deutschen Charts fest

veröffentlicht am 30.07.2026

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!