Millionen Songs aus Online-Quellen genutzt
Hackerangriff enthüllt: KI-Musikdienst Suno hat KI mit Musik von Youtube und Deezer trainiert
© Mikhail Nilov
KI-Musikgeneratoren wie Suno können aus kurzen Texteingaben komplette Songs erstellen. Damit solche Systeme funktionieren, müssen sie mit großen Mengen an Musikdaten trainiert werden. Welche Inhalte dafür genutzt werden, ist jedoch oft nicht vollständig bekannt.
Ein Hackerangriff auf Suno liefert nun neue Einblicke in diesen Prozess. Nach Angaben des Magazins 404 Media zeigen interne Dateien, dass das Unternehmen Musik und Texte unter anderem von YouTube Music, Deezer und Genius sowie aus Musikbibliotheken wie Pond5, Jamendo und Freesound zum Training genutzt hat. Auch Musiknoten-Archive und Podcasts sollen Teil der Trainingsdaten gewesen sein.
Datensammlungen für KI-Training
Die veröffentlichten Dateien enthalten Hinweise auf verschiedene Datensätze, die Suno für seine Modelle genutzt haben soll. Darunter befinden sich laut den geleakten Informationen mehr als zwei Millionen Musikclips von YouTube Music sowie tausende Stunden weiterer Inhalte aus verschiedenen Quellen.
Ein Teil der internen Dateien enthält außerdem Hinweise darauf, dass Suno gezielt nach bestimmten Musikbestandteilen gesucht haben soll. Dazu gehören beispielsweise Gesangsspuren ohne Instrumente sowie große Mengen an Podcast-Inhalten. Die Daten zeigen laut 404 Media, dass die gesammelten Inhalte insgesamt mehreren Jahrzehnten Musik entsprechen.
Konflikt mit der Musikindustrie
Suno steht bereits seit längerem wegen seines Umgangs mit urheberrechtlich geschützter Musik in der Kritik. Mehrere Labels, die Verwertungsgesellschaft GEMA und zahlreiche Musikschaffende haben das Unternehmen verklagt und ihm vorgeworfen, Millionen Songs ohne Zustimmung für das Training seiner KI-Modelle verwendet zu haben.
Im Rahmen der Gerichtsverfahren hatte Suno erklärt, dass seine Modelle mit sehr großen Mengen öffentlich zugänglicher Musikdateien aus dem Internet trainiert wurden. Das Unternehmen argumentiert, dass diese Nutzung durch das Prinzip des sogenannten Fair Use erlaubt sei. Die Musikindustrie widerspricht dieser Einschätzung und fordert eine Vergütung sowie mehr Transparenz.
Suno weist Vorwürfe zurück
Suno bestätigte gegenüber dem Magazin Pitchfork, dass es im Jahr 2025 einen Sicherheitsvorfall gegeben habe. Nach Angaben des Unternehmens seien dabei jedoch keine sensiblen Kundendaten gefährdet worden. Die veröffentlichten Dateien hätten vor allem veralteten Quellcode betroffen, der nicht mehr verwendet werde.
Das Unternehmen betont außerdem, dass seine KI-Modelle nicht darauf ausgelegt seien, bestehende Songs zu kopieren. Ziel sei es, neue Musik zu erstellen. Suno gibt an, Maßnahmen entwickelt zu haben, um die Nachahmung bestimmter Künstlerinnen und Künstler oder bereits existierender Werke zu verhindern.
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