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Nach wie vor ein relevantes Tool

Der vernachlässigte heiße Draht zum Fan: Email-Marketing für Bands und Musiker

Tipps für Musiker und Bands von Michael Hennig
veröffentlicht am 27.04.2016

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Der vernachlässigte heiße Draht zum Fan: Email-Marketing für Bands und Musiker

Email-Marketing. © leszekglasner / 123RF

Wenn dich deine Social Media-Reichweite mal wieder im Stich lässt und du darauf wartest, dass die Likes und Comments endlich eintrudeln, dann erinnere dich an einen echten Marketing-Klassiker: Email! Denn damit lassen sich nach wie vor viele Fans erreichen. Wie man das am besten in die Tat umsetzen kann, zeigt euch unser Autor Michael Hennig am Beispiel seiner Band Cruizzen, in der er als Gitarrist aktiv ist.

Eine wichtige Aufgabe für Musiker ist der Aufbau und die Pflege einer möglichst großen Fan-Gemeinde – denn was nützt die beste Musik, wenn sie keiner hören will? Neben der eigenen Website und der Präsenz auf ausgewählten Social Media-Websites zählt die persönliche Kontaktpflege mit den Fans per Email mit zu den relevantesten Tools.

Oldie but Goldie

Per Email lassen sich nach wie vor viele Fans erreichen, weiß unser Autor Michael Hennig aus eigener Erfahrung.

Per Email lassen sich nach wie vor viele Fans erreichen, weiß unser Autor Michael Hennig aus eigener Erfahrung.

Das Thema Email-Marketing ist sicher nicht neu, aber es ist wirklich erstaunlich, wie wenige Bands dieses powervolle Tool professionell nutzen. Kaum ein anderes Medium erlaubt einen direkteren, persönlichen Kontakt und ist dabei so kostengünstig. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die (traurige) Tatsache, dass die meisten Email-Programme keine geeigneten Funktionen für den Versand von Serien-Emails anbieten oder den Gebrauch so kompliziert machen, dass es kaum jemand ohne Probleme hinbekommt. Ebenso schrecken manche vor Lösungen zurück, bei denen der "Newsletter-Service" eines Anbieters mit irgendwelchen Mitgliedschaften oder anderen Kosten verbunden ist.

Natürlich lässt sich eine Email an sich selbst adressieren und mehrere Email-Empfänger in das Blindkopie-Feld kopieren, um gleichzeitig an einen größeren Verteiler Emails zu verschicken, jedoch ist auf diesem Wege keine persönliche Anrede möglich und der Empfänger (und auch dessen Spamfilter) erkennt an der Gleichheit von Sender und Empfänger sofort, dass er nur ein Empfänger unter Vielen ist. Noch schlimmer wird es, wenn der Absender bei diesem Verfahren das BCC-Feld mit dem CC-Feld verwechselt, da dann jeder Empfänger gleich noch den kompletten Adressen-Verteiler geliefert bekommt – ein Daten-GAU. Außerdem lässt dieses Vorgehen auch keine statistischen Auswertungen zu (z.B. kam die Email an? wer hat sie geöffnet? …).

Unsere Lösung für Cruizzen

Da wir das Versenden von Serien-Emails nicht nur für den Versand unseres Band-Newsletters an unsere Fans, sondern auch für das regelmäßige Anschreiben von Konzertveranstaltern, Journalisten der Musik-Fachpresse und vielen anderen Zielgruppen verwenden wollten, musste unbedingt eine einigermaßen professionelle Lösung her!

Nach eingehender Prüfung der zur Verfügung stehenden Optionen haben wir uns für den Kauf der Pro-Lizenz eines sogenannten "List-Mailer-Programms" namens SendBlaster 3 entschieden. Der Vorteil: Wir konnten diese Software eingehend kostenlos testen, bevor wir die knapp 100 Euro für die einmaligen Lizenzkosten bezahlt haben.

Wichtig ist uns der Hinweis, dass es hierbei nur um einen von zahlreichen Anbietern handelt! Alternativen finden sich zuhauf im Netz. Wir haben eben zufällig das SendBlaster 3-Programm im Einsatz und können daher nur dieses Programm und seine Funktionen beschreiben und beurteilen! Wenn ihr andere Programme oder Lösungen kennt, so könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren vorstellen und beschreiben.

Schritt 1: Aufbau von Email-Verteilern

Basis für den jede Serien-Email-Aktion ist eine Liste mit all den Email-Adressen, die ihr anschreiben wollt. Da gesetzliche Vorgaben das Anschreiben von irgendwelchen privaten Email-Adressen verbietet, solltet ihr euch irgendetwas einfallen lassen, damit sich die Fans auf eurer Website für euren Newsletter registrieren.

Bewährt haben sich da z.B. auch Verlosungsaktionen während eines Gigs, bei dem die Fans ihre Email-Adresse auf einen Teilnahme-Bon schreiben müssen. Wenn ihr etwas kreativ seid, fallen euch sicher noch weitere Möglichkeiten zur Generierung von Email-Adressen ein.

Je Zielgruppe (Fans, Veranstalter etc.) führen wir in SendBlaster 3 eine eigene Liste, in der neben der Email-Adresse auch noch der volle Name und die persönliche Anrede mit gespeichert werden. Das Programm überwacht dabei automatisch, dass keine doppelten Adressen vorgehalten werden.

Sollte ein Empfänger weitere Zusendungen verweigern, so kann die entsprechende Email-Adresse deaktiviert und dazu eine kurze Notiz gespeichert werden. Durch den Schutz vor Doubletten ist somit sichergestellt, dass der Empfänger tatsächlich auch künftig nicht mehr angeschrieben wird.

Schritt 2: Das Erstellen der eigentlichen Email-Nachricht

Das Gestalten eures Email-Newsletters ist ein wichtiger Punkt. Da heute die meisten Email-Programme HTML-Code verstehen, können auch Bilder, bestimmte Schriftarten und andere Gestaltungselemente dargestellt werden, die zu eurem Image bzw. eurer Marke gehören.

Da viele jedoch da etwas überfordert sind, bietet das Programm SendBlaster 3 viele Vorlagen und sogenannte Templates, die als Grundlage verwendet werden können. Ein leicht verständlicher und intuitiv bedienbarer Editor ermöglicht die Eingabe der Nachricht, ganz als würdet ihr in Word oder einem anderen Programm eine Nachricht verfassen. Die HTML-Codierung erfolgt dabei vollautomatisch im Hintergrund. Zusätzlich bietet euch dieser Editor die Eingabe einer reinen Textversion, die ja aufgrund fehlender Bilder und Textformatierungsmöglichkeiten vollkommen anders aussieht, als die HTML-Version.

Je nachdem, welches Email-Programm bzw. welche Einstellungen nun der Empfänger verwendet, wird die HTML-Version mit Bildern oder die reine Textversion angezeigt. Die Vorschau-Funktion zeigt euch auch gleich, wie eure Nachricht in einem Email-Programm aussieht und eine Spam-Prüfung gibt Aufschluss darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit eure Nachricht von Spamfiltern erkannt und aussortiert wird.

Das Besondere ist auch, dass in den Adresslisten gespeicherte Elemente, wie z.B. der Name oder die persönliche Anrede, durch Platzhalter überall in der Nachricht eingesetzt werden können und erst später beim Versand durch die eigentlichen Inhalte ersetzt werden. Auch Email-Anhänge können mit verschickt werden.

Schritt 3: Der Versand eurer Serien-Email-Nachricht

Nach der Erfassung und Speicherung eurer Email-Nachricht wählt ihr im Versand-Bildschirm des SendBlaster-Programms nur noch die entsprechende Liste mit den Email-Adressen und Daten eurer Zielgruppe aus, gebt die Login-Daten für euren Email-Account ein und startet den Versand.

Das Programm generiert nun für jeden Empfänger eine eigene Email-Nachricht und verschickt diese einzeln über den Mail-Server eures Internet-Providers. Eine Log-Datei und ein Versandfenster geben euch dabei Aufschluss über den Stand des Versandvorgangs und ob alle Adressen erfolgreich angeschrieben werden konnten.

Fazit

Das Programm selbst bietet noch viele andere Möglichkeiten, die wir gar nicht in vollem Umfang nutzen, aber selbst die Basis-Funktionen reichen aus, um das von uns gewünschte Ziel zu erreichen. Inzwischen haben wir schon viele Mailings über diesen Weg rausgeschickt.

Um die Vorteile des Email-Marketing nochmal auf den Punkt zu bringen:

  • Email-Marketing ist eine Werbeform, zu der euch der Empfänger sein Einverständnis gegeben hat – und die daher in den meisten Fällen auch völlig akzeptiert ist. Das setzt natürlich voraus, dass ihr nicht wild irgendwelche Leute auf die Liste setzt. Die Grenze zum Spam ist hier eindeutig.
  • Ein Großteil der Menschen nutzt Email nach wie vor jeden Tag. Egal ob beruflich oder privat: Ohne Email geht bei den meisten im Alltag nix, trotz Facebook und Whatsapp. Daher stehen eure Chancen wirklich gut, die Leute mit eurer Nachricht auch wirklich zu erreichen.
  • Mailing-Tools wie das beschriebene machen euch diese Form des Marketing wirklich einfach und liefern im besten Fall nebenbei noch Statistiken, mit denen ihr eure Newsletter immer weiter verfeinern könnt.
  • Ihr könnt besondere Aktionen über diesen Kanal fahren, sprich zum Beispiel besondere Downloads nur für Email-Empfänger anbieten. Solche Freebies lassen sich umgekehrt natürlich auch nutzen, um eure Fans zum eintragen zu bewegen.

Wir sind schon gespannt auf eure Kommentare, wie ihr das Thema Email-Marketing für eure Band gelöst habt und mit welchen Ideen ihr an die Email-Adressen eurer Fans kommt.

Per Email lassen sich nach wie vor viele Fans erreichen

Per Email lassen sich nach wie vor viele Fans erreichen, © lizenzfreies Stock-Foto

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