Tiefer in die roten Zahlen
Festival-Gigant Superstruct wird immer größer – die Verluste auch
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Superstruct Entertainment gehört zu den größten Festivalbetreibern Europas. Zum Portfolio des Unternehmens zählen unter anderem das Wacken Open Air und das San Hejmo Festival. Seit 2024 steht Superstruct unter der Kontrolle der US-amerikanischen Investmentgesellschaft KKR.
In den vergangenen Jahren hat Superstruct sein Festivalgeschäft durch zahlreiche Übernahmen ausgebaut. Seit 2022 stieg die Zahl der Festivals nach den Angaben im bisherigen Bericht von 34 auf 63. Auch 2025 setzte das Unternehmen seine Expansionsstrategie fort und erwarb weitere Beteiligungen an Festivalveranstaltern.
Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 von 790 auf 825,1 Millionen Euro, ein Plus von 4,4 Prozent. Allerdings entwickelte sich das Ergebnis deutlich schlechter: Nach einem Verlust von 90,6 Millionen Euro im Vorjahr verzeichnete Superstruct 2025 ein Minus von 115,5 Millionen Euro.
Verwaltungskosten steigen um mehr als 50 Prozent
Ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung sind die stark gestiegenen Verwaltungskosten. Sie erhöhten sich von 175,6 auf 269,3 Millionen Euro und damit um rund 53 Prozent.
Auch die Personalkosten legten deutlich zu. Der gesamte Personalaufwand stieg von 115,7 auf 148,3 Millionen Euro, was einem Zuwachs von rund 28 Prozent entspricht. Bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im selben Zeitraum von 1.501 auf 1.368 zurückging.
Allerdings lässt sich der Anstieg der Verwaltungskosten nicht allein mit höheren Personalkosten erklären. Der Jahresabschluss weist weitere Aufwendungen aus, darunter Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie aktienbasierte Vergütungen. Eine vollständige Aufschlüsselung des Anstiegs der Verwaltungskosten nach einzelnen Ursachen enthält der Bericht nicht.
Trotz Umsatzwachstum sinkt das Bruttoergebnis
Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich beim Bruttoergebnis, also dem Umsatz abzüglich der unmittelbar zugeordneten Umsatzkosten. Dieses ging trotz steigender Einnahmen von 209,1 auf 205,4 Millionen Euro zurück.
Hinzu kommen erhebliche Wertminderungen auf Vermögenswerte. Diese beliefen sich 2025 auf 53,8 Millionen Euro, nachdem sie im Vorjahr mit 112,9 Millionen Euro allerdings noch deutlich höher ausgefallen waren. Solche Wertminderungen entstehen beispielsweise, wenn der bilanzierte Wert erworbener Unternehmen oder anderer Vermögenswerte nach unten korrigiert werden muss.
Das operative Ergebnis verschlechterte sich von minus 62,6 auf minus 89,2 Millionen Euro. Auch der operative Cashflow vor Steuern ging deutlich zurück, von 119 auf 22,8 Millionen Euro.
Steigende Kosten belasten die Festivalbranche
In seinem Geschäftsbericht verweist Superstruct auf verschiedene wirtschaftliche Risiken. Dazu gehören steigende Kosten für Reisen, Energie und Lebensmittel, Lieferkettenprobleme sowie die Auswirkungen der Inflation auf die Kaufkraft des Publikums.
Darüber hinaus sieht das Unternehmen Risiken durch extreme Wetterereignisse, steigende Künstlergagen und die begrenzte Verfügbarkeit geeigneter Veranstaltungsflächen.
Trotz der Verluste beurteilt die Unternehmensführung die finanzielle Handlungsfähigkeit weiterhin positiv. Nach eigenen Angaben verfügt Superstruct über ausreichende Mittel, um seinen absehbaren Liquiditätsbedarf zu decken. Ende 2025 lagen die liquiden Mittel bei 120,7 Millionen Euro, gegenüber 170,8 Millionen Euro im Vorjahr.
Superstruct setzt unterdessen seine Wachstumsstrategie fort. Nach dem Umbau des Managements Ende 2025 soll das Jahr 2026 im Zeichen weiteren Wachstums und der organisatorischen Neuausrichtung stehen.
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