Klangio wird erste Kundin
GEMA bringt mit "PLAI" neuen Musikdatensatz für lizenziertes KI-Training auf den Markt
© Sebastian Riepp
Der Datensatz umfasst rund 178.000 Soundfiles aus mehr als 60 Genres. Je nach Einsatzgebiet können die Inhalte individuell zusammengestellt werden, etwa nach bestimmten Musikrichtungen, Stimmungen oder anderen Anforderungen. Neben den Aufnahmen stehen auch umfassende Metadaten sowie Urheber- und Masterrechte zur Verfügung.
Datenpakete für KI-Anbieter
Entwickelt wurde PLAI by GEMA gemeinsam mit den Partnern Bailer Music Publishing, Earmotion Audio Creation, Intervox Production Music, Music Sculptor und Sonoton Music. Nach Angaben der GEMA handelt es sich um das erste Angebot dieser Art in Europa, das Soundfiles, Metadaten sowie Urheber- und Masterrechte gebündelt aus einer Hand anbietet.
Das Angebot soll künftig weiter ausgebaut werden. Auch weitere Verlage, Verwertungsgesellschaften und andere Rechtegeber können in das System aufgenommen werden. Für KI-Toolanbieter soll dadurch der Aufwand bei der Zusammenstellung geeigneter Trainingsdaten reduziert werden. Gleichzeitig sollen die beteiligten Musikschaffenden und Rechteinhaber anteilig und angemessen für die Nutzung ihrer Inhalte vergütet werden.
Klangio setzt auf den Datensatz
Das Karlsruher Unternehmen Klangio ist der erste Anbieter, der PLAI by GEMA für das Training seiner KI-Anwendungen einsetzt. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Software zur automatischen Musiktranskription. Mit dem Klangio Transcription Studio können Musikaufnahmen automatisch in spielbare Notationen für verschiedene Instrumente umgewandelt werden.
Für das Training seiner Systeme nutzt Klangio nun Musikdaten aus dem GEMA-Repertoire. Das Unternehmen setzt dabei bewusst auf Musik, für deren Verwendung die entsprechenden Rechte geklärt sind. CEO Sebastian Murgul sieht darin eine Möglichkeit, die Entwicklung von KI-Anwendungen mit den Interessen der Musikbranche zu verbinden.
Sebastian Murgul, CEO der Klangio GmbH, erklärt:
"Unsere Kunden und wir selbst sind Teil der Musikbranche. Deshalb ist Fairness und Rechtssicherheit für uns ein großes Thema. Mit dem GEMA Musikdatensatz haben wir die Lösung gefunden, auf die wir gewartet haben: rechtlich vollständig geklärte Trainingsdaten, bei denen wirklich alle Rechte abgedeckt sind. Das gibt uns die Sicherheit, unsere KI-Tools auf solidem Fundament weiterzuentwickeln. Das zeigt, dass faire Vergütung und innovative KI-Entwicklung Hand in Hand gehen können."
GEMA will Zusammenarbeit mit KI-Branche ausbauen
Mit PLAI by GEMA will die GEMA eine neue Möglichkeit für die Zusammenarbeit zwischen Musikbranche und KI-Unternehmen schaffen. Das Angebot soll KI-Anbietern den Zugang zu Musikdaten erleichtern und gleichzeitig sicherstellen, dass die beteiligten Rechteinhaber*innen für die Nutzung ihrer Werke vergütet werden.
Das Angebot betrifft dabei das Training von KI-Anwendungen mit lizenzierten Musikdaten. Die grundsätzliche Frage, ob Anbieter generativer KI für das Training mit urheberrechtlich geschützten Werken zahlen müssen, ist davon unabhängig. Diese Frage wird unter anderem im Verfahren der GEMA gegen den KI-Musikdienst Suno geklärt, in dem das Urteil in wenigen Tagen erwartet wird.
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