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Vielfältige Maßnahmen gefordert

Heidelberger Location halle02 stellt Studie zum CO2-Fußabdruck von Spielstätten vor

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 21.09.2019

konzertorganisation kulturpolitik

Heidelberger Location halle02 stellt Studie zum CO2-Fußabdruck von Spielstätten vor

© Peter Heeling skitterphoto.com from Pexels https://www.pexels.com/photo/woman-lifting-her-hand-597056/ (Lizenz: CC0)

Im Zuge aktueller Klimadiskussionen bemüht sich die Heidelberger Spielstätte halle02 mit dem Projekt "Drink, drive and save the world" darum, den CO2-Fußabdruck von deutschen Clubs zu verringern. Mit einer neuen Studie beleuchtet die halle02 die aktuelle Situation.

Bei der Studie (pdf) handelt es sich um eine repräsentative Besucherumfrage, die als Datenbasis für ein neues Mobilitätskonzept für Veranstaltungen im Rahmen des "Drink, drive and save the world"-Projekts dienen soll. 

Dem Projekt liegt die Feststellung zugrunde, dass An- und Abreise mit dem PKW mit ca. 70 Prozent die größte CO2-Emissionsquelle bei Veranstaltungen darstellen. Dieser CO2-Fußabdruck soll individuell für jede Veranstaltung verringert werden, um somit auch den Veranstaltungssektor klimafreundlicher zu gestalten. 

Übeltäter Auto

Die von Dana Vogel Sustainability Consulting durchgeführte Studie zeigt, dass in den drei emissionsintensivsten Segmenten der halle02 (Szene-Events, Konzerte und Parties) die Anreise mit dem Auto jeweils der größte Treiber der Besucheremmissionen darstellt (828 Tonnen CO2) – und das, obwohl die größte Anzahl der Besucherinnen und Besucher jeweils bereits mit ÖPNV anreist. 

Die wichtigste Maßnahme, die Anreise mit dem Auto weiterhin zu senken, ist der Ausbau des ÖPNV in der Nacht; insbesondere eine erhöhte Fahrtenfrequenz. 54 Prozent der Befragten geben an, dieses Angebot wahrscheinlich zu nutzen. 

Weiterhin geben die Befragten an, dass ein mit dem Veranstaltungsticket kombiniertes ÖPNV-Ticket (46%), die Nutzung des Mietfahrrad-Dienstes VRNnextbike (19%) oder eine integrierte App zur Planung und Buchung sämtlicher Fahrtmöglichkeiten (33%) für sie von Interesse seien. 

Multifaktoriell

Im Segment der Autofahrerinnen und Autofahrer bedarf es vielfältiger Maßnahmen, um diese von der Verwendung des Autos abzubringen – keine Einzelmaßnahme würde sicher zu einem Versicht führen.  

  • 57 Prozent der Befragten wären "möglicherweise" bzw. "wahrscheinlich" bereit, mit einer Mobilitäts-App auf umweltfreundlichere Angebote umzusteigen,
  • die Einführung von Parkgebühren würde 24 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer von von der Nutzung ihres Autos abbringen,
  • die Akzeptanz von verschiedenen Mitfahr-Angeboten, um KFZ möglichst voll zu besetzen, reichen von 4 Prozent (Mitnahme im Sinne einer Mitfahrgelegenheit) bis zu 28 Prozent (CarPooling). 

Das wichtigste Kriterium für die Verwendung des (eigenen) Kraftfahrzeugs zur Anreise ist für über die hälfte der Befragten die Flexibilität. Klimafreundlichere Alternativen müssten also insbesondere dieses Kriterium berücksichtigen. 

Grundlagen schaffen

Während die halle02 im Rahmen des "Drink, drive and save the world"-Projekts viele der angegebenen Maßnahmen bereits umsetzt, bleiben die Treibhaus-Emissionen von Konzertbesucherinnen und -besuchern ein deutschlandweites Problem. Die An- und Abreise der Musikfans sorgt für einen Großteil des CO2-Fußabdrucks der gesamten Branche. 

Insbesondere die unterschiedlichen Voraussetzungen vieler Clubs – etwa die Verkehrsanbindung ländlicher Spielstätten – machen es schwer, allgemeine Empfehlungen zu treffen.

Die Studie der halle02 fordert daher weitere und umfassendere Studien zu diesem Thema, um fundiertere Maßnahmen treffen zu können. Außerdem ist ein stärkerer Austausch der Akteure und gleichsam stärkere Unterstützung der Kommunen gefordert. Die Bereitschaft für Veränderung ist unter den Musikfans zumindest tendenziell vorhanden.

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Locations

halle02

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Zollhofgarten 2, 69115 Heidelberg

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