Kleine Clubs am Limit
Hohe Energiekosten bedrohen kleine und mittlere Musikclubs
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© Chris Zhang
Die Umfrage zu Energieverbrauch und Klimaschutz in Musikclubs zeigt deutlich: Im Vergleich zu größeren Venues liegt der Energieverbrauch kleiner Clubs unter 200 Gästen, bezogen auf Fläche und Veranstaltungsanzahl, drei- bis viermal höher.
Grund dafür ist eine konstante energetische Grundlast, etwa durch Getränkekühlung, Musikanlage, Licht- und Lüftungstechnik, die unabhängig von der Größe des Clubs anfällt. Im Rahmen der Umfrage wurden sowohl Stromverbrauch, als auch Fläche, Maximalkapazität und Veranstaltungsanzahl der Veranstaltungsorte erfasst.
Kleine Clubs im Nachteil
"Diese finanzielle Mehrbelastung gefährdet das wirtschaftliche Überleben vieler Kulturbetriebe und damit die kulturelle Vielfalt der Clublandschaft", erklärt Jette Krauß vom Clubkombinat Hamburg. "Die Headliner*innen von morgen stehen auf den kleinen Bühnen von heute. Doch ohne gezielte Förderung drohen viele diese Orte zu verschwinden".

© Netzwerk Zukunft Feiern
Größere Konzerthallen und Arenen profitieren dagegen von geringeren Energiekosten pro Quadratmeter und Gast sowie höheren Ticketmargen. Krauß warnt: "Kleine und mittlere Venues sind enorm unterfinanziert. Mit den aktuellen Preissteigerungen ist ihr Geschäftsmodell kaum noch tragfähig. Ohne öffentliche Investitionen sind kulturelle Teilhabe und Vielfalt akut gefährdet."
Fehlende Finanzierung bremst nachhaltige Transformation
Die wirtschaftlich angespannte Lage der letzten Jahre hat Investitionen in energieeffiziente Haustechnik und Sanierung blockiert. Veraltete Gebäude und ineffiziente Systeme treiben die Kosten weiter in die Höhe.
Parallel lief im Juni 2025 die Projektförderung der Initiative Musik für das Netzwerk Zukunft Feiern aus. Diese unterstütze Clubs und Festivals mit Beratungsangeboten, kostenlosen Schulungen und Vernetzungstreffen auf dem Weg zu nachhaltigerem Betrieb. Das Auslaufen der Förderung trifft die Szene genau in einer Zeit, in der langfristige strukturelle Unterstützung dringend nötig ist.
Forderung nach Investitionsfonds
Die LiveKomm fordert deshalb die Einrichtung eines revolvierenden Investitionsfonds. Damit könnten gezielt Maßnahmen zur Energieeffizienz finanziert und durch Einsparungen langfristig refinanziert werden. Vor allem kleine Clubs, die für eine vielfältige Clublandschaft unverzichtbar sind, würden so entlastet werden.
Die Clublandschaft kann eine Vorreiterrolle für nachhaltige Kulturentwicklung übernehmen, so LiveKomm Vorstand Steffen Kache. Weiter erklärt er:
"Kulturstaatsminister Weimer spricht sich für Investitionen in kulturelle Infrastruktur aus und betont mit Blick auf die Biennale die Bedeutung von Innovation und Nachhaltigkeit. Die Clublandschaft kann mit vergleichsweise geringen Mitteln ein international sichtbares Vorbild für nachhaltige Kulturentwicklung werden."
Das Netzwerk Zukunft Feiern ruft Clubs bundesweit auf, sich weiterhin zu vernetzen, um gemeinsam nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Clubkultur zu entwickeln.
Unternehmen
Live Musik Kommission (LiveKomm)
Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.
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