Falsche Versprechen?
Klage wegen KI-Training trotz Opt-out: Musiker wirft Stability AI Urheberrechtsverletzung vor
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© Sora Shimazaki via pexels.com
Seine Klage hatte der US-Musiker laut Digital Music News am 29. Dezember 2025 vor dem Bundesgericht im Western District of North Carolina eingereicht. In ihr beschuldigt er Stability AI seine Werke ohne seine Genehmigung für das Training von KI-Modellen genutzt zu haben und das trotz ausdrücklicher Opt-out Anträge und entgegen früherer Zusagen des Unternehmens.
Stability AI ist ein in London ansässiges KI-Unternehmen, das insbesondere auf Text-zu-Bild und Audio-KI-Modelle spezialisiert ist.
Marketingversprechen vs. Praxis
In der Klageschrift zeichnet Manga ein Bild, das den öffentlichen Aussagen von Stability AI widerspricht. Das Unternehmen bewirbt sich seit Monaten als "artist-first" und betont eine "kreative Zusammenarbeit" mit der Community.
Manga behauptet jedoch, dass hinter den Kulissen anders gehandelt worden sei. Zwar habe Stability AI öffentlich erklärt, Künstler*innen könnten der Nutzung ihrer Werke für das Training des Stable Audio-Modells widersprechen. Sein Opt-out sei jedoch von Navarr Enterprises bzw. deren Plattform AudioSparx wiederholt abgelehnt worden. Gleichzeitig habe die interne Rechtsabteilung von Stability AI auf die Position des Lizenzpartners verwiesen.
Streit um Lizenzumfang aus 2015
Kern der Klage ist ein Lizenzvertrag aus dem Jahr 2015. Dieser habe weder das Kopieren noch die Nutzung der Aufnahmen für KI-Training erlaubt. Laut Klageschrift seien solche Verwendungen „weder vorgesehen, offengelegt noch autorisiert“ gewesen. Insbesondere, da der Vertrag aus einer Zeit vor der heutigen KI-Entwicklung stamme.
Manga argumentiert weiter, das vollständige Kopieren von Aufnahmen für Trainingszwecke stelle eine eigenständige, nicht genehmigte kommerzielle Nutzung dar. Ziel sei die Entwicklung eines Werkzeugs, das mit menschlichen Künstler*innen konkurriere und das ungeachtet der öffentlich geäußerten Absicht, Kreative zu stärken.
Branchenkontext und Gegenposition
Die Klage fällt in eine bewegte Phase für Stability AI. Nach einem Kurswechsel bei Lizenzierung und Vergütung im Sommer 2025 schloss das Unternehmen Abkommen mit Universal Music Group und Warner Music Group, wodurch umfangreiche Rechtsstreitigkeiten beigelegt wurden.
Stability AI weist die Vorwürfe grundsätzlich zurück und erklärt, die Stable Audio-Modellfamilie sei speziell für professionelle Anwender entwickelt und ausschließlich mit lizenzierten Daten trainiert worden, um „verantwortungsvolle, hochwertige Musik- und Soundgenerierung zu unterstützen“.
Über den weiteren Verlauf des Verfahrens wird zu entscheiden sein, inwieweit Opt-out-Zusagen, ältere Lizenzverträge und KI-Training rechtlich miteinander vereinbar sind.
"Ein unverantwortlicher Angriff"
Fest steht, der Fall von Anders Manga reiht sich in eine Reihe ähnlicher Klagen gegen KI-Musikplattformen ein. So verklagte etwa im Juni 2025 der Indie-Musiker Anthony Justice die Start-ups Suno und Udio, weil deren KI-Modelle Millionen von Songs, überwiegend von unabhängigen Künstler*innen, ohne Genehmigung kopiert und genutzt hätten.
Justice kritisierte damals, dass "die Rechte der Indie-Artists am meisten mit den Füßen getreten" würden und die Plattformen "einen unverantwortlichen Angriff auf die schutzbedürftigsten und wertvollsten Mitglieder der Musikgemeinschaft" darstellen würden.
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