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Politik soll Kulturräume weiter stärken

Neues Positionspapier: LiveKomm fordert Umdenken bei Stadtplanungsprozessen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 23.09.2016

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Neues Positionspapier: LiveKomm fordert Umdenken bei Stadtplanungsprozessen

"Unsere Musikspielstaetten haben in vielen Bereichen den Ruf, reine Amuesierbetriebe und Vergnuegungsstaetten zu sein", beklagt die LiveKomm. © iStock

Der Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. präsentierte auf dem Reeperbahn Festival am 23. September das Positionspapier "Kultur(frei)räume stärken!".

Das Positionspapier beinhaltet Forderungen und Handlungsempfehlungen an die Kommunal- sowie Bundespolitik, um Belange eines attraktiven, sicheren und sozial inklusiven Nachtlebens zu berücksichtigen. Der Bundesverband LiveKomm bietet sich als Dialogpartner im Rahmen einer bundesweiten Debatte über moderne Stadtentwicklungspolitik an und möchte insbesondere neue methodische und instrumentelle Ansätze einbringen, die über das regulative Instrumentarium hinausgehen sowie Aspekte der Förderung und Entwicklung des urbanen Musik- und Kulturlebens umfassen.

Mehr Berücksichtigung im Rahmen der Stadtentwicklung

So sehen die Forderungen auf kommunaler Ebene u.a. eine stärkere Integration von Musikspielstätten, Open Air - Flächen und Band-Übungsräumen in Planungsprozesse zur Stadtentwicklung vor. Diese könnten in den Behörden ressortübergreifend (u.a. Stadtentwicklung, Umwelt, Bildung, Wirtschaft und Kultur) mit Hilfe von eigens eingerichteten Task-Force Gruppen besprochen und umgesetzt werden. Demnach müssten in den Behörden nicht zwingend neue Stellen geschaffen werden. Dieser Vorschlag zielt auf eine Verkürzung der Kommunikations- und Entscheidungswege.

Seitens der Bundespolitik begrüßt die LiveKomm die Überlegungen einer Neuordnung der Baunutzungsverordnung (BauNVO). Die so genannten "urbanen Gebiete" sollten erhöhte Immissionswerte/db-Grenzen und die Verlagerung der Messpunkte in das Wohnungsinnere beinhalten. Betroffene Gebiete könnten als "Ausgehquartiere" ausgewiesen werden, welche die Regelungen zur Nachtruhe breiter fassen könnten.

Die LiveKomm befürwortet auch einen Vorschlag der SPD Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag zur Lärmbewältigung in Großstädten, der sich sich für mehr Toleranz des "Freizeitlärms" innerhalb zunehmender Nachverdichtung in den Metropolen ausspricht. Emissionen, so die Erläuterung im LiveKomm-Papier, die durch Kultureinrichtungen entstehen, sind somit nicht als Gewerbelärm einzuordnen.

Ähnlich wie in der aktuellen Debatte um Emissionen von Kindertageseinrichtungen oder Sportplätzen, müsse dies auch weitere Veränderungen des individuellen Schutzes im Bundesimmisionschutzgesetzes mit sich bringen. Das Bedürfnis Einzelner dürfe nicht höher bewertet werden als der Wunsch vieler Personen nach Entfaltung.

Mehr Akzeptanz als Kulturbetriebe gefordert

Karsten Schölermann (1. Vorsitzender der LiveKomm): "Unsere Musikspielstätten haben in vielen Bereichen den Ruf, reine Amüsierbetriebe und Vergnügungsstätten zu sein. So stehen beispielsweise Livemusik-Clubs innerhalb der Baunutzungsverordnung auf einer Stufe mit Spielhallen, Sex-Kinos und Wettbüros. Dies ist für uns nicht weiter hinnehmbar, weshalb dieses Positionspapier auch die Akzeptanz als Kulturbetriebe einfordert. Musikspielstätten sollten endlich als engagierte Institutionen der (Hoch)Kultur begriffen und dementsprechend auch rechtlich so behandelt werden."

Verfasst wurde das Positionspapier "Kultur(frei)räume stärken!" vom LiveKomm Arbeitskreis "Kulturraumschutz", welcher sich maßgeblich aus Mitgliedern der Landesverbände Hamburg (Clubkombinat Hamburg e.V.) und Berlin (Clubcommission Berlin e.V.) zusammensetzt.

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