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Bekannte Songs werden ersetzt

Ohne echte Musik: Napster wird zum reinen KI-Streamingdienst

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 13.01.2026

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Ohne echte Musik: Napster wird zum reinen KI-Streamingdienst

© cottonbro studio via pexels.com

Ein Musik-Streaming-Pionier verändert sich radikal: Napster hat die klassischen Lizenzverträge mit Major-Labels beendet und setzt künftig vollständig auf KI-generierte Musik. Dieser Kurswechsel trifft auch Aldi Music- und o2-Kunden.

Kürzlich haben wir darüber berichtet, dass KI-Inhalte auf Streamingplattformen wie Spotify ein größeres Problem darstellen, als man glauben könnte. Deezer etwa meldete im Herbst 2025, dass rund 28 Prozent aller hochgeladenen Tracks KI-generiert seien. 

Napster verabschiedet sich vom klassischen Streaming

Was aber, wenn sich ein Streamingdienst dazu entschließt, diese Entwicklung aktiv aufzugreifen und zu seinem neuen Geschäftsmodell zu machen?

Dieser Fall scheint nun tatsächlich eingetreten zu sein. Napster hat nämlich bekannt gegeben, seinen Betrieb als traditioneller Musik-Streamingdienst einzustellen. Damit vollzieht der Dienst eine fundamentale strategische Neuausrichtung hin zu einer KI-Plattform.

Eigentümerwechsel als Treiber der Neuausrichtung

Die Lizenzverträge mit großen Labels wurden beendet, ab sofort soll der bisherige Streaming-Musikkatalog durch KI-basierte Inhalte der User ersetzt werden. Kostenpflichtig soll der Dienst dennoch bleiben.

Mitbestimmend für diesen Kurswechsel war sicherlich der Eigentümerwechsel. Seit März 2025 gehört das Unternehmen zu Infinite Reality und damit einem Unternehmen, das stark auf immersive und KI-basierte digitale Erlebnisse setzt.

Kritik an Neuerungen

Im Netz trifft das auf starken Gegenwind. In den Nutzerbewertungen der App machen einige Nutzer*innen ihren Frust deutlich. Dort heißt es unter anderem etwa: "Was soll dieser KI-Mist? Ihr macht alles falsch, was man nur falsch machen kann."

Auch User von Partnerangeboten sind betroffen. Dienste wie Aldi Music oder Mobilfunk-Bundles bei o2, die Napster-Streaming beinhalten, liefern jetzt nur noch KI-Musik. Nutzer*innen berichten von Kündigungen oder Rückerstattungswünschen, weil das eigentliche Streaming-Produkt fehlt. 

Napsters Vision

Napster selbst begründet den radikalen Kurswechsel mit einer langfristigen Vision für künstliche Intelligenz. In einem Beitrag aus dem firmeneigenen Newsroom schreibt das Unternehmen, 2026 werde das Jahr sein, "in dem KI Teil des sozialen Gefüges wird". 

KI werde demnach nicht mehr nur als Werkzeug verstanden, sondern immer tiefer in das eigene Leben und die eigene Arbeit integriert sein – eine Entwicklung, die der Dienst nun aktiv mitgestaltet. Weiter heißt es:

"Während es 2024 darum ging, diese Technologie [KI] der Welt vorzustellen, lag der Fokus 2025 darauf, sie intuitiver, interaktiver und menschlicher zu machen, mit enormen Fortschritten bei den Fähigkeiten der Modelle und darin wie sie Aufgaben eigenständig ausführen.

Wenn wir nun in Richtung 2026 blicken, geht dieser Wandel noch deutlich tiefer. Wir bewegen uns über KI als reines Werkzeug hinaus und treten in eine Ära ein, in der sie sich in das Gefüge unseres Lebens und unserer Arbeit integriert."

Nicht der erste umstrittene Vorstoß

Bereits Ende der 1990er-Jahre hatte Napster für einen starken Umbruch in der Musikindustrie gesorgt, damals als Pionier des digitalen Musiktauschs. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und mehreren Eigentümerwechseln entwickelte sich Napster später zu einem legalen Musik-Streamingdienst lange bevor Spotify den Markt dominierte.

Mit der aktellen Neuausrichtung versucht Napster nun erneut, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wie schon in der Vergangenheit ist dieser Schritt wieder hoch umstritten und das nicht mehr hauptsächlich innerhalb der Musikindustrie, sondern auch bei den eigenen Nutzer*innen.

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