Wachsende Sorge
Aktuelle PRS Studie zeigt: Vier von fünf Musikschaffenden sehen KI-Musik als Konkurrenz und Risiko
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Die neue Umfrage von PRS for Music basiert auf den Antworten von über 2.630 Mitgliedern, darunter vor allem Songwriter, Komponist*innen und Musikverleger*innen.
Sie zeigt deutlich, dass die Angst vor einer Konkurrenz durch KI-Musik im Vergleich zur letzten Umfrage 2023 weiter zugenommen hat. Inzwischen geben rund 79 Prozent der Befragten an, besorgt darüber zu sein, dass KI-generierte Musik mit von Menschen geschaffener Musik konkurrieren könnte. Das entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten Erhebung.
Steigende Sorgen um Einkommen und Karriere
Neben der Konkurrenz durch KI-Musik identifizieren 76 Prozent der Befragten KI als potenzielle Gefahr für ihre Wirtschaftliche Existenz. Auch dieser Wert ist gegenüber 2023 deutlich gestiegen.
Viele Befrage sehen ein Risiko darin, dass automatisierte Musikdienste Arbeitsplätze, Einkommensquellen und die Wertschätzung traditioneller kreativer Arbeit untergraben könnten.
Mehr Wissen, mehr Unsicherheit
Interessant ist, dass sich das Verständnis der befragten Musikschaffenden von KI im Vergleich zu 2023 verbessert hat. Mehr als 70 Prozent gaben an, dass sie nun besser verstehen, wie KI-Musikerstellung funktioniert.
In diesem Zusammenhang zeigt sich ein Anstieg von 19 Prozentpunten gegenüber der letzten Umfrage. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die stärkere Besorgnis mit besserem Wissen einhergeht.
Transparenz und Rechte im Fokus
Die Umfrage der PRS zeigt zudem, dass große Mehrheiten in der Branche klare Regeln und mehr Mitbestimmung verlangen. So sind 93 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Musikschaffende entschädigt werden sollten, wenn ihre Werke für die Erstellung von KI-Musik genutzt werden.
92 Prozent fordern außerdem, dass KI-Tools transparent offenlegen sollten, wie und mit welchen Daten sie Musik generieren.
Viele gaben zudem den Wunsch an, selbst entscheiden zu können, ob und wie ihre Musik als Trainingsdaten für KI-Modelle verwendet werden kann.
John Mottram, Chief Strategy Officer bei PRS for Music, kommentierte die Ergebnisse mit dem Hinweis, dass Technologie zwar Chancen für kreative Prozesse bieten könne, aber gleichzeitig Schutzmechanismen notwendig seien, um faire Lebensgrundlagen für Menschen in der Musikindustrie zu sichern.
Protest aus der Musikbranche
Die Besorgnis unter Musikschaffenden bezüglich Künstlicher Intelligenz äußert sich bereits seit längerem regelmäßig. Erst Ende Januar hatten sich über 700 Kreative – darunter etwa Cyndi Lauper, R.E.M., OneRepublic und MGMT – im Rahmen der Kampagne "Stealing Isn't Innovation" gegen den massenhaften Einsatz von urheberrechtlich geschützten Werken im Training von KI-Tools gewehrt.
Künstler und Künstlerinnen wie Paul McCartney, Kate Bush und Hans Zimmer wiederum beteiligten sich an der Veröffentlichung des Protestalbums "Is This What We Want?", das mehrere stille Tracks beinhaltet, die darauf aufmerksam machen wollen, dass der aktuelle Einsatz von KI langfristig dafür sorgen könnte, dass Originalmusik verstumme.
KI-Musik und Streamingplattformen
Wie groß das KI-Problem auf Streamingplattformen inzwischen ist, verdeutlichte außerdem erst kürzlich eine Meldung von Deezer, der nach aktuell 39 Prozent aller täglichen Updates auf die Streamingplattform KI-generiert seien. Während Deezer mit einem eigenen KI-Erkennungs-Tool vollständig mit KI generierte Tracks kennzeichnen möchte und nicht vergüten möchte, entschließt sich Napster dazu, ab sofort als reiner KI-Streamingdienst aufzutreten.
Außerdem sorgen vermehrt Artist-Profile auf Streamingplattformen für Diskussionen. Was mit The Velvet Sundown begonnen hat, scheint inzwischen ein Massenphänomen darzustellen. Immer mehr auf Streamingplattformen agierende Künstler*innen scheinen nicht real zu existieren.
Zuletzt hatte hier der Fall Sienna Rose für Aufmerksamkeit gesorgt. Nachdem es der Künstlerin gelungen war mehrere Millionen Streams zu generieren und sich gleich mehrere Chartplatzierungen zu sichern, äußerte sich der Verdacht, dass sie trotz verblüffend realistischem Social Media Auftritt, tatsächlich vollständig KI-generiert sei.
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