Forderung nach ethischen Lizenzvereinbarungen
"Stealing Isn't Innovation": Cyndi Lauper, R.E.M., Scarlett Johansson und Co. sind Teil einer neuen Anti-KI-Kampagne
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Cyndi Lauper (2024). © Ruven Afanador
Hinter der Kampagne steht die Human Artistry Campaign, ein übergreifendes Bündnis aus verschiedenen kreativen Branchen, darunter Verbände wie die Recording Industry Association of America und die National Music Publishers' Association sowie Vertreter*innen aus Film, Musik, Literatur und Fernsehen.
Laut dem offenen Stateent haben nahezu 800 Künstler*innen, Autor*innen und Performer*innen ihre Unterschrift gegeben, um gegen die Praxis zu protestieren, dass große Technologieunternehmen ihre KI-Modelle mit urheberrechtlich geschützten Werken ohne Zustimmung oder Lizenzierung trainieren.
Kein Fortschritt auf diesem Weg
Im Zentrum der Kampagne steht folgendes Statement:
"Die Arbeit von uns zu stehlen ist keine Innovation. Das ist kein Fortschritt. Das ist schlicht und einfach Diebstahl."
Die Initiator*innen betonen, dass es nicht darum geht, KI-Entwicklung zu stoppen, sondern faire, transparente und rechtlich abgesicherte Lizenzvereinbarungen einzufordern.
Laut den Unterstützer*innen sei dies ein praktikabler Weg, der den kreativen Sektor und technologische Entwicklung in Einklang bringen könne.
Prominente Stimmen
Unter den Unterzeichnenden befinden sich zahlreiche prominente Namen, darunter die Schauspielerinnen Scarlett Johansson und Cate Blanchett, Musiker*innen und Bands wie Cyndi Lauper, OneRepublic, R.E.M. oder MGMT, aber auch einige Kreative aus anderen Bereichen.
Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen Tech-Konzerne, die KI-Modelle entwickeln, indem sie große Mengen geschützter Werke im Internet "scrapen" und ohne Zustimmung als Teil ihrer Trainingsdaten nutzen. Die Kampagne sieht darin eine Gefährdung der Urheberrechte, der kulturellen Vielfalt und der künstlerischen Arbeit selbst.
Weitreichende Debatte
Die Initiative ist Teil einer größeren Debatte über den Einsatz von KI-Technologien im kreativen Setor und deren Regulierung.
Während einige Unternehmen bereits Lizenzvereinbarungen mit Rechteinhaber*innen schließen, sehen viele Kreative und entsprechende Organisationen dringenden Handlungsbedarf auf politischer und rechtlicher Ebene, um Opt-Out-Mechanismen, Vergütungsmodelle und klare Regeln für Trainingsdaten von KI zu etablieren.
Erst Anfang Januar etwa sorgte der Darkwave Künstler Anders Manga für Aufmerksamkeit, als er Klage gegen das KI-Unternehmen Stability AI einreichte. In dieser beschuldigte Manga Stability AI der Urheberrechtsverletzung. Trotz Opt-out Anträgen seinen Mangas habe das Unternehmen dessen Werke verwendet, um seine KI-Modelle zu trainieren.
Künstler und Künstlerinnen wie Paul McCartney, Kate Bush und Hans Zimmer wiederum beteiligten sich an der Veröffentlichung eines stillen Protest-Albums mit dem Titel "Is This What We Want?". Mit dem gemeinsamen Werk möchten sie darauf aufmerksam machen, dass langfristig ein Kollaps des kreativen Ökosystems drohe, in der Originalmusik verstumme, sollten KI-Firmen weiterhin das geistige Eigentum von Künstler*innen ohne deren Erlaubnis zum Training ihrer KI-Modelle verwenden.
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