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Zusammenarbeit mit großen Unternehmen

ProRata.ai will mit neuer Technologie Urheber*innen für KI-Content entlohnen

Spezial/Schwerpunkt von BackstagePRO
veröffentlicht am 16.08.2024

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ProRata.ai will mit neuer Technologie Urheber*innen für KI-Content entlohnen

© Neeqolah Creative Works via unsplash

Das Start-up ProRata.ai hat eine Technologie entwickelt, die erstmals eine präzise Zuordnung und Vergütung von KI-generierten Inhalten basierend auf tatsächlicher Nutzung ermöglichen soll. Diese Innovation verfolgt die Absicht, dass Urheber*innen fair zu entlohnen und ihre Rechte zu schützen, um die Verbreitung unzuverlässiger Inhalte zu verhindern.

Wie Music Business Worldwide berichtet, setzt sich das Führungsteam und der Vorstand von ProRata aus erfahrenen Führungskräften und Ingenieuren von Microsoft, Google und Meta zusammen. Außerdem gehören dem Vorstand Medien- und Digitalexperten an, darunter Michael Lang, Präsident der Lang Media Group und Mitbegründer von Hulu.

Gründer von ProRata ist Bill Gross, der sich bereits in den 90ern mit der "Pay-per-Click"-Werbung einen Namen in der Tech-Branche gemacht hat. Für die KI-Industrie findet Gross ziemlich klare Worte: "Sie klauen das Wissen der Welt und betreiben damit eine Art Geldwäsche zu ihrem Vorteil."

Genau dagegen will das von ihm gegründete Start-up nun vorgehen. 

Anteilige Vergütung

In der MBW vorliegenden Pressemitteilung des Unternehmens heißt es, dass die neue Technologie von ProRata "KI-Output analysiert, den Wert des Beitrags misst und eine anteilige Vergütung berechnet". 

Auf diese Art und Weise könne die Technologie dafür verwendet werden, den KI-Output in seine Bestandteile zu zerlegen, die Urheber zu identifizieren und die Verteilung der Vergütung unter den Rechteinhabern festzulegen.

Diese Methode soll es Urheber*innen und Rechteinhaber*innen ermöglichen, für ihre Inhalte auf Basis der KI-Nutzung entschädigt zu werden. Anders als bei Musik- oder Videostreaming, erfordere generative KI eine detaillierte Abrechnung, da ihr Output aus mehreren Inhaltsquellen generiert wird. 

Hält die Technologie von ProRata, was sie verspricht, so würde sie es Autor*innen und Künstler*innen ermöglichen, eine gerechte Entlohnung und Anerkennung für ihren Beitrag zu erhalten. Konsumierende wiederum könnten sich auf präzisere und vertrauenswürdige Informationen verlassen.

Zusammenarbeit mit großen Unternehmen

Inzwischen haben bereits einige Medienunternehmen – darunter Universal Music, The Financial Times, Axel Springer, The Atlantic und Fortune – ProRata ihre Inhalte zur Nutzung und Verwertung überlassen. 

John Ridding von der Financial Times etwa sieht in ProRata eine Lösung für das Problem der fairen Entlohnung im Journalismus und die Verbesserung der Qualität von Berichterstattungen.

Lucian Grainge, Vorsitzender und CEO der Universal Music Group betont, dass Universal Music alle Möglichkeiten prüfen wird, um mit ProRata zusammenzuarbeiten und gemeinsame Ziele zu erreichen und erklärt:

"Es ermutigt uns zu sehen, wie neue unternehmerische Innovationen im Bereich der generativen KI in Gang gesetzt werden, geleitet von Zielen, die mit unserer eigenen Vision davon übereinstimmen, wie diese revolutionäre Technologie ethisch und positiv genutzt werden kann und gleichzeitig menschliche Kreativität belohnt."

Zukunftspläne

ProRata gibt an, dass sich das Unternehmen bereits in weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit weiteren internationalen Nachrichtenverlagen, Medien- und Unterhaltungsunternehmen sowie mehr als 100 renommierten Autoren und Autorinnen befinde.

Außerdem plane das Unternehmen, sein Sprachmodell an KI-Plattformen wie Anthropic oder OpenAI zu lizenzieren, die derzeit keine Möglichkeit haben, den Beitrag einzelner Inhalte korrekt zuzuordnen. 

Eine eigene Suchmaschine, die ausschließlich mit lizenzierten Daten arbeitet, solle ebenfalls folgen.

Wie vielversprechend ist die neue Technologie?

Zunächst stellt sich die Frage, ob die Technologie von ProRata wirklich in der Lage ist, KI-Content nicht nur sicher zu erkennen, sondern auch zu erkennen, aus welchen urheberrechtlich geschützten Teilen der Output anteilig basiert. 

ProRata ist es jedenfalls gelungen, nicht nur jede Menge Investoren, sondern auch große Player der Musik- und Medien-Industrie zu überzeugen. Diese sind natürlich sehr daran interessiert, KI-Unternehmen ihre Forderung nach Vergütung zu präsentieren.

Umgekehrt haben KI-Plattformen wie Anthropic oder OpenAI vermutlich wenig Interesse daran, Vergütung zu zahlen oder sich sogar auf die Einbindung der neuen Technologie in ihr KI-Tool einzulassen. Die Einbindung der Technologie würde neue Kosten hervorrufen – ein kostenfreier Zugang zu KI-Plattformen könnte dadurch eventuell nicht mehr länger gewährleistet werden.

Nützlich für Klagen

Die Ergebnisse der Analyse durch ProRata.ai könnte Urheberrechtsinhaber*innen auch in juristischen Auseinandesetzungen zu Gute kommen können, während sie für KI-Plattformen verhängnisvoll sein könnte – sofern sie funktioniert.

Das betrifft beispielsweise den Rechtsstreit zwischen den Major-Labels und den KI-Diensten Suno und Udio. Die Plattformen haben zugegeben, ihre KI mit lizenzierten Werken der Major-Labels trainiert zu haben, berufen sich jedoch auf das Rechtinstitut des Fair-Use. Der Output weise ihrer Aussage nach keine direkten Anteile der lizenzierten Inhalte mehr auf. Mit ProRata könnte diese Behauütung in Zukunft überprüft werden.

Nicht der einzige Player

Fest steht jedoch, dass ProRata in seinem Vorhaben nicht alleine ist. Wie IT BOLTWISE berichtet, gibt es zudem auch einige weitere Unternehmen, die sich mit der Lizenzierung von Trainingsdaten beschäftigen und ganz ähnliche Ziele verfolgen  darunter etwa TollBit, Human Native AI sowie die gemeinnützige Organisation Dataset Providers Alliance.

Das Ziel der Unternehmen besteht darin, die KI-Unternehmen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und KI zu nutzen, um nachzuweisen, dass KI-Output aus urheberrechtlich geschützten Teilen besteht, die man präzise bestimmen kann. Ob das gelingt, ist völlig offen, aber die Drohung versetzt schon jetzt die KI-Welt in Aufregung.

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