Neue Chancen und Herausforderungen
NO FAKES Act: Neuer US-Gesetzentwurf soll vor KI-Täuschungen schützen und Künstlerrechte stärken
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Der "NO FAKES" Gesetzentwurf wurde bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen und nun durch eine überparteiliche Gruppe bestehend aus den demokratischen Senatoren Chris Coons und Amy Klobuchar und den Republikanern Marsha Blackburn und Thom Tillis offiziell in den US-Senat eingebracht.
Eigentumsrecht an Stimme und Bild
Der NO FAKES Act strebt an, ein individuelles Eigentumsrecht an der eigenen Stimme und am eigenen Bild auf nationaler Ebene einzuführen. Dieses Recht soll auch nach dem Tod einer Person für 10 Jahre weitergelten und kann dann von den Erben alle fünf Jahre bis zu einem Maximum von 70 Jahren erneuert werden.
70 Jahre sind beispielsweise auch die Schutzdauer für Tonaufnahmen in den USA. NO FAKES steht für "Nurture Originals, Foster Art, and Keep Entertainment Safe".
Keine unautorisierten Deep Fakes
Der NO FAKES Act würde es Personen und Unternehmen untersagen, eine nicht autorisierte KI-generierte Nachbildung einer Person in Bild oder Ton oder einem audiovisuellen Werk herzustellen oder zu verbreiten, sofern die betroffene Person nicht zugestimmt hat.
Die Person, die die unerlaubte Nachahmung herstellt oder verbreitet, würde für den durch die Fälschung (Deep Fakes) verursachten Schaden haften. Online-Dienste wären verpflichtet, entsprechende Inhalte auf Anfrage zu entfernen, sofern sie Kenntnis davon besitzen, dass die Fälschung nicht autorisiert ist.
Der Gesetzentwurf sieht Ausnahmen für durch die Redefreiheit (First Amendment) geschützte Werke wie Dokumentationen, Biografien, Kommentare, Parodien und Kritiken vor.
Inspiriert von Drake/The Weeknd-Deepfake
Die Begründung des Gesetzentwurfs nennt als Ursache für die Notwendigkeit der Regulierung u.a. die angebliche Kollaboration zwischen Drake und The Weeknd, die sich als Deep Fake herausstellte. Senator Chris Coons, einer der Autoren des Gesetzentwurfs, erklärt dazu:
"Generative KI hat die Türen zu aufregenden neuen künstlerischen Möglichkeiten geöffnet, stellt uns aber auch vor einzigartige Herausforderungen, die es einfacher denn je machen, die Stimme, das Bild oder das Abbild einer Person ohne deren Zustimmung zu verwenden."
Vorteile für Künstler*innen
Das Gesetz soll aber nicht nur Verbote schaffen, sondern Künstler*innen ermöglichen, von KI-Technologie zu profitieren, indem es ihnen eine neue Einnahmequelle durch Lizenzvereinbarungen eröffnet.
Da der kommerzielle Erfolg von Künstler*innen, die mit generativer KI arbeiten möchten, maßgeblich davon abhängt, wie effektiv unerlaubte Nutzung verhindert werden kann, zielt der Gesetzentwurf darauf ab, diese zu verhindern.
Maximaldauer für Lizenzierungen
Der Gesetzentwurf greift noch ein weiteres Problem auf: Obwohl die Zusammenarbeit mit Plattenfirmen für Künstler*innen die mit KI experimentieren, an sich verlockend sein könnte, existieren allerdings Bedenken, dass diese Unternehmen Druck ausüben könnten, um Rechte langfristig zu übertragen.
Der NO FAKES Act adressiert diese Befürchtungen, indem er festlegt, dass Vereinbarungen über die Lizenzierung von Stimme und Bild einer Person eine maximale Gültigkeit von zehn Jahren besitzen. Zudem muss die Lizenzierung in Schriftform erfolgen und eine detaillierte Beschreibung der "beabsichtigten Nutzung der jeweiligen Nachbildung" enthalten. [PDF]
Musikindustrie unterstützt Gesetzentwurf
Der NO FAKES Act erhält eine breite Unterstützung aus der Musikbranche. Robert Kyncl, CEO der Warner Music Group, lobt den Entwurf mit den Worten:
"Der NO FAKES Act stellt das richtige Gleichgewicht her, um die nächste Generation technologiegetriebener Kreativität zu fördern, während er gleichzeitig das Recht jedes Amerikaners schützt, die Nutzung seines Bildes und seiner Stimme im KI-Zeitalter zu kontrollieren."
Die Universal Music Group beschreibt das Gesetz als innovativ, da es verantwortungsvolle KI-Nutzung fördere und gegen Deepfakes sowie den Missbrauch persönlicher Rechte vorgehe. Sony Music unterstützt den Entwurf ebenfalls und plant eine enge Zusammenarbeit mit den Senatoren, um eine ethische Nutzung der KI-Technologie zu gewährleisten.
Handelt der US-Kongress?
Music Business World zufolge ähnelt der neue Gesetzesentwurf dem NO AI FRAUD Act, der im Januar im Repräsentantenhaus eingebracht wurde. Die Senatsversion erweitert die Rechte allerdings auch auf die Erben von Verstorbenen.
Da beide Häuser des US-Kongresses an ähnlichen Gesetzentwürfen arbeiten, steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass der US-Kongress noch vor Ende der aktuellen Wahlperiode ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.
Andere Vorhaben
Zusätzlich werden in Washington weitere Gesetze wie der COPIED Act diskutiert, der die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material für das Training von KI-Modellen regeln möchte.
Der COPIED Act ähnelt dem AI Act der EU, der ebenfalls Regeln für das Training von KI-Modellen enthält. Er enthält aber keine Regeln zur Herstellung von Deep Fakes oder anderen unlizenzierten Inhalten, die real existierende Personen nachahmen.
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