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Bestehende Probleme verschärfen sich

Bestehende Einkommenslücken von Songwritern verschärfen sich durch KI-Musik

Spezial/Schwerpunkt von BackstagePRO
veröffentlicht am 23.08.2024

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Bestehende Einkommenslücken von Songwritern verschärfen sich durch KI-Musik

© Mart Production

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens MIDiA Research kommt zu dem Ergebnis, dass 67 Prozent der Songwriter*innen mit unzureichenden Streaming-Einnahmen zu kämpfen haben und meist weniger als 10.000 US-Dollar jährlich verdienen. Es ist zu erwarten, dass sich die Lage durch den Boom von KI-Musik noch verschärfen wird.

Laut der Studie mit dem Titel "Songwriters Take the Stage" ist die größte Herausforderung für Songwriter*innen der Mangel an signifikanten Einnahmen. 

Fehlende Einkünfte

Die meisten Kreativschaffenden in diesem Bereich verdienen jährlich weniger als 10.000 US-Dollar. Lediglich 10 Prozent der Befragten erzielen mehr als 30.000 US-Dollar im Jahr. Mehr als die Hälfte der Songwriter*innen erzielt sorgar nur Einkünfte zwischen 0 und 1.000 US-Dollar jährlich.

Viele Songwriter versuchen, ihre Einnahmen durch Synchronisationen zu steigern, stoßen dabei jedoch auf Grenzen. Daher suchen einige nach neuen Möglichkeiten jenseits von Tantiemen, wie zum Beispiel Auftragsarbeiten und Markenpartnerschaften.

Die Hürden

Der Weg zu signifikanten Tantiemen ist kompliziert: 40 Prozent haben Schwierigkeiten, sich in der Vielzahl an Angeboten Gehör zu verschaffen, während 23 Prozent Probleme haben, geeignete Kooperationen zu finden oder ihre Songs erfolgreich zu präsentieren. Zudem fehlt 22 Prozent der Befragten das notwendige Wissen über die Musikverlagsbranche.

Selbst wenn man diese Hürden überwunden hat, bleibt immer noch das am schwersten zu lösende Problem mit den Streaming-Einnahmen. Denn die Ergebnisse zeigen, dass 67 Prozent mit unzureichenden Einnahmen aus dem Streaming-Bereich zu kämpfen häben. 

Wichtigkeit des Markenaufbaus

Aus der Untersuchung geht außerdem hervor, dass die Bedeutung einer Marke und eines eigenen Image immer weiter wächst, da diese sowohl beim Aufbau einer externen Fangemeinde als auch bei der Vernetzung innerhalb der Musikbranche zunehmend wichtig sind. 

Songwriter*innen wünschen sich vor allem Werkzeuge und Dienstleistungen, die sie beim Pitching für Synchronisationen, beim Markenaufbau und bei der Kontaktaufnahme mit potenziellen Partnern unterstützen. 

Chancen als Songwriter*in

Songwriter*innen betrachten Synchronisationen zu 31 Prozent als den vielversprechendsten Weg zu nennenswerten Einnahmen, noch vor dem Erfolg mit einem Hit (20 Prozent). Allerdings überschätzen Songwriter die Möglichkeiten, in diesem Bereich Geld zu verdienen, weil das Potential begrenzt ist.

Fast ein Drittel der Songwriter*innen ist sich bewusst, dass ihre Chancen mit der Qualität ihrer Musik beginnen und streben, den Studienergebnisse nach, danach ihre Fähigkeiten zu verbessern.

Für die Studie befragte MIDiA Research über 300 Songwriter*innen, um deren Einkommensverteilung, Herausforderungen und Bedürfnisse zu analysieren. 

KI-Musik könnte Lage verschärfen

Anfang des Jahres warnte eine Studie der GEMA und der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM vor den Folgen von generativer KI-Musik für die Einkünfte von Verwertungsgesellschaften.

Damals rechnete das Forschungsunternehmen Goldmedia, das die Studie durchführte, mit Einkommensverlusten für Verwertungsgesellschaften von 28 Prozent bis zum Jahr 2028.

Davon wären Songwriter massiv betroffen, denn die Verwertungsgesellschaften schütten bekanntlich den Großteil ihrer Einnahmen an Songwriter, Komponisten und Musikverlage aus.

Inzwischen hat Goldmedia eine entsprechende Studie auch für die australische und neuseeländische Verwertungsgesellschaft Apra Amcos durchgeführt. Sie rechnet für den dortigen Raum mit Einnahmeverlusten von 23 Prozent bis 2028. Näheres über die Studie gibt es hier. 

Es trifft die Kleinen

Besonders besorgniserregend ist, dass die Einnahmeverluste vor allem bei denjenigen entstehen werden (oder bereits entstanden sind), die schon nicht zu den Spitzenverdienern unter den Songwritern und Komponisten zählen. 

Die Studie hebt nämlich hervor, dass insbesondere Bereiche wie generische Musik für Filme und Werbung sowie Lo-Fi-Musik auf Streaming-Plattformen durch den Einsatz von KI bedroht sind. Textgeneratoren wie ChatGPT lieferten zwar Ideen für Songs, seien aber vorerst nicht in der Lage, die Erfahrung erfahrener Songwriter*innen zu ersetzen. 

Das bedeutet, dass sich diejenigen, die über ein gutes Netzwerk verfügen und als Songwriter etabliert sind, vermutlich weniger Sorgen über zurückgehende Einkünfte machen müssen als diejenigen, die sich mit schlecht(er) bezahlten Aufträgen für die Komposition generischer Musik oder Songs über Wasser halten.

Mögliche Perspektiven

Angesichts dieser Lage ist es kein Wunder, dass Branchenvertreter in immer stärkerem Maß die  gesetzliche Regulierung von KI verlangen.

Das betrifft zum einen das Training von KI mit urheberrechtlich geschützten Inhalten, aber auch den Output, sofern sich nachweisen ließe, dass in ihm urheberrechtlich geschütztes Material erkennbar ist.

Bislang sind solche Maßnahmen aber noch weder in der EU oder in den USA umgesetzt worden, da die Debatte sich immer noch in einem frühen Stadium befindet.

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