Das grundlegende Paradox der Musikwirtschaft
Studie: Musikschaffende attestieren Streaming-Plattformen hohe Bedeutung, kritisieren Einkünfte
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© Maxwell Hunt
Grundlage der Studie sind Befragungen von rund 1.200 Künstler*innen aus Brasilien, Chile, Nigeria, den Niederlanden und Südkorea, wodurch sehr unterschiedliche Musikmärkte abgebildet werden.
Ein Großteil der Teilnehmenden veröffentlicht Musik eigenständig. Die Studie berücksichtigt zudem unterschiedliche Karrierestufen.
Einnahmen reichen nicht
Die wirtschaftliche Lage der Befragten fällt überwiegend bescheiden aus. Mehr als die Hälfte gab an, weniger als 1.000 Euro pro Jahr durch Musik zu verdienen. 26 Prozent erklärten sogar, überhaupt keine Einnahmen zu erzielen. Nur eine kleine Minderheit von 8 Prozent erreicht Einkommensbereiche von über 30.000 Euro, die eine langfristige Existenz sichern können.
Besonders auffällig ist die Situation jüngerer Künstler, die seit dem Beginn der Streaming-Ära 2015 aktiv sind. In ihrer Kategorie verdienen 69 Prozent unter 1.000 Euro. Zudem wächst die Konkurrenz durch eine stetig steigende Anzahl an Veröffentlichungen, was die Sichtbarkeit neuer Acts zusätzlich erschwert.
Unzufriedenheit mit Vergütungsmodellen
Die Mehrheit der Befragten äußert deutliche Kritik an den bestehenden Vergütungssystemen. Viele sehen die Ausschüttungen pro Stream als unzureichend an. Hinzu kommt, dass Einnahmen oft nicht direkt bei den Künstlern ankommen, etwa durch vertragliche Bindungen an Labels oder andere Rechteinhaber.
Trotzdem erkennen die meisten Musiker die Relevanz von Streamingdiensten an. Die Plattformen gelten als wichtiges Medium, um ein Publikum zu erreichen und neue Hörer zu gewinnen. Für viele stellt diese Form der Verbreitung inzwischen eine zentrale Voraussetzung für den Aufbau einer Karriere dar.
Unterschiedliche Perspektiven je nach Region
Die Einschätzungen variieren je nach Land. In Nigeria bewerten viele Künstler die Auswirkungen von Streaming vergleichsweise positiv, obwohl die Einnahmen gering sind. In europäischen Ländern wie den Niederlanden fällt die Bewertung deutlich kritischer aus.
Dennoch zeigt sich über alle Regionen hinweg ein ähnliches Muster aus hoher Bedeutung von Streaming-Diensten und begrenztem finanziellen Ertrag. Allgemein erachten 81 Prozent der Befragten Streaming als wichtig, während sich fast die gleiche Zahl (83 Prozent) unzufrieden mit den Einnahmen zeigt.
Unterschiede zwischen den Musikmärkten
Die Studie nennt mehrere Einflussfaktoren für die unterschiedliche Wahrnehmung. Dazu zählen vor allem die jeweiligen Marktbedingungen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Erwartungen der Künstler.
In Märkten wie Nigeria wird Streaming häufiger als Chance für Reichweite und Sichtbarkeit wahrgenommen, während in etablierten Märkten wie den Niederlanden die vergleichsweise geringen Einnahmen stärker ins Gewicht fallen.
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