Politik, Künstler und Musikunternehmen wollen Lösungen für Vergütung, Transparenz und KI entwickeln
Bundeskanzleramt startet Arbeitsprozess zur Zukunft des Musikstreamings
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© BKM / photthek / Trutschel
Mit der Zukunftsagenda beginnt die nächste Phase eines von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer initiierten Dialogs zur Zukunft des Musikstreamings. Eine neu eingerichteten "Taskforce Musikstreaming" sollen unter Moderation der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien konkrete Vorschläge erarbeiten.
Beteiligt sind Künstlerinnen und Künstler, Musiklabels, Streamingdienste, Verbände und Verwertungsgesellschaften. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), PRO MUSIK, VUT, der Verband unabhängiger Musikunternehmer:innen, Bitkom und die GEMA.
BVMI begrüßt Dialog
Der BVMI bewertet den gestarteten Prozess grundsätzlich positiv. Vorstandsvorsitzender Dr. Florian Drücke betonte nach der Vorstellung der Agenda, dass die verschiedenen Interessen innerhalb der Branche stärker verbunden seien als sie trennten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass unternehmerisches Risiko und Investitionen der Musikunternehmen ein wesentlicher Bestandteil professioneller Karrieren seien.
"Es wird auch in Zukunft auf die Nachfrage der Fans und auf die Bezahlung ankommen", erklärte Drücke. Besonders beim Umgang mit KI-generierter Musik brauche es transparente und innovative Lizenzmodelle, die auf dem Urheberrecht basieren und Künstler:innen einbeziehen. Zudem müsse Streaming-Betrug, also die künstliche Manipulation von Abrufzahlen durch Betrugssysteme, weiterhin konsequent bekämpft werden.
Nach Ansicht des BVMI müsse die Branche nun von der Diskussion in die konkrete Umsetzung kommen. Die Arbeitsgruppen sollen sich mit den einzelnen Problemfeldern beschäftigen, um anschließend neue Lösungen für Wettbewerb, Innovation und Wachstum im Streamingmarkt zu entwickeln.
PRO MUSIK fordert konkrete Veränderungen
Kritischer bewertet der Verband PRO MUSIK, der Verband freier Musikschaffender den bisherigen Verlauf des Prozesses. Zwar begrüßt der Verband, dass erstmals alle relevanten Akteur:innen an einem Tisch sitzen, fordert jedoch schnelle und tiefgreifende Reformen und nicht nur Absichtserklärungen.
PRO MUSIK verweist dabei auf die im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele, wonach Kreative im digitalen Musikmarkt angemessen an Einnahmen beteiligt und faire sowie transparente Vergütungsmodelle entwickelt werden sollen.
Aus Sicht des Verbands bestehen weiterhin erhebliche Ungleichgewichte bei der Verteilung der Streaming-Einnahmen. Nina Graf, Vorstandsvorsitzende von PRO MUSIK erklärt:
"Es ist gut, dass Kulturstaatsminister Weimer alle relevanten Akteurinnen und Akteure, von den Kreativen über die Labels bis hin zu den Streaming-Anbietern, an einen Tisch holt. Wir gestalten den anstehenden Prozess mit, auch wenn wir uns mehr und konkreteres erhofft hätten. Jetzt geht es darum, die Interessen unserer Mitglieder mit Nachdruck zu vertreten. Klar ist aber schon jetzt, dass ein bloßer Austausch nicht mehr ausreicht, es braucht jetzt Veränderung."
Blick auf KI
Neben der Vergütung steht der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt. Die Branche sucht nach Lösungen für transparente Lizenzmodelle, die das Urheberrecht berücksichtigen und gleichzeitig Innovation ermöglichen.
Auch Streaming-Betrug soll stärker bekämpft werden, um Manipulationen von Abrufzahlen und Einnahmen einzudämmen.
Im Dezember 2026 soll überprüft werden, welche Fortschritte die Arbeitsgruppen erzielt haben und welche weiteren Schritte notwendig sind.
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