Zukunftsorientiert
GEMA Mitgliederversammlung diskutiert über neue Lizenzierungsmodelle und Künstliche Intelligenz
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Dr. Tobias Holzmüller (2024). © Manuel Vescoli
Die Mitgliederversammlung der GEMA fand vom 14. bis 16. Mai in Berlin statt. 550 Komponistinnen, Textschaffende und Verlegerinnen kamen zusammen, um die Mitglieder des Aufsichtsrats für die nächsten drei Jahre zu wählen und wichtige Beschlüsse zur Zukunft der GEMA zu treffen. Wichtiges Diskussionsthema der Versammlung war unter anderem Künstliche Intelligenz.
Die Musikindustrie rechnet in den nächsten Jahren geringere Wachstumsraten und versucht daher, Prozesse zu optimieren und Kosten zu reduzieren. Das hat auch Auswirkungen auf die GEMA. Die GEMA agiere in einem deutlich offeneren, globaleren und dynamischeren Marktumfeld als noch vor wenigen Jahren.
CEO Dr. Tobias Holzmüller will die GEMA daher so aufstellen, dass sie im internationalen Wettbewerb stark bleibt, auch wenn dafür liebgewonnene Strukturen aufgegeben werden müssen. Hinsichtlich der Chancen der GEMA zeigt er sich kämpferisch:
"Wir können das! Wir haben die wirtschaftlichen und technologischen Voraussetzungen, um diese Veränderung zu meistern. Die Zukunft hat bereits begonnen und wir arbeiten intensiv an ihrer Gestaltung."
Künstliche Intelligenz dominiert die Diskussionen
Die Regulierung von KI in der Musikbranche hat weiterhin höchste Priorität für die GEMA und ihre Mitglieder. An allen drei Tagen diskutierten die Mitglieder der GEMA die Auswirkungen und Chancen von KI.
Technologien wie KI könnten zwar Künstler und Künstlerinnen bei ihrer Arbeit unterstützen, sie würden aber auch für einen disruptiven Wandel bestehender Geschäftsmodelle sorgen, erklärte Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann in seinem Gastvortrag. Der AI Act der EU sei daher wichtig, um sicherzustellen, dass sich "menschliche Kreativität und Innovationskraft" lohnen würden.
Frauenanteil im Aufsichtsrat steigt
Im Rahmen der Mitgliederversammlung fanden auch Neuwahlen für den Aufsichtsrat der GEMA statt. Dabei konnten sich zahlreiche Frauen gegen ihre männlichen Mitbewerber durchsetzen und werden nun für eine dreijährige Amtsperiode als Vertreter der Mitglieder.
Nach den Neuwahlen besitzt der GEMA-Aufsichtsrate einen Frauenanteil von 43 Prozent (neun Frauen und zwölf Männer).
Die Komponistenkurie wählte Matthias Hornschuh, Micki Meuser, Dr. Charlotte Seither, Andreas Weidinger, Dr. Ralf Weigand und Alexander Zuckowski als ihre Vertreter in den Aufsichtsrat sowie Anna Depenbusch und Michelle Leonard als Stellvertreterinnen.
Die Textdichterkurie wird bis 2027 von Frank Ramond, Tobias Reitz, Götz von Sydow und Diane Weigmann vertreten, Katharina Franck und Anja Krabbe fungieren als Stellvertreterinnen. Die Interessen der Verlegerkurie repräsentieren im Aufsichtsrat künftig Bettina Bonengel, Dr. Götz von Einem, Jörg Fukking, Patrick Strauch und Michael Ohst sowie als Stellvertreterinnen Elisabeth Dominik und Diana Muñoz.
Neue Beschlüsse
Als Reaktion auf den Marktrückgang bei Ton- und Bildträgern und den immer wichtiger werdenden Onlinemarkt, hat die GEMA neue, vereinfachte Lizenzierungsmodelle entwickelt. Gleichzeitig entwickelt die GEMA auch ihre Lizenzierungsmodelle im Online-Bereich weiter und setzt sich für eine faire Vergütung ein.
Eine "lebhafte und konstruktive" Diskussion fand hinsichtlich der Frage statt, ob die bisherige Kategorisierung von "Ernster Musik" und "Unterhaltungsmusik" durch eine "genreoffene Verteilung" ersetzt werden soll. Eine Beschlussfassung erfolgte jedoch noch nicht.
Unternehmen
GEMA
Verwertungsgesellschaft für Werke der Musik
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