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Negative Prognosen bis 2028

CISAC-Studie: Musikschaffenden droht Umsatzrückgang durch KI-Musik

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 23.12.2024

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CISAC-Studie: Musikschaffenden droht Umsatzrückgang durch KI-Musik

CISAC-Präsident Björn Ulvaeus. © Kristian Pohl

Der Umsatz von Musikschaffenden könnte bis 2028 um 24 Prozent zurückgehen, im Bereich audiovisueller Werke um 21 Prozent – das ergab eine Studie der CISAC. Grund dafür ist die zunehmende Relevanz von generativer KI in der Musikindustrie.

Der Dachverband für Verwertungsgesellschaften Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs (CISAC) hat eine Studie von PMP Strategy durchführen lassen, die sich mit den Auswirkungen von Musik, die mittels künstlicher Intelligenz generiert wurde, beschäftigt. Es handelt sich um die erste globale Studie zu diesem Thema.

Dafür wurden Interviews mit Expert*innen geführt – darunter auch mit Tobias Holzmüller und Kai Welp von der GEMA – Marktdaten ausgewertet sowie Workshops mit Verwertungsgesellschaften durchgeführt.

Folgen für Kreativschaffende

Wird der Umsatz in der Musikindustrie und im Bereich audiovisueller Medien betrachtet, so wird deutlich, dass menschliche Werkschaffende einen Rückgang zugunsten generativer KI hinnehmen müssen. 

Die Studie prognostiziert einen Rückgang um 24 Prozent bis 2028 im Bereich Musik, was einem Umsatzverlust von 10 Milliarden Euro entspricht. Im Segment audiovisueller Werke könnte der Umsatz bis 2028 um 21 Prozent sinken – ein Rückgang von 12 Milliarden Euro.

Fehlende Lizenzzahlungen

Dieser enorme Umsatzrückgang kommt auch dadurch zustande, dass KI generierte Musik vielfach auf menschlich geschaffenen Werken zurückzuführen ist, die Urheber*innen jedoch keine Lizenzgebühren dafür erhalten. 

Diese Problematik fasst die Studie folgendermaßen zusammen:

"Bei einem unveränderten Rechtsrahmen werden die Urheber tatsächlich an zwei Fronten Verluste erleiden: den Verlust von Einnahmen aufgrund der unerlaubten Nutzung ihrer Werke durch Gen-KI-Modelle ohne Vergütung und die Verdrängung ihrer traditionellen Einnahmequellen durch den Substitutionseffekt von KI-generierten Ergebnissen, die mit von Menschen geschaffenen Werken konkurrieren."

Wachstum des KI-Marktes

Im Gegensatz dazu steigt der durch KI-Musik und audiovisuellen Content erzielte Umsatz stark an: Derzeit beträgt der Wert 3 Milliarden Euro, bis 2028 könnte dieser bei 64 Milliarden Euro liegen. Die Prognose für den Musikbereich liegt bei 16 Milliarden Euro, im Segment audiovisueller Medien sagt die Studie sogar 48 Milliarden Euro Umsatz vorher.

Die 16 Milliarden Euro Marktwert generativer KI in der Musikbranche lassen sich in drei Bereiche aufteilen: 5 Milliarden Euro sind laut Studie auf KI-generierte Musik im B2B-Kontext zurückzuführen, eine Milliarde Euro auf neue Streamingformen, die auf KI-generierter Musik basieren und 10 Milliarden Euro Marktwert entfallen auf traditionelles Streaming von KI-generierter Musik.

KI im Musikstreaming

Streamingplattformen nutzen schon länger künstliche Intelligenz. So steigt die Zahl KI- erstellter Playlists kontinuierlich an. Diese Playlists ermöglichen es den Usern, Musik passend zu deren Stimmung oder Aktivitäten zu hören, ohne selbst eine konkrete Auswahl zu treffen. Die Folge ist ein zunehmend passiver Musikkonsum: 41 Prozent der 100 meistgehörten Spotify-Playlists sind sogenannte Mood-Playlists.

Die Studie stellt zudem die Prognose auf, dass generative Künstliche Intelligenz die Entwicklung eines einfacheren Zutritts für Künstler*innen in die Musikbranche durch Streamingdienste noch verstärken wird.

Stimmen zur Studie

Die Studie verdeutlicht die negativen Folgen für Musikschaffende durch Künstliche Intelligenz. Der Präsident der CISAC, Björn Ulvaeus, hebt in diesem Zusammenhang vor allem die Notwendigkeit einer politischen Regulierung hervor, damit die Karrieren von Künstler*innen nicht unter den neuen technologischen Möglichkeiten leiden:

"Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir diese Vorschriften richtig gestalten, die Rechte der Urheber schützen und zur Entwicklung eines KI-Umfelds beitragen, das die menschliche Kreativität und Kultur schützt."

Dem schließt sich auch GEMA-CEO Dr. Tobias Holzmüller an und erläutert im Hinblick auf den technologischen Fortschritt:

"Derzeit geht diese rasante Entwicklung auf Kosten der Urheber - sie werden nicht an den enormen Einnahmen beteiligt. Die Urheber werden daher in Zukunft bis zu 24 Prozent ihrer Einnahmen verlieren. Um dies zu verhindern, müssen sie einen fairen Anteil an den Einnahmen der KI-Anbieter erhalten. Eine kluge Regulierung, die den Fortschritt ermöglicht und gleichzeitig für eine faire Beteiligung sorgt, ist weiterhin dringend notwendig."

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