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Tipps zum Locationguide und den richtigen Auswahlkriterien

So findest du die richtige Konzertlocation für dich, eure Band oder deine Künstler

Tipps für Musiker und Bands von Nadja Thomsen
veröffentlicht am 06.10.2016

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So findest du die richtige Konzertlocation für dich, eure Band oder deine Künstler

Nicht zuletzt kann dir der Backstage PRO Locationguide dabei helfen, die richtige Konzertlocation für dich und/oder deine Band zu finden. © MKB

Konzertlocations sind ebenso vielfältig wie die Künstler, die auf ihren Bühnen spielen. Den passenden Veranstaltungsort zu finden kann so manche Tücke bereit halten. Wir fassen einige Ideen und Möglichkeiten für Künstleragenten oder Eventmanager zusammen.

Backstage PRO Locationguide

Du willst nicht lange lesen, sondern direkt nach Locations stöbern? Das kannst du hier – aber denke daran, dass es wichtig ist, sich bei den "richtigen" Clubs und anderen Locations zu bewerben, sonst sind die Erfolgsaussichten gering.

Gerade um kleinere Locations oder Geheimtipps zu finden, bedarf es oft der intensiven Suche. Daher kann es sich zum Beispiel durchaus lohnen, die Archive und Tourpläne anderer, vergleichbarer Künstler zu durchforsten.

Im Locationguide bei Backstage PRO kannst du zum Beispiel checken, welche Bands bereits in eurem Wunschclub gespielt haben, die euch ähnlich sind (Genre, Karrierestufe, …). Ebenso kannst du deren Feedback zur Location lesen und weiter recherchieren, wo sie sonst noch gespielt haben.

Wo und wie kann man suchen?

Bevor wir speziellere Aspekte betrachten, sind zunächst ein paar Grundlagen zu schaffen. Immerhin gibt es eine Fülle an räumlichen Möglichkeiten, die vielleicht nicht jedem so bewusst ist: Von zweckmäßigen Veranstaltungshäusern wie Konzertsälen und Open-Air-Bühnen bis hin zu zweckfremden Institutionen wie Kirchen gibt es quasi alle Konstellationen.

  • In Kneipen oder Restaurants gibt es oft bühnenartige, leicht erhöhte Raumteile, der eigentliche Zweck der Lokalität ist aber die Verköstigung der Gäste.
  • Größere Firmen haben oft extra Säle für Firmenveranstaltungen, deren technische Ausstattung aber auch geprüft werden sollte.

Wie oben erwähnt sollte man auch in solchen Fällen überlegen, ob die Locationplanung zur Veranstaltungsart passt. Eine kleine, zuschauernahe Soiree benötigt natürlich weniger Technik und eine kleinere Bühne als ein volles Konzert mit Bühnenprogramm.

So weit, so gut, aber wo findet man passende Locations, gerade dann, wenn man nicht in der eigenen Heimatstadt sucht? Unser Livelocationsverzeichnis haben wir dir bereits empfohlen. Es stellt neben den bereits erwähnten Infos auch noch Angaben zu vorhandener Technik, den nächsten (somit belegten) Terminen und mehr zur Verfügung. Wir wissen, dass es nur wenige vergleichbare Datenbanken für andere Länder gibt. Doch auch manche Zeitungen, Wochenblätter und Stadtmagazine führen ab und an zumindest eine Liste oder Adressverzeichnisse von regional relevanten Spielorten für Kultuveranstaltungen.

Erste Schritte

Eine der ersten Überlegungen, die noch vor der eigentlichen Suche angestellt werden sollten, ist die Größe der Location:

Die Größe ist abhängig davon, wie viele Besucher zu erwarten sind, was wiederum damit zusammenhängt, wie bekannt man in der angepeilten Region ist. Wenn die Band noch nie in der Nähe war und keinen großen Namen hat, sei ehrlich zu dir selbst und rechne zunächst mit kleineren Zuschauerzahlen. Allerdings kannst du auch mit einem unbekannten 20-Mann-Orchester nicht auf jeder Bühne spielen, also sollte auch die benötigte Bühnengröße in die Überlegungen zur Locationsgröße einbezogen werden.

Ebenso solltest du als fürs Booking verantwortliches Bandmitglied, DIY-Musiker, Künstleragent oder –manager eine Zielgruppe ins Auge fassen, bzw. dir bewusst sein, wer zu einem Konzert von dir oder deiner Künstler kommen wird.

Dabei hilft im Notfall ein Blick ins Publikum vorheriger Konzerte. Denn die Location sollte nicht nur zur Veranstaltung passen, sondern auch zu den Zuschauern. Beispielsweise macht sich Klassik in Barocksälen und Kirchen gut, Punkrock eher weniger – und eine Horde pogender Punkrocker in einer Kirche ist ja dann doch etwas unpassend (oder auch gerade nicht, das müsst ihr für eure Situation auch alles individuell beantworten).

Eine Frage der Technik

Wenn eine Location in den groben Zügen passt, geht’s an die Feinheiten. Eine davon kann sich mitunter als recht tückisch erweisen, die Technik.

Dabei hat es der gut vorbereitete Künstler oder Eventmanager deutlich leichter, da er oder sie bereits im Vorfeld weiß oder sich erkundigt hat, was genau die Musiker vor Ort brauchen. Und damit ist hier nicht die laienhafte Idee gemeint, dass Sänger irgendeine Art von Mikrophon brauchen, sondern vielmehr das Wissen, was speziell an Bühnentechnik vorhanden sein muss.

Bei vielen Performances sind die Künstler beispielsweise in Bewegung, Kabelmikrophone sind da eher unpraktisch. Auch ist nicht jedes Mikrophon und nicht jeder Verstärker mit jedem Mischpult kompatibel – die Tontechnik lässt sich also nicht zusammenwürfeln. Ebenso verhält es sich mit der Lichttechnik. Und auch gut ausgebildete Techniker, die hinter den Kulissen für perfekte Sound- und Lichteinstellungen sorgen, sind bei für gelungene Vorstellungen unverzichtbar.

Konkrete Fragen, die beantwortet werde müssen, sind:

  • Was ist vorhanden?
  • Bringen wir Technik(er) mit, gibt es Fachpersonal vor Ort oder muss dazugemietet werden?
  • Wenn dazugemietet wird, was ist dafür an Budget vorhanden?
  • Wenn wir selbst Technik mitbringen, wer baut auf und ab?
  • Und, ganz besonders wichtig, wann und mit wem ist Sound- und Lichtcheck?

In größeren, zweckmäßigen Locations (Opernhaus, Konzerthalle) ist oft alles vorhanden, in verschiedener Ausführung und passender Qualität, während in zweckfremden Veranstaltungsorten (Restaurant, Privatfeier) oft detailgenau nachgesehen und ergänzt werden muss.

Künstlerfreundliche Locations

Ist die Techniksituation geklärt, geht’s mit den Bedürfnissen der Künstler selbst weiter, denn auch für sie ist nicht jede Location gleich gut:

  • Wenn Technik mitgebracht wird, muss eine passende Parkmöglichkeit für das Frachtfahrzeug vorhanden sein.
  • Auch die Musiker selbst möchten nicht mit ÖPNV oder zu Fuß ewig weit von der Unterkunft zum Veranstaltungsort oder umgekehrt gondeln, brauchen also auch einen locationnahen Parkplatz, wenn sie selbst mit PKW unterwegs sind.
  • Ebenso benötigt wird idealerweise einen Rückzugsort im Veranstaltungshaus, bei dem die Künstler nicht durch den Zuschauerraum müssen. Der klassische Backstagebereich also, in dem auch das Catering stattfindet und für die Zuschauer unzugängliche Waschräume liegen.
  • Dass ein Restaurant oder eine Kneipe nicht über einen ausgewachsenen Backstage-Bereich verfügt ist natürlich selbstverständlich, aber dort ist die Atmosphäre durch die räumliche Nähe sowieso eine andere.
  • Auch eine eventueller Merchandisestand und eine Abendkasse entfallen bei letzteren Locations oft, ihre Errichtung sollte aber wenn möglich berücksichtigt werden – Werbung ist immer nützlich.
  • In diesem Zusammenhang gilt es auch zu klären, wer Merchandise und Abendkasse betreut und ob dabei Extrakosten entstehen.

Ärgernisse vermeiden

Sind Location und Termin gefunden, sind noch ein paar Rahmenbedingungen zu klären.

  • Wenn du selbst in der Veranstalterrolle auftrittst, sei dir deines Budgets bewusst. Manchmal sind tolle Locations einfach zu teuer, vor allem wenn zur Raummiete noch Zusatzkosten durch Extrabestuhlung, Nebenkosten oder Bindung an den Service des Hauses kommen.
  • Als Musiker, Künstleragent oder –manager solltest du auch in Erfahrung bringen, ob andere Veranstaltungen die Zuschauer fernhalten könnten. Ein wichtiges Fußballspiel könnte die Zuschauer eher vor dem heimischen Fernseher fesseln und auch deinem Konzert ähnliche Veranstaltungen kurz vor oder nach deinem geplanten Event können ein Grund sein, dass die Besucherzahlen unerfreulich niedrig bleiben. In diesem Fall solltest du dir gut überlegen, welches Risiko du eingehen kannst und willst.
  • Ein weiterer Punkt ist, ob die Location barrierefrei ist. Denn wenn der barrierefreie Eingang nicht dem Haupteingang entspricht oder er ganz fehlt, sollte das für potentielle Konzertbesucher auch so kommuniziert werden, spätestens beim Ticketkauf.
  • Des Weiteren sollte die Parksituation für Besucher geklärt werden. Das bedeutet nicht, Parkplätze zu finden oder zu empfehlen, sondern nur im Fall deutlich unzureichender Parkmöglichkeiten darauf hinzuweisen.

Punkte wie Barrierefreiheit und Besucherparken haben natürlich nicht direkt mit deiner Planung und den Künstlern zu tun, sprechen aber für gute Vorbereitung, vermeiden genervte oder verspätete Konzertbesucher und wirken äußerst professionell.

Eindrücke sammeln, Meinungen und Bewertung lesen

Letztlich lassen sich die meisten Probleme von vorne herein verhindern, wenn du die Location anschaust, bevor du dich entscheidest. Vor Ort kannst du einen richtigen Eindruck erhalten, vor allem da jede Räumlichkeit anders ist. Natürlich kannst du nicht hunderte Kilometer durch die Weltgeschichte fahren nur um zehn Minuten eine potentielle Location auszukundschaften, aber wenn es im Rahmen ist, nimm dir die Zeit.

Wenn nicht, versuche dir durch Bilder, Videos und Nachfragen ein möglichst gutes Bild zu machen. Im Locationguide solltest du auf jeden Fall lesen, was jene Bands und Solokünstler schreiben, die bereits dort aufgetreten sind, und nachschauen, welche Bewertung der Laden bisher erhalten hat.

Die Suche nach einer geeigneten Location kann tückisch sein. Aber wenn du weißt, was du willst und wo du (bzw. deine Künstler) zur Not Abstriche machen kannst, lässt sich eigentlich immer etwas Passendes finden. Denn das ist schlussendlich der Knackpunkt: dass Künstler, Location und Publikum zusammenpassen.

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