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Der Weg aus dem Lockdown

So planen Bund und Länder die Öffnung von Kulturinstitutionen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 04.03.2021

coronakrise

So planen Bund und Länder die Öffnung von Kulturinstitutionen

© Finn Hackshaw via Unsplash

Die gemeinsame Konferenz von Bund und Ländern bringt erste Ergebnisse im Hinblick auf Erleichterungen für die Kulturbranche und einen vorsichtigen Weg aus dem Lockdown. Die genaue Umsetzung bleibt dabei den Bundesländern vorbehalten.

Nach den Beratungen vom 3. März 2021 steht fest, dass der Lockdown bis zum 28. März verlängert wird. Jedoch gibt es erstmals wieder Öffnungsmöglichkeiten, je nach der aktuellen regionalen Infektionslage.

Ab 8. März darf beispielsweise der Buchhandel bundesweit unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Auch Bibliotheken dürfen mit den notwendigen Hygienemaßnahmen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Das geht aus dem Papier der Bundesregierung (PDF) hervor.

Mehrstufig

Liegt die 7-Tage-Inzidenz unter 50 pro 100.000 Einwohner, können auch Galerien, Museen und Gedenkstätten wieder öffnen. Bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 können weitere Auflagen wie beispielsweise Terminbuchungen und Kontaktnachverfolgungen Vorraussetzungen darstellen.

Öffnungsplan von Bund und Ländern für Kultureinrichtungen nach dem Lockdown

Öffnungsplan von Bund und Ländern für Kultureinrichtungen nach dem Lockdown, © Deutscher Kulturrat

Bleibt die 7-Tage-Inzidenz auch nach 14 Tagen konstant bei unter 50, dürfen ab 22. März auch Kinos, Theater oder Konzert- und Opernhäuser unter Hygienebedingungen wieder eröffnen. Sollte der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegen, können weitere Bestimmungen wie tagesaktuelle Corona-Tests für einen Besuch notwendig sein. 

Endlich eine Perspektive?

Der Deutsche Kulturrat begrüßt die vom Bund angedachten Änderungen. So gibt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, an: 

"Die Entwicklung des Inzidenzwertes wird in den nächsten Wochen darüber entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen Kultureinrichtungen öffnen dürfen. Das zeigt einen ersten Weg für Buchhandlungen, Museen, Galerien, Gedenkstätten, Kinos, Theater sowie Konzert- und Opernhäuser aus dem Lockdown."

Kulturstaatsministerin Monika Grütters ergänzt, dass ein verantwortungsvoller Neustart möglich sein kann:

"Kunst ist unverzichtbar, sie ist Quelle von Inspiration und Irritation, Reflexion und Innovation. Kultur holt die Menschen endlich wieder heraus aus ihrer häuslichen Isolation. Deshalb muss die Kultur bei allen Öffnungsdebatten von Anfang an mitgedacht werden. Kultureinrichtungen waren die ersten, die schließen mussten, sie dürfen jetzt nicht die letzten sein, die wieder aufmachen."

Stichtag 22. März

Für zahlreiche Konzertveranstalterinnen und -veranstalter, Clubs und Diskotheken bedeutet die angekündigte Öffnungsstrategie jedoch ein weiteres Verharren im Lockdown mit ungewisser Zukunft. Im "verantwortungsvollen Neustart", der sich vornehmlich an Einrichtungen mit sitzendem Publikum richtet, werden sie nach wie vor nicht mitgedacht.

Auch die vorliegenden Konzeptpapiere für Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen – eines von der Europäischen Gesellschaft für Hygieneschutz und Veranstaltungssicherheit, das andere von einer Gruppe von Expert/innen aus verschiedenen Fachbereichen – wurden nicht mit einbezogen. 

Die Bundesregierung vertröstete sie auf das nächste Krisentreffen am 22. März. Dann wird es hoffentlich auch neue Perspektiven für diese schwer von der Pandemie betroffenen Institutionen geben.

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