Nächstes Label bemüht sich um Superfans
Songwhip und Fansifter: Sony Music erwirbt zwei Superfan-Plattformen
Sony Head Office (2023). © Sony Music
Die Universal Music Group hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, ihren Fokus auf die Stärkung der Artist-Fan-Beziehung zu legen, unter anderem durch Superfan-Erlebnisse.Aktuell soll das Label dazu Gespräche mit Spotify führen.
Noch weiter fortgeschritten sind die Pläne bei Warner Music. Hier gibt es bereits ein Team, das sich mit der Entwicklung einer Superfan-App beschäftigt.
Lukratives Geschäft
Bereits 2023 wurde bekannt, dass Sony Music zu den Investoren der Superfan-Plattform Fave zählt. Mit der Übernahme von Songwhip und Fansifter baut das Major Label nun seine Aktivitäten in einem Bereich aus, der gute Einnahmen verspricht.
So kommt eine Schätzung von Goldman Sachs aus dem Jahr 2023 zu dem Ergebnis, dass eine vollständige Monetarisierung von Superfans den Umsatz der Musikindustrie um rund 4 Milliarden Dollar steigern könnte.
Vereinfachte Interaktionsmöglichkeiten
Jacob Fowler, Chief Product Officer von Sony Music Entertainment, beschrieb Songwhip auf einem Firmenevent als Marketing-Tool, das Künstlern von Sony künftig dabei helfen solle, Webseiten und Link-in-Bio-Lösungen zu erstellen, über die Fans mit ihren Seiten interagieren könnten.
Zudem speichere die App Marketing-Inhalte, etwa Tourdaten, Streaming-Links, Musikvideos und eine Künstlerbiografie. Mit diesen Informationen könne innerhalb kurzer Zeit eine Internetseite erstellt werden.
Zielgruppenspezifisches Marketing
Fansifter soll Künstlern und ihren Teams dabei helfen, erhobene Daten zu verstehen und anschließend dafür zu nutzen, Strategien zu entwickeln, um ihr gesamtes Publikum zu erreichen.
Mithilfe von Algorithmen teilt die App die Fans hierfür in verschiedene Kategorien ein, abhängig davon, wie aktiv sie sind. Entscheidend sei beispielsweise, ob eine Person Alben vorbestellt, Newsletter abonniert oder Fanartikel erwirbt.
Die Einteilung erfolgt dann in den vier Kategorien "Superfan", "engagierter Fan", "lockerer Fan" oder "neuer Fan". Anhand dieser Unterteilung können die verschiedenen Fangruppierungen anschließend besser mit speziell für sie zugeschnittenen Inhalten erreicht werden.
Statements von Mitarbeitern
Chief Product Officer Jacob Fowler betont die Notwendigkeit für die Übernahme der Apps:
"Es gibt eine wachsende Besorgnis darüber, dass bei all den Algorithmen, die im Spiel sind, die Inhalte die Fans nicht erreichen und die Künstler nicht das Engagement bekommen".
Negla Abdela, geschäftsführende Managerin im Sound-Bereich, begrüßt die neuen Tools ebenfalls: "Sie ermöglichen unseren Künstlern, eine tiefere Verbindung zu ihren Fans aufzubauen."
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