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Kreativitäts-Boost

Steiger deinen musikalischen Output mit diesen einfachen Tipps

Tipps für Musiker und Bands von Konrad Ower
veröffentlicht am 03.08.2017

üben songwriting kreativitätstechniken

Steiger deinen musikalischen Output mit diesen einfachen Tipps

Diese Strategien helfen dir dabei, musikalische Ideen zu Ende zu denken. © jaboo2foto / 123RF

So ziemlich alle Musiker oder Produzenten wollen den einen perfekten Song oder Track kreieren. Dabei spielen nicht nur Ruhm und Ehre eine Rolle, sondern einfach die Zufriedenheit und das Wissen, etwas Einzigartiges erschaffen zu haben. Das geht aber natürlich nicht von heute auf morgen!

Wie bei allen Dingen im Leben macht Übung den Meister. So erging es übrigens selbst den größten Stars, denn sie alle mussten sich über eine längere Zeit abrackern. Hinter jeder Platte stecken nicht selten unzählige Songs, die es aus Qualitätsgründen nicht darauf geschafft haben.

Ein Auswahlprozess macht absolut Sinn, doch damit man überhaupt in diese komfortable Situation kommt, sollte der eigene Output konstant hoch sein. Das fällt vielen schwer, da sie entweder falsche Prioritäten setzen oder viel zu perfektionistisch an die Sache herangehen. Wie man diese Fallen vermeidet, ist jedoch keineswegs ein Hexenwerk – du brauchst lediglich ein wenig Zeit und vor allem Disziplin!

Die folgenden relativ simplen und umsetzbaren Strategien helfen dir dabei, musikalische Ideen zu Ende zu denken und somit mehr Musik hervorzubringen. Doch Achtung: versuche auf keinen Fall, alle auf einmal umzusetzen!

Picke dir zuerst etwas aus, was zu deiner Arbeitsweise passt und probiere es aus! Bist du dabei erfolgreich, kannst du weitere Strategien hinzufügen. Auf geht's.

1. Warte nicht auf die große Inspiration, sondern tue etwas dafür!

Viele Außenstehende, aber auch Musiker, haben noch das Bild des "musikalischen Genies" im Kopf, das aus dem Stegreif einen Hit schreibt – und zwar einfach nur, weil eines Tages unverhofft die große Inspiration kam. Das mag zwar ganz eventuell mal passieren, aber genauso hoch dürfte die Wahrscheinlichkeit liegen, einen Sechser im Lotto zu gewinnen…

Keine besonders guten Aussichten oder? Musik ist nicht nur Inspiration und Magie, sondern schlichtweg harte Arbeit.

Bis man die perfekte Gesangsmelodie hat, muss gefeilt und verfeinert werden und bis das Gitarrensolo richtig mitreißend ist, fliegen so einige Ideen in die Tonne. Das heißt also für dich:

Warte nicht, sondern sei aktiv!

Erwarte nicht, den Song in einer Stunde fertig zu haben, sondern arbeite konstant daran, bis es sich gut anfühlt. Wenn du dich konzentriert hinsetzt und nach mehreren Stunden auch nur eine einzige gute Idee hast, hat es sich schon mehr als gelohnt!

2. Erstelle eine Checkliste für deine Songs/Tracks

Stopp! Falls du an diesem recht dröge klingenden Punkt vorbeiscrollen willst, dann sei bitte ein wenig geduldig, denn dieser Tipp kann deine Kreativität ganz bestimmt steigern!

Stelle dir folgendes Bild vor: Du sitzt vor deinem Rechner, hast über zwanzig Spuren oder mehr aufgenommen und nichtsdestotrotz zündet es einfach nicht. Oder du sitzt vor dem Klavier und spielst deinen Song und stellst auch hier fest: es zündet einfach nicht. Die Emotionen, die du vermitteln willst, kommen schlichtweg nicht rüber. Warum? Das kann unzählige Gründe haben. Eine Checkliste kann helfen.

Nimm dir dafür wirklich einen Stift und Papier und schreibe auf, was noch gemacht werden muss. Ist das Songwriting da, wo es sein soll? Wenn nicht, dann schreib auf, was dein Bauchgefühl sagt. Wenn du dich daran hältst, behältst du dein Ziel stets im Blick und lässt dich nicht von Kleinigkeiten ablenken.

Gerade wenn du eine EP oder gar ein Album schreibst bzw. aufnimmst, ist das unerlässlich, um den Überblick zu behalten. So kannst du effizient und vor allem entspannt arbeiten – Spaß soll das Ganze ja auch machen!

3. Feedback einholen!

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das passiert uns Musikern gerne mal. Deswegen ist externes Feedback total wichtig.

Wen du dabei fragst, ist natürlich dir selbst überlassen. Doch bedenke, was du genau erwartest. Willst du die eher spontane Meinung eines "normalen" Musikhörers oder fachbezogenes Feedback eines langjährigen Profis?

Falls du dich gerade fragst, was Feedback mit Output zu tun hat: Je eher man ein Gefühl dafür bekommt, welche Unzulänglichkeiten oder Verbesserungsmöglichkeiten die eigenen Tracks haben, desto früher kann man genau da ansetzen.

In ganz seltenen Fällen landet der Song auch mal in der Tonne und man widmet sich etwas Neuem. Der Vorteil dabei? Du hast nicht unnötige Arbeit und Mühe in etwas gesteckt, das einfach nicht funktioniert und auch nie funktioniert hätte.

4. Routine macht sich bald bezahlt

Produktiv zu sein, heißt nicht unbedingt, dass du immer im Studio oder Proberaum abhängen und dafür andere Aspekte im Leben vernachlässigen sollst. Es reicht schon, eine Regelmäßigkeit einkehren zu lassen.

Kreativität ist nicht selten "Trial and Error". Plane deine Songwriting- oder Produktionszeiten im Voraus – Spontanität ist nicht verkehrt, wird aber oftmals total überschätzt!

Jeden Tag Musik zu hören, macht ebenfalls absolut Sinn. Zuhören ist nämlich eine sehr gute Möglichkeit, aus den eigenen festgefahrenen Routinen herauszubrechen und den eigenen persönlichen Schreibstil zu erweitern.

5. Setze dir konkrete Ziele

Sich konkrete Ziele und Deadlines zu setzen, ist eine sehr gute Möglichkeit, um eine gewisse Professionalität zu erlangen. Einerseits möchte natürlich jeder das perfekte Album oder Lied abliefern, doch was nützt es, wenn du dafür zehn Jahre brauchst?

Im Musikbusiness geht es nicht nur um Musik, sondern auch um andere Eigenschaften und Charakterzüge: Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit und die Fähigkeit, Dinge zu Ende zu bringen.

Nimm dir nicht nur vor, ein Lied zu schreiben, sondern nimm dir lieber vor, ein Lied pro Woche zu schreiben. Das bedeutet eine Regelmäßigkeit und zwingt dich, weniger perfektionistisch und detailorientiert zu sein. Keine Angst, du hast natürlich immer noch später Zeit, die Details zu verfeinern.

Eine Demo in den Händen zu haben, ist zigmal besser, als einen perfekt klingenden Loop, der nach der zehnten Wiederholung einfach nur langweilig ist. Nach einer Weile wirst du so entdecken, dass du einen ganzen Fundus an Material erarbeitet hast. Zu guter Letzt hast du die Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nur so kommst du in die Position, um die Hits heraus zu kristallisieren!

6. Suche dir Kollaborationspartner

Man muss nicht unbedingt ein Einzelkämpfer sein.

Gerade wenn man in einer Band spielt, macht es vielleicht Sinn, sich mit einem oder mehreren Kooperationspartnern zusammenzutun. So kann man schnell Ideen hin und her tauschen und kommt zu schnellen Ergebnissen. Der Ideenfluss bleibt frisch und hierbei verringert man auch die Gefahr, dass einer alleine nicht mehr weiterkommt.

Was du an dieser Stelle vielleicht vermeiden solltest, ist es, an mehreren Projekten zu arbeiten. Eine solche Arbeitsweise nimmt dir Aufmerksamkeit und lässt dich den Fokus verlieren. Dein Unterbewusstsein kommt so nie zur Ruhe. Wenn du dich hingegen nur auf ein Projekt konzentrierst und dir ein Problem begegnet, kannst du es so besser erkennen und eine entsprechende Lösung finden.

Der Mensch ist in der Regel kein Einzelkämpfer und gerade bei der Musik sollte man sich nicht zu schade sein, andere um Hilfe zu bitten. Wichtig ist schließlich nicht, dass man alles ganz alleine geschafft hat, sondern dass am Ende gute Musik herausgekommen ist.

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