Vielseitig aktiv
Studie: Zahl der Amateurmusiker in Deutschland um 2 Millionen gestiegen
© Gaurang Alat
16,3 Millionen Deutsche machen in ihrer Freizeit Musik. Somit widmen sich mehr als ein Fünftel der Bevölkerung ab sechs Jahren dem Musizieren.
Zwei Drittel der Erwachsenen (67 Prozent) und ein Großteil der Kinder und Jugendlichen (86 Prozent) machen mindestens einmal pro Woche Musik.
Instrumente am Beliebtesten
Fast jedes zweite Kind zwischen sechs und 15 Jahren übt hierzulande aktiv ein Instrument oder Gesang aus. Bei den Erwachsenen bis 30 Jahre sind es rund 26 Prozent. Im Schnitt steigen die Deutschen mit zwölf Jahren in das Musikmachen ein.
Der Großteil, darunter vor allem Männer, spielt ein Musikinstrument. Das Singen ist deutlich weniger vertreten, wird aber gerne von Frauen und älteren Menschen ausgeübt.
Ob Mitglied im Chor oder im Ensemble: Für 67 Prozent bleibt das private Umfeld der Hauptort des Musizierens. Mittlerweile sind es 16,3 Millionen, die sich in ihrer Freizeit der Musik widmen – 2 Millionen mehr als noch 2020.

Studie Amateurmusik miz (2025), © miz
Auf der Bühne
Rund die Hälfte der Hobbymusizierenden trat im letzten Jahr öffentlich auf. Sängerinnen und Sänger sind besonders präsent. Erwachsene kamen im Schnitt auf 3,5 Auftritte, Kinder und Jugendliche auf 2,4
Auch das Ehrenamt spielt eine wichtige Rolle: Rund ein Drittel der erwachsenen Musizierenden engagiert sich ehrenamtlich im Musikbereich. 36 Prozent treten ab und zu unentgeltlich für gemeinnützige Zwecke auf.

Studie Amateurmusik miz (2025), © miz
Luft nach oben
"Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass viele Menschen nach oder auch während der Pandemie das Musizieren für sich entdeckt oder ihr musikalisches Hobby wieder aufgegriffen haben. Die Daten sprechen für einen klaren Aufwärtstrend", erklärt Studienleiter Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach.
Die Mehrheit kommt mit 38 Prozent über die Schule in Kontakt mit der Musik. Für Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats, nicht genug: "Da sollte der Erstkontakt passieren."
Gleichzeitig macht sie auf die sozioökonomischen Unterschiede in der Gesellschaft aufmerksam: Wie durch die Studie deutlich wird, musizieren in höheren sozialen Schichten doppelt so viele Erwachsene (25 Prozent) wie in niedrigeren (12 Prozent). Eltern klagen über hohe Kosten, was sich auf die jüngere Generation auswirkt.
Verbesserungsvorschläge
Stephan Schulmeistrat, Leiter des Deutschen Musikinformationszentrums, betont daher, wie wichtig es sei, "den Zugang zu musikalischem Engagement offen, niedrigschwellig und vielfältig zu gestalten." Die Studie solle auch die Bedeutung der Amateurmusik sichtbar machen und Impulse für ihre nachhaltige Förderung geben.
Um den Zugang zur Musik leichter zu machen, müsse auch etwas gegen den Ausfall und das Streichen von Musikunterricht in der Schule getan werden. Das sei Aufgabe der Bundesländer, erklärt Christiane Schenderlein, kulturpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion.
Als Vorzeigebeispiel nennt sie Sachsen: Hier gebe es Kooperationen zwischen Ganztagsbetreuung und Musikschulen, so die Politikerin.
Aufbau und Finanzierung der Studie
Befragt wurden Erwachsene ab 16 Jahren sowie Eltern von Kindern zwischen sechs und 15 Jahren. Dafür fanden zwischen November 2024 und Januar 2025 1.190 Interviews statt. Die Befragungen führte das Institut für Demoskopie Allensbach, Auftraggeber war das Deutsche Musikinformationszentrum.
Gefördert wurde die Studie durch den Amateurmusikfonds sowie vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz. Der Amateurmusikfonds ist ein Förderprogramm des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO) und wird finanziert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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