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Aufwärtstrend

Aktuelle Studie zum Amateurmusizieren: In Deutschland macht jeder Fünfte Musik

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 30.03.2021

somm musikmarkt

Aktuelle Studie zum Amateurmusizieren: In Deutschland macht jeder Fünfte Musik

Freiberufler oder Gewerbetreibende? Eine ziemlich komplexe Frage, wenn es um Musikerinnen und Musiker geht. © Oleg Magni via Pexels

Eine repräsentative Befragung hat ergeben, dass in Deutschland immer mehr Menschen Musik machen, was vor allem auf Kinder und Jugendliche zutrifft. Doch herrscht nach wie vor ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen soziodemografischen Gruppen.

Das Deutsche Musikinformationszentrum, eine Einrichtung des Deutschen Musikrates, stellte Ende März 2021 eine Studie zum Musizierverhalten der deutschen Bevölkerung vor der Corona-Pandemie vor.

Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Befragung zeigen, dass 14,3 Millionen Menschen in Deutschland ab 6 Jahren ihre Freizeit zum Musizieren nutzen. Das entspricht einem Anteil von knapp 20 %, wie das Institut für Demoskopie Allensbach herausfand.

Früh übt sich

In einer Studie der Society Of Music Merchants e.V. (SOMM), die neun Jahre früher veröffentlicht wurde, machten noch rund 2 Prozent weniger Menschen hobbymäßig Musik. Daniel Knöll, Geschäftsführer der SOMM, weiß diesen kleinen Erfolg zu schätzen:

"Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass aktives Musikmachen mit Musikinstrumenten und Musikequipment immer noch im Trend liegt."

Knöll begrüßt, dass Musikinstrumente vor allem bei der jüngeren Generation immer mehr an Attraktivität gewinnen. Knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren integrieren laut Studie Musik in ihren Alltag – sei es durch das Spielen von Instrumenten oder durch Gesang. 

Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass die Corona-Pandemie daran weniger geändert hat als erwartet: Nur 25 % der Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren gaben an, dadurch weniger Musik zu machen, bei den über 16-jährigen waren es ein Drittel der Befragten. Lediglich das regelmäßige Singen hat durch die Beschränkungen stark abgenommen, nämlich um knapp 50%.

Sozialer Missstand 

Was kritisch zu betrachten ist, ist die andauernde Ungleichheit zwischen verschiedenen soziodemografischen Gruppen: Individuen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status musizieren nur etwa halb so viel wie gut gebildete Menschen mit höherem Einkommen.

Angesichts dieser gravierenden Unterschiede appelliert der SOMM-Geschäftsführer daran, den Fokus im Schulunterricht stärker auf musikalische Bildung zu legen. 

Dabei verweist er auf die alarmierende Anmerkung der Präsidentin des Deutschen Musikrats, Prof. Martin Maria Krüger, dass in Deutschland derzeit rund 23.000 qualifizierte Musiklehrer fehlen würden, was die Ursache für dieses Problem sein dürfte. Hier sei weiterhin Handlungsbedarf. 

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