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Was du tun kannst, damit euer Gig rund läuft

Tipps für eine gute Konzertvorbereitung, Teil 2 von 2

Tipps für Musiker und Bands von Frank Wilkens
veröffentlicht am 25.09.2018

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Tipps für eine gute Konzertvorbereitung, Teil 2 von 2

Eine gute bis optimale Gig-Vorbereitung ist eine absolute Notwendigkeit. © Andrii Shevchuk / 123RF

Wer hat sich nicht schonmal beim "Drumherum" eines Gigs verzettelt? Unser Autor gibt euch aus seiner Erfahrung heraus ein paar Anregungen, die Musikern und Veranstaltern gleichermaßen das Leben leichter machen.

Als Veranstalter der Glowing-Ember-Festival-Tour erleben wir oft, dass sich sogar professionelle Musiker manchmal noch an "den Dingen drum herum" verzetteln. Oftmals werden Zeitpläne durcheinander gebracht, weil es bandinterne Kommunikationsprobleme gibt oder unnötig ein Stresslevel aufgebaut wird.

Ich hatte ja bereits im ersten Teil diverse Punkte angesprochen, die es zu vermeiden gilt. Hier folgen ein paar weitere nützliche Ratschläge, die einem reibungslosen Konzertverlauf durchaus zuträglich sein könnten.

Zeitpläne einhalten

Ganz wichtiger Punkt: Wie auch bei der Performance eurer Musik ist auch bei der Vorbereitung auf den Gig ein gutes Timing wünschenswert.

Erfragt euch die Get-In Zeiten, wann ihr bei der Location auftauchen sollt oder dürft. Diese Koordination übernimmt oft der lokale Veranstalter in Person des Technik-Verantwortlichen. Falls im Vorfeld noch nicht geschehen, erfragt daher den genauen Zeitplan und die Ansprechpartner vor Ort.

Solltet ihr einen Konzertvertrag liefern, fügt diesen Punkt im Vertrag mit ein und lasst euch dort die Daten (Name / Firma / Telefonnummer) der Techniker schriftlich geben.

Haltet die vorgegebene Get-In Zeit unbedingt ein. Bitte nicht viel früher eintreffen, aber auf gar keinen Fall später. Es ist gerade bei mehreren Bands ein schmales Zeitfenster für Aufbau und Soundcheck vorhanden, zudem müssen Lagerplätze zugewiesen und organisatorische Dinge besprochen werden.

Das "Hühnerhaufen-Prinzip" ist in jeder Beziehung hinderlich. Daher bildet von vornherein ein Team, in dem jeder seinen festen Aufgabenbereich hat. Kontakt zum Veranstalter/Techniker, Equipment, Backstage und Merchandise: das sind die verschiedenen Aufgabenbereiche, die in einem straffen Zeitplan von verschiedenen und eingewiesenen Bandmitgliedern durchgeführt werden sollten.

Merchandise-Stand organisieren

Zum Thema Merchandise: Egal, auf welchem Karrierelevel ihr euch gerade befindet – eine gute Möglichkeit, bei einem Konzert neben einer (womöglich eher bescheidenen) Gage etwas Geld einzunehmen, ist der Verkauf von CDs und T-Shirts. Auch hier gibt es die eine oder andere Stolperfalle.

Nichts ist ärgerlicher, als ein begeisterter Neu-Fan, der frustriert wieder von dannen zieht, weil sein Wunsch nicht erfüllt werden konnte. Daher überlegt euch zunächst, wie ihr den Merchandise-Stand besetzt. Das kann und darf gern jemand aus dem Umfeld der Band sein, der oder die standesgemäß gebrieft wird. Auf Nachfrage mit "Ich weiß nicht, was der Artikel gerade kostet und welche Größen wir von diesem oder jenen T-Shirt haben..." zu antworten, zeugt von keiner guten Vorbereitung.

Eine gut lesbar ausgedruckte Preisliste, die für den Kunden gut sichtbar platziert wird, erspart viele Diskussionen. Eine akribisch geführte Bestandsliste, die man auch ohne allzu große Computerkenntnisse am PC erstellen kann, sollte ebenfalls zum Handwerkszeug gehören. Nicht zu vergessen: Filzschreiber, Gewebeband, Kabelbinder, Visitenkarten, Aufkleber!

Oftmals ist es nicht möglich, eine externe Person dafür zu gewinnen oder es sprengt die Kosten, sofern der Gig weit entfernt stattfindet. Hier sollte man sich im Vorfeld mit den anderen Bands absprechen, damit der Merchandise-Stand nicht unbeobachtet bleibt. Da erfahrungsgemäß unmittelbar nach dem Gig das Interesse für die haptischen Produkte einer Band am Größten ist, sollte sofort nach dem Konzert jemand aus der Band direkt vor Ort sein. Meist trifft es den Sänger, ohnehin das Aushängeschild einer Gruppe, der zudem kein Instrument abbauen muss. Hier ist also ebenfalls Timing gefragt.

Es ist gut und richtig, während des Konzertes auf die zu erwerbenden Produkte hinzuweisen, doch dann müssen den Worten Taten folgen. Ein verwaister Stand nach einem Auftritt ist ein absolutes No-Go!

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert

Fragt am Ende des Abends sowohl die Zuschauer als auch vor allem die Veranstalter und lasst euch ein Feedback geben. Dabei sollte zwar das Lob wohlwollend und verdient zur Kenntnis genommen werden, aber gerade sachliche Kritik ist in solchen Momenten das Wertvollste, was ihr für die Zukunft mit nach Hause nehmt. Macht euch Notizen und haltet fest, wo es Bedarf zum Nachbessern gibt, denn das ist der nächste Schritt der Professionalität.

Teil 1 verpasst?

Teil 1 mit Tipps für eine gute Konzertvorbereitung findest du hier. Dort gab es in den Kommentaren direkt weiteren qualifizierten Input (und humorigen noch zu!). So empfiehlt Chris von Cool Cat & Co. unbedingt eine "zweite Garnitur im Bandbus" dabei zu haben. Mario von Lazy Chain bemerkt: "Das wichtigste ist, das Commitment jedes einzelnen Bandmitgliedes für die Band an sich und den Gig zu haben, dann werden vor Ort alle zusammen arbeiten und Freude am gemeinsamen Musizieren haben."

Schreib gerne selbst noch in die Kommentare, was dir bei der Gig-Vorbereitung besonders wichtig ist!

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