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Von Anfahrt bis Merch

Gelungene Festival-Gigs: Tipps zur guten Vorbereitung für eure Band

Tipps für Musiker und Bands von Frank Wilkens
veröffentlicht am 03.01.2020

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Gelungene Festival-Gigs: Tipps zur guten Vorbereitung für eure Band

Die richtigen Vorbereitungen für die Festivalsaison treffen. © Peter H. Bauer

Die Festivalsaison 2020 steht vor der Tür und die ersten Booking-Bestätigungen treffen bei euch ein. Schon nervös? Kein Problem, wenn ihr euren Festivalauftritt rechtzeitig und optimal vorbereitet.

Live zu spielen ist der Herzenswunsch fast jeden Musikers – und gerade Festivalgigs können zu den besten Erlebnissen im Leben eines Musikers oder einer Band zählen. Dazu ist aber entscheidend, dass alles gut klappt.

Wichtig ist zunächst die Erkenntnis, dass der Auftritt bei einem Festival weitaus mehr als nur die eigentliche Performance auf der Bühne beinhaltet. In vielerlei Hinsicht stellt ein Festivalgig eine Band oder einen Solokünstler vor dieselben Herausforderungen wie ein Clubkonzert. Hierzu haben wir wichtige Hinweise bereits in den Artikeln "Tipps für eine gute Konzertvorbereitung" Teil 1 und Teil 2 sowie im Artikel "Sorgenfreier Auftritt" gegeben. Die Tipps in Hinblick auf Equipment, Zeitpläne, Merchandise, Technik und GEMA-Formulare gelten gleichermaßen auch für Festivalauftritte.

Ein besonderes Erlebnis

Dennoch besitzt ein Auftritt bei einem Festival ein etwas anderes Feeling als ein Clubkonzert – egal, ob es sich um ein beschauliches lokales Open Air oder ein renommiertes Festival wie zum Beispiel die Zwillingsfestivals Hurricane & Southside oder das Wacken Open Air handelt.

Diese Erfahrung hat vermutlich bereits jeder gemacht, der sich auf diese Weise mal einem anderen Publikum präsentieren konnte. Auch hier gilt: Eine gute Vorbereitung ist nicht nur hilfreich, sondern sorgt auch für einen rundum guten Eindruck bei Musikern, Veranstaltern und nicht zuletzt beim Publikum.

Zügig alle Details klären

Es beginnt bereits beim Booking. Eure Bewerbung war erfolgreich! Die Veranstalter eines Festivals haben euch aus hunderten oder tausenden Bewerbern ausgewählt! Das bedeutet, dass eure Musik, eure Pressearbeit und euer Image einen positiven Eindruck hinterlassen haben.

Wenn ihr mit dem Veranstalter im Kontakt seid, ist oft Beharrlichkeit angebracht. Klärt schnellstmöglich Termin, Auftrittszeit, Gage und technische Details. Es ist anzuraten, sich einen Vertrag schicken zu lassen, in dem alle Details ordnungsgemäß vermerkt werden. Manchmal ist es sinnvoll, mehrfach zu telefonieren oder zu schreiben, denn auch Veranstalter von Festivals sind oft ehrenamtliche Helfer, die alle Mails in ihrer Freizeit beantworten.

Anfahrt genau planen

Lasst euch zudem alle Informationen übermitteln, die unmittelbar mit Logistik und Anfahrt zu tun haben. Nichts ist ärgerlicher, als zu spät zum Gig zu erscheinen, weil mögliche Hindernisse, unübersichtliche Anfahrtswege oder fehlende Hinweisschilder nicht einkalkuliert werden.

Letztere sind besonders ein Manko bei kleinen, ländlichen Festivals, während große Festivals mit langen Wegen für Schwierigkeiten sorgen können. Da der Zeitplan bei Festivals oft besonders streng ist, können selbst kleine Verzögerungen für Probleme im Ablauf sorgen.

Daher ist es ratsam, einen Anfahrtsplan zu erstellen, der ein großzügiges Zeitvolumen beinhaltet. Man kann meist schwer vorhersehen, ob zum Beispiel die Anfahrt zum Gelände an sich möglich ist oder ob genug Parkmöglichkeiten vorhanden sind. 

Auf vollständiges Equipment achten

Außerdem solltet ihr die Hotelreservierung im Vorfeld überprüfen, um festzustellen, ob alles geklappt hat. Sollte das Event etwas weiter entfernt sein, so plant im Vorwege auch genügend Zeit für das Verladen des Equipments ein. Eine Checkliste mit allen Dingen, die zu eurer Show dazu gehören, ist immer ein hilfreiches Tool.

Druckt einfach ein Tabellendokument in mehrfacher Ausführung aus und platziert die Listen gut sichtbar im Proberaum. Wie oft ist es schon vorgekommen, dass die Künstler kurz vor dem Auftritt bemerken, dass ihr Effektgerät, ein kompatibler Stecker oder die neuen Saiten fehlen.

Aufenthalt zum Netzwerken nutzen

Ein Festival erstreckt sich in der Regel über den ganzen Tag, meist über mehrere Tage. Es ist für einen Newcomer zum Beispiel nicht ratsam, ein paar Minuten vor dem Gig aufzutauchen und kurze Zeit später (bestenfalls nach kurzer Visite beim Catering) wieder von dannen zu fahren.

Ihr habt auf einem Festival die Gelegenheit, euch mit anderen Bands und Künstlern auszutauschen, Kontakte zu Veranstaltern und Bookern zu knüpfen oder Journalisten Interviews zu geben. Nutzt die Gelegenheit euer Netzwerk zu erweitern – vielleicht ergibt sich dort schon der nächste Gig.

Merch präsentieren

Solltet ihr Merchandise dabei haben, klärt im Vorwege mit dem Veranstalter ab, ob und wo ihr das auf dem Gelände anbieten dürft. Viele Festivals haben offizielle Stände, wo ihr Merch verkaufen könnt. Alternativ könnt ihr euch auch mit euren Fans in der Nähe der Bühne treffen – jedenfalls bei kleineren Festivals. Ebenso könnt ihr euer Merch auch mobil im Publikum verkaufen – sozusagen wie aus dem Bauchladen heraus. 

Bands, die sich nach außen hin offen zeigen und sich in Sachen eigener Promotion gut präsentieren, können auch am Tag vor dem Gig haufenweise Punkte sammeln. Stellt euch bei den Festivalbesuchern, vor allem aber auch beim Veranstaltungsteam vor und macht euch und eure Musik interessant.

Auf den Gig aufmerksam machen

Verteilt Flyer, CDs oder haptische Gimmicks, die jeder Festivalbesucher braucht und gerne daheim vergisst (wie Schlüsselanhänger, Flaschenöffner oder Feuerzeuge). Neugierig geworden, werden sich viele der Festivalbesucher bei eurem Gig vor der Bühne einfinden, die euch vorher nicht auf dem Schirm hatten.

Dabei muss man nicht immer etwas Besonderes darstellen oder sich stets neu erfinden, sondern darf sich gern so präsentieren, wie man ist. Aber eines ist sicher (auch wenn Black Metal-Musiker das nicht gern hören): Ein Lächeln gewinnt immer.

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