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Raus aus dem Kellerloch

Booking-Tipps: Fünf Methoden, um an gute Gigs zu kommen

Tipps für Musiker und Bands von David Timsit
veröffentlicht am 12.04.2018

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Booking-Tipps: Fünf Methoden, um an gute Gigs zu kommen

5 Methoden um an gute Gigs zu kommen. © CC0, Quelle: pexels.com

Fast jeder Musiker kennt diesen einen lokalen Laden, bei dem es vergleichsweise einfach ist, aufzutreten, die Kosten-/Nutzen-Rechnung jedoch nicht stimmt oder man Gefahr läuft, schnell als überpräsent wahrgenommen zu werden. Presskits werden überregional versendet, bleiben jedoch unbeantwortet. Stagnation macht sich breit. Welche Alternativen gibt es?

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, zunächst im näheren Umkreis Einzelkonzerte zu spielen und sich stilistisch ähnlich gelagerten Bands anzuschließen. Doch irgendwann möchte man die Nestwärme verlassen und zu neuen Ufern aufbrechen. Hier sind ein paar Tipps für euch, um euren Radius ein wenig zu erweitern und Abwechslung in eure Livepräsenz zu bringen:

1. Gigangebote auf Backstage PRO

Unser Booking-Netzwerk zählt zu den beliebtesten Anlaufstellen für Ausschreibungen und Gesuche in allen Genres und Veranstaltungsgrößen – ein echter Verdienst der Community, die sich hierbei einbringt. Vom kleinen Workshop über den Austauschgig bis hin zum Festival findet ihr über den gesamten deutschsprachigen Bereich verteilt laufend neue Einträge. Der Service ist völlig kostenlos! Bands mit vollständigem Profil haben die besten Karten. Ergänzt wird das Angebot durch den Locationguide, der euch dabei hilft, passende Locations zu finden.

Noch kein Mitglied oder schon länger kein Update mehr gepostet? Dann leg am besten direkt los und vernetze dich jetzt mit der Backstage PRO Community!

2. Bei kleinen/lokalen Festivals bewerben

Natürlich ist die Vorstellung verlockend, durch Contests oder eine gute Pressemappe direkt bei den Flaggschiffen der Festivallandschaft zu landen. Realistisch betrachtet sind die Chancen jedoch gering. In vielen Regionen sind über die Jahre Festivals entstanden, deren Schwerpunkt Newcomer und Szenebands sind.

Der Vorteil dieser Events liegt auf der Hand: Sie sind in der Regel deutlich besser besucht als lokale Club-Gigs und bieten zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten. Blogger, Online-Radios und co. sind ebenfalls vor Ort. Natürlich muss man erst einmal einen der begehrten Slots ergattern. Es hat sich oftmals als hilfreich erwiesen vor Versand der förmlichen Bewerbung persönlich Kontakt zum Veranstalter aufzunehmen.

Solche Events werden oft von Vereinen oder Szenemusikern ohne kommerzielle Absichten organisiert. Ehrenamtlich mitzuhelfen ist ein guter Weg einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Festival-Ausschreibungen auf Backstage PRO im Blick zu behalten ebenso.

3. Eine eigene Event-Reihe etablieren

Natürlich kann man bei entsprechendem Background direkt einen Schritt weitergehen und über eine selbst ausgerichtete Serie von Events nachdenken.

Diese muss nicht zwangsläufig die Dimensionen eines Festivals haben. Ein eigenes Branding in Form einer einprägsamen Namensgebung, stilistisch eindeutiger Positionierung, schickem Netzauftritt und passend dimensionierter Ausrichtungsstätte reicht aus. Dies lohnt sich vor allem für Bands mit einem persönlichen Draht zu einer lokalen Location.

Zudem sollte wenigstens einer eurer Musiker Vorerfahrung als Veranstalter mitbringen. Das Lehrgeld in diesem Umfeld ist hoch und die Stolperfallen vielfältig. Der Vorteil liegt jedoch auf der Hand: Ihr könnt euch eng mit einer Marke assoziieren, die ein größeres Wachstumspotential hat, als eure Band alleine. Außerdem fällt mit etwas Geschick der ein oder andere Euro für die Bandkasse ab und die Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen ergeben sind zahlreich.

Wie ihr dabei am besten vorgeht und was es zu beachten gilt, haben wir bereits in einem zweiteiligen Artikel für euch zusammengefasst.

4. Der klassische Austauschgig

Gerade am Anfang sind Austauschgigs eine der wenigen Möglichkeiten, außerhalb der eigenen Region aufzutreten. Das Prinzip ist über Jahrzehnte erprobt und bewährt: Eine ansässige Band organisiert ein Konzert und nimmt eine externe Band mit ins Programm. Im Anschluss revanchiert sich die auswärtige Band, indem sie den Gastgeber zu einem Konzert in die eigene Heimat einlädt. Das Booking-Netzwerk hält immer zahlreiche solche Möglichkeiten für euch bereit.

Klar – die Konditionen sind zu Beginn nicht immer gut, das Publikum oft nicht sehr zahlreich und manchmal versäumt es eine Band, sich zu revanchieren. Unterm Strich sind Austauschgigs jedoch ein unverzichtbarer Baustein für junge Künstler, die sich eine breite Hörerschaft erspielen möchten.

Außerdem ist das Feedback von Fremdpublikum sehr viel ehrlicher, als das des wohlgesonnenen Inner Circles. Und wo lernt man besser, ob man für das Leben als Musiker gemacht ist, als auf einer langen Autofahrt in eine Kleinstadt am anderen Ende des Landes?

5. Support-Slots

Eine Option für Fortgeschrittene, zu der nicht jeder Musiker direkt Zugang hat. Dennoch sollten ambitionierte Neustarter nicht davor zurückschrecken Zeit, Geld und Kraft in ein solches Unterfangen zu investieren.

Zugegebenermaßen sind schon viele Musiker-Träume im Vorprogramm etablierter Acts zerbrochen. Deshalb Vorsicht, wenn Personen außerhalb eures Dunstkreises an euch herantreten: Mitunter bekommen auch taufrische Bands sonderbare Anfragen mit knappen Deadlines. Auf diese Weise versuchen zwielichtige Agenturen oftmals Tour-Kosten auf unerfahrene Musiker abzuwälzen. Ob diese künstlerisch oder wirtschaftlich bereit für so ein Unterfangen sind, spielt keine Rolle. Wer sich auf solche Angebote ohne deren juristische Prüfung einlässt, wird in der Folge nicht nur finanziell übervorteilt, sondern bei enger Zeitplanung auch gerne mal vor Einlass verheizt.

Doch es geht auch anders: Wenn ihr bspw. bereits bei einem kleineren Label seid und mit einer gut laufenden Band aus dem Artist-Roster für eine Reihe von Auftritten verkuppelt werdet, ist das eine sehr viel gesündere Konstellation. Große Namen mögen zunächst reizvoll und schmeichelhaft erscheinen. Organischer wachst ihr jedoch, wenn ihr euch mit Bands zusammentut, die selbst noch im Aufbau stecken, auf diesem Weg aber schon ein paar Etagen weiter sind, als ihr.

Habt ihr noch weitere Tipps für unsere Community? Dann lasst es uns im Kommentarfeld wissen!

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