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Zwei Seiten der Medaille

Trotz Rekordergebnissen: Musikbusiness-Boom im UK kommt bei Künstlern nicht an

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 13.01.2025

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Trotz Rekordergebnissen: Musikbusiness-Boom im UK kommt bei Künstlern nicht an

© Mihis Alex via Pexels

Die Musikindustrie in Großbritannien erlebte im vergangenen Jahr einen regelrechten Boom: Insgesamt gaben Fans über zwei Milliarden Pfund für Streaming und physische Tonträger aus. Doch die schönen Zahlen nützen Künstler*innen eher wenig.

Die britische Musikindustrie befindet sich in einem guten Zustand – das lässt jedenfalls der aktuelle Report der Entertainment Retailers Association (ETA) vermuten.

Wachstum der Musikindustrie

Der Umsatz in der britischen Musikbranche stieg 2024 um zirka 7,4 Prozent. Grund dafür waren gestiegene Einnahmen durch Streaming und der verstärkte Verkauf von physischen Tonträgern. Vor allem Vinyl gewann 2024 wieder an Popularität.

Alleine Taylor Swifts Album "The Tortured Poets Department" wurde in Großbritannien fast 112.000 Mal auf Vinyl verkauft und war somit das meistverkaufte Vinylalbum des Jahres.

Streaming an der Spitze

Doch obwohl Swift und weitere erfolgreiche Artists wie Sabrina Carpenter und The Weeknd deutlich zu den gestiegenen Album-Sales beitragen konnten, macht Streaming mit über 80 Prozent ganz klar den größeren Anteil der Musikverkäufe im Vereinigten Königreich aus. Auch im direkten Vergleich stiegen die Ausgaben für Streamingdienste stärker als die für Vinyl, CDs oder Kassetten. 

Für Künstler*innen ist das besonders im Hinblick auf die geringe Kompensation kritisch, die sie von Streamingdiensten erhalten. Unternehmen wie Spotify stehen diesbezüglich schon länger in der Kritik.

Gute Werte sind mit Vorsicht zu genießen

Abgesehen davon, dass die Geldbeutel der Künstler*innen also relativ wenig von dem Boom sehen, muss auch dieser selbst mit Vorsicht betrachtet werden. Denn wie MusicTech aufführt, seien die Zahlen der Entertainment Retailers Association (ERA) nicht an die aktuellen Inflationswerte angepasst. Steigende Preisen führen jedenfalls zwangsläufig zu steigenden Gesamtausgaben, was die Aussagekraft der Zahlen einschränkt.

Der Ansatz, musikalischen Erfolg noch immer an Alben zu messen, sei außerdem kritisch zu betrachten, erklärt The Guardian. Abgesehen vom deutlich höheren Anteil, den Streaming auf dem Markt ausmacht, sei es schwierig, Streamingzahlen in Album-Verkaufszahlen umzurechnen. Denn selbst wenn eine gewisse Anzahl an Streams einem verkauften Album gleichgestellt wird, könne man fast sicher sein, dass die Künstler*innen durch Streaming dennoch nur einen Bruchteil an Tantiemen erhalten.

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