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Ein weiterer Eintrag im Social Media-Mix

Twitter als Musiker für Promotion und Bandmarketing nutzen – lohnt sich das überhaupt?

Tipps für Musiker und Bands von Carina Reitz
veröffentlicht am 29.10.2019

social-media twitter promotion

Twitter als Musiker für Promotion und Bandmarketing nutzen – lohnt sich das überhaupt?

© Rahul via Pexels

Selbstvermarktung ist im Musikbusiness heutzutage so wichtig wie nie zuvor. Gerade für Marketing-Laien ist Social Media-Marketing daher ein Segen: Es ist vergleichsweise simpel, geht schnell und zudem lassen sich selbst mit geringem finanziellem Aufwand beachtliche Erfolge erzielen. In diesem Artikel beleuchten wir für euch, wie die Social-Media-Plattform Twitter funktioniert und ob sie für euer Bandmarketing geeignet ist oder nicht.

So funktioniert Twitter

Auf den ersten Blick handelt es sich bei Twitter um eine ganz "normale" Social-Media-Plattform. Wenn du ein eigenes Profil angelegt hast, kannst du Beiträge (sog. "Tweets") absetzen, andere Beiträge liken und teilen ("retweeten"), anderen Profilen folgen und private Nachrichten austauschen.

Twitter Aktionen

Twitter Aktionen

Was Twitter von anderen Plattformen unterscheidet: dir stehen für einen Tweet lediglich 280 Zeichen zur Verfügung. Du musst also auf den Punkt bringen, was du zu sagen hast. Und das am besten mehrmals am Tag, denn Twitter ist schnelllebig – wenn du gesehen werden willst, musst du dich zeigen.

Dafür hast du aber auch die Chance, thematische Trends zu setzen, indem du deine Tweets mit Hashtag und Schlagwort versiehst. Diese Vorgehensweise ist mittlerweile auch in anderen sozialen Netzwerken üblich, funktioniert aber nur auf Twitter richtig gut. Dort werden die Themen-Hashtags nämlich in einem Ranking zusammengefasst und den Usern angezeigt. So kannst du ganz leicht in eine aktuelle Diskussion einsteigen oder sogar selbst eine starten.

Twitter Trends

Twitter Trends

Twitter ist in seinen funktionellen Möglichkeiten eingeschränkter als z. B. Facebook. Wer aber sowieso minimalistisch eingestellt ist und sich zudem nicht von einem sich ständig ändernden Algorithmus ärgern lassen will, ist auf Twitter genau richtig

Bands auf Twitter

Viele große und kleine Bands tummeln sich auf Twitter. Was sich aber nach einem stichprobenhaften Vergleich sagen lässt: die Followerzahlen sind auf Twitter wesentlich geringer als auf Facebook. Ein paar Beispiele:

 

Twitter

Facebook

Rolling Stones

3,3 Mio.

19 Mio.

Volbeat

152,4 Tsd.

1,8 Mio.

Metallica

5,8 Mio.

36 Mio.

Rammstein

428, 4 Tsd.

8,8 Mio.

Bon Jovi

3 Mio.

25 Mio.

Stand: 11.09.2019

Man kann jetzt sagen, dass sei Jammern auf hohem Niveau, die Followerzahlen muss man auch erst mal erreichen. Ich denke aber, es wird klar, was ich damit sagen will. Ein Grund für diese großen Unterschiede ist sicher, dass auf Facebook wesentlich mehr Fans unterwegs sind als auf Twitter.

Es hängt aber nicht zuletzt auch an der Aktivität auf der jeweiligen Plattform. So lässt sich beobachten, dass viele Bands wesentlich öfter Beiträge auf Facebook posten als auf Twitter. Bei einigen liegt der letzte Tweet sogar Monate zurück. Das legt die Vermutung nahe, dass Twitter lediglich als ergänzendes Medium genutzt wird, während das Hauptaugenmerk in Bezug auf Bandmarketing auf anderen Social-Media-Plattformen liegt.

Trotzdem kann Twitter für euch als Band als Marketinginstrument funktionieren, wenn ihr folgende Punkte beachtet:

5 Punkte für erfolgreiches Twitter-Marketing

  1. Ihr habt eine klare Marketing-Strategie: Ihr wisst, wen ihr ansprechen und welche Inhalte ihr transportieren wollt.
  2. Ihr seid bereit und in der Lage, sehr regelmäßig Tweets abzusetzen: am Anfang könnt ihr das sicher noch selbst stemmen, dabei helfen auch bestimmte Social-Media-Tools, mit denen sich auch Twitter-Beiträge im Voraus planen lassen (z. B. Hootsuite, Post Planner, Social Pilot). Ansonsten kann sich auch das Engagement eines Social-Media-Managers lohnen.
  3. Ihr betreibt nicht nur "platte" Eigenwerbung: Schnell mal den Link zum aktuellen YouTube-Video gepostet oder zum Kauf des neuen Albums aufgerufen – das allein reicht nicht, um erfolgreiches Marketing zu betreiben (gilt übrigens nicht nur für Twitter). Darüber hinaus sind die folgenden beiden Punkte essenziell:
  4. Ihr pflegt Kontakte: Wartet nicht nur darauf, dass euch jemand folgt, sondern folgt auch ihr – anderen Bands, Musikmagazinen, Konzertveranstaltern, euren Fans – und reagiert auch auf deren Tweets.
  5. Ihr interagiert mit euren Followern: Aktiviert eure Follower regelmäßig, indem ihr z. B. eine Diskussion zu einem bestimmten Thema startet – wie das mit den Hashtags geht, habe ich weiter oben ja beschrieben. Oder startet eine Umfrage, auch sehr beliebt bei den Menschen.

Wenn ihr diese Punkte beherzigt, kann sich Twitter als Marketing-Plattform durchaus für euch lohnen. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Thema…

Wann ihr es lieber lassen solltet

Kurz und schmerzlos:

  1. 280 Zeichen sind euch zu wenig.
  2. Der Funktionsumfang von Twitter ist euch zu minimalistisch.
  3. Ihr könnt oder wollt nicht sehr regelmäßig Beiträge absetzen.
  4. Ihr wollt nicht noch ein soziales Netzwerk bespielen.
  5. Eure Fans tummeln sich nicht auf Twitter.

Wenn bereits einer dieser Punkte auf euch zutrifft, solltet ihr euch das mit der Twitter-Präsenz lieber sparen und euch auf andere soziale Netzwerke konzentrieren. Wobei Punkt 3 ehrlicherweise für so ziemlich jeden Social-Media-Kanal gilt. Ist aber auch irgendwo logisch, oder? Wenn du wahrgenommen werden willst, musst du dich zeigen – und das eben regelmäßig.

Fazit

Wenn ihr eine klare Marketingstrategie habt und darüber hinaus ein paar wenige wichtige Punkte beachtet, kann Twitter für euer Bandmarketing ein echter Gewinn sein. Wenn ihr es allerdings nur "so nebenbei" betreiben wollt, solltet ihr es lieber lassen und auf die Alternativen ausweichen.

Jedes soziale Netzwerk hat seine Besonderheiten, deshalb solltet ihr euch im Vorfeld genau überlegen, was euch am besten liegt. Natürlich könnt ihr auch auf mehreren Plattformen aktiv sein, dann aber bitte richtig. Es gibt nichts "unattraktiveres" als eine brachliegende Fanpage.

Darüber hinaus sei noch auf eine oft vernachlässigte Tatsache hingewiesen: den Datenschutz. Als Betreiber einer Fanpage oder eines Bandprofils seid ihr dazu verpflichtet, auf eure geltenden Datenschutzrichtlinien hinzuweisen. Das gilt übrigens für jede Social-Media-Plattform.

Wie betreibt ihr als Band Social-Media-Marketing? Seid ihr auch auf Twitter unterwegs? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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