×

Klare Worte

UMG-CEO Lucian Grainge warnt vor unverantwortlichen KI-Geschäftsmodellen und setzt 2026 auf Superfans

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 23.01.2026

universal

UMG-CEO Lucian Grainge warnt vor unverantwortlichen KI-Geschäftsmodellen und setzt 2026 auf Superfans

Lucian Grainge (links), CEO Universal Music Group, gemeinsam mit dem Schauspieler James Corden und Irving Azoff (Azoff MSG Entertainment) (2018). © Luke Harold via Flickr / Lizenz: CC0

UMG-CEO Sir Lucian Grainge hat in seinem Neujahrsmemo 2026 deutliche Kritik an KI-Geschäftsmodellen geübt, die Künstler entwerten und "AI Slop" (dt. KI-Schrott) auf Streamingplattformen fördern. UMG werde keine Deals akzeptieren, die kreative Arbeit missachten, unzureichend vergüten oder Reichweite und Entwicklung von Künstlern gefährden.

Grainge positioniert UMGs KI-Strategie bewusst zwischen zwei Extremen: einer kompletten Ablehnung von KI und einer unkritischen Akzeptanz aller Modelle unabhängig von Ethik und Urheberrecht. Ziel sei ein verantwortungsvoller, kommerziell sinnvoller Einsatz von KI mit klaren Schutzmechanismen für Künstler.

Künstler und Urheberrecht im Zentrum

In diesem Kontext verweist Grainge auf laufende Klagen gegen den KI-Musikgenerator Suno sowie auf neue Partnerschaften mit Plattformen und KI-Unternehmen, zuletzt eine strategische Allianz mit NVIDIA zur Weiterentwicklung von Musikentdeckung und Fan-Engagement.

Grainge betont abschließend, dass UMG auch künftig eine aktive Rolle bei der Gestaltung des KI-Zeitalters einnehmen werde – jedoch nur unter der klaren Prämisse, dass Künstler, Urheberrecht und faire Vergütung im Zentrum stehen.

Schwerpunkte der Geschäftsentwicklung

Zentral bleibt zudem die Weiterentwicklung von "Streaming 2.0" und des Artist-Centric-Modells. Laut Grainge habe UMG frühzeitig auf die Zunahme irrelevanter und KI-generierter Uploads reagiert und vertraglich sichergestellt, dass solche Inhalte nicht in die gleichen Vergütungspools wie Künstler fallen. Entsprechende Deals mit Amazon, Spotify und YouTube wurden 2025 umgesetzt, weitere sollen folgen.

Für 2026 nennt Grainge mehrere Schwerpunkte: den Ausbau von Angeboten für Superfans über Premium-Tiers, exklusive Events und physische wie digitale Produkte, den Ausbau des Direct-to-Consumer-Geschäfts inklusive eigener Retail-Stores sowie die Stärkung von Services für unabhängige Labels – auch im Hinblick auf die geplante Übernahme von Downtown Music. Zusätzlich will UMG seine globale Präsenz weiter ausbauen, insbesondere in Wachstumsmärkten wie Indien, Afrika und Südostasien.

Das vollständige Memo findet sich hier.

Ähnliche Themen

SoundCloud setzt mit neuem "Follower Exclusive Releases"-Feature auf Superfans

Neue Veröffentlichungsstrategien

SoundCloud setzt mit neuem "Follower Exclusive Releases"-Feature auf Superfans

veröffentlicht am 03.04.2026

Apple Music verschärft Maßnahmen gegen Streaming-Betrug

Höhere Strafzahlungen für manipulierte Streams

Apple Music verschärft Maßnahmen gegen Streaming-Betrug

veröffentlicht am 03.02.2026   3

Music Flamingo und Artist Incubator: UMG setzt auf KI in der Musikproduktion

Universal sichert sich weiteren KI-Deal

Music Flamingo und Artist Incubator: UMG setzt auf KI in der Musikproduktion

veröffentlicht am 07.01.2026   9

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!