Mit Gitarre im Gerichtssaal
Urheberrechtsprozess zu "Thinking Out Loud": Ed Sheeran erneut wegen Plagiatsvorwürfen vor Gericht
Ed Sheeran. © Mark Surridge
Am 25. April 2023 eröffnete das Bundesgericht in New York den Urheberrechtsprozess um Ed Sheerans erfolgreiche Ballade "Thinking Out Loud" (2014). Die Erben des "Let's Get It On"-Co-Autors Ed Townsend werfen Ed Sherran vor, dass "Thinking Out Loud" ein Plagiat des Klassikers von Marvin Gaye aus dem Jahr 1973 darstelle.
Live-Mashup als vermeintlicher Beweis
Als Beweis führten die Kläger ein Video von einem Ed Sheeran-Konzert aus dem Jahr 2014 an. Das Video soll zeigen, wie Ed Sheeran auf der Bühne die Songs "Thinking out Loud" und "Let's Get It On" zusammenmischt.
Für das Anwaltsteam, das die Townsend-Erben vertritt, stellt das Mashup den entscheidenden Beweis dar, dass sich die Songs ähneln und Ed Sheeran sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst war.
Ed Sheeran verteidigt sich mit Gitarre
Ed Sheeran selbst wies bei seiner Aussage zum Mashup diesen Vorwurf als haltlos zurück. Er argumentierte, dass viele Popsongs auf eine solche Weise kombiniert werden können, weil sie ähnliche Akkorde aufweisen.
Zudem erklärte er, dass er ein "fucking idiot" wäre, wenn er sich für "Thinking Out Loud" tatsächlich bei "Let's Get It On" bedient hätte, und daraufhin beide Songs live vor 20.000 Menschen performen würde.
Zuletzt griff Ed Sheeran sogar im vollen Gerichtssaal zur Gitarre und spielte den Geschworenen die entscheidenden vier Akkorde von "Thinking Out Loud" vor, um zu beweisen, dass die Akkorde zwar für seinen Song funktionieren, nicht aber für Marvin Gayes "Let's Get It On".
Wo endet das Urheberrecht?
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Ed Sheeran mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sieht. Im April 2022 gewann der Sänger den zähen Urheberrechtsstreit um seinen Song "Shape Of You". Schon oft hatte der Sänger kritisiert, dass derartige Prozesse schädlich für Songwriter/innen seien und den kreativen Prozess erschweren würden.
Der Prozess ist Teil der größeren Debatte, inwieweit einzelne musikalische Segmente, die als Basis für viele Songs dienen, urheberrechtlich geschützt werden können. Der Sänger betonte vor den Geschworenen, dass er fest davon überzeugt sei, dass die meisten populären Songs – darunter auch seine – aus musikalischen Bausteinen aufgebaut seien, die seit Hunderten von Jahren frei verfügbar seien.
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